Was erlauben Internet?
“Der Skandal fängt an, wenn die Polizei ihm ein Ende macht.”
Karl Kraus
Auf Basis der CDU-Werbekampagne ein Schäuble-Wahlplakat-Remix-Wettbewerb, der die Kampagne ironisieren soll, eine Fotografin, Laurence Chaperon, die mit Hinweis auf ihr Urheberrecht eine weitere Nutzung untersagt, ein Blogger der trotz Androhung rechtlicher Schritte die Motive weiter zeigen will.
Das ist der Stoff, der mal wieder Fragen aufwirft: Was ist Satire, was darf Satire? Die Frage wurde zuletzt wohl in der Weimarer Republik derart inflationär gestellt. Neu ist die Qualität. Denn das Internet ist mit im Spiel. Weil Satire plötzlich nicht mehr nur in Dichterstuben entsteht, sondern ein Massenphänomen ist. Die Bildentwürfe, kübelweise digtalisierter Hohn in Sachen Schäuble und CDU, sind bei Flickr Legion. Das lässt sich so schnell nicht mehr in die Tube zurückdrücken.  Sie sind bei Twitpic, bei Flickr und per Generator nun sogar noch schneller wandelbar. Der Kampf gegen Satire und die Verfremdung der Arbeiten anderer wird so zum Wettlauf zwischen Hase und Igel. Viele Igel. Sehr viele.
Satire ist Teil der Demokratie. Deshalb hat ihr die Gesetzgeber auch einige Freiheiten geboten. So zitiert der Law-Blogger
aus § 24 Urheberrechtsgesetz:
“Ein selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes eines anderen geschaffen worden ist, darf ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes veröffentlicht und verwertet werden.”
Sein Kommentar dazu:
“Es ist also keineswegs so, dass sich Dritte nicht an fremden Werken bedienen dürfen. Es ist gestattet, wenn sie ein selbständiges Werk schaffen. Die Remixe sind jeweils ein eigenständiges Werk in Form der Satire. Satire ist gekennzeichnet durch die “antithematische Auseinandersetzung”. Dabei wird der Kritisierte mit den eigenen Mitteln geschlagen. Bei den Schäuble-Remixen entlarvt eine Sprechblase die andere.”
Das sollte auch für Satire im Web erlaubt sein.
Was sich das Web, oder besser Teile der darin herumspukenden Nutzer aber nicht erlauben sollten, sind beleidigende und unflätige Mails und Kommentare in Richtung Fotografin. Das ist kontraproduktiv in solch einer Debatte, die offensichtlich auch zwischen Netzpolitik.org und der Fotografin trotz unterschiedlicher Standpunkte sachlich geblieben ist.
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Ok dann bin ich ja jetzt schonmal uim einiges schlauer was das angeht… Aber die Plakate find ich echt gut….