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Die Nachrichten werden sozialer

18. August 2009
von

Ich bin zunehmend davon überzeugt, dass der Journalismus, wie wir ihn heute kennen in spätesten zehn Jahren, wenn nicht deutlich früher ganz anders aussehen wird. Mehr Moderation, mehr Aggregation, mehr Arbeit als Kurator.  Denn das Newsgeschäft wird sozialer, viel sozialer als sich manch ein Vertreter des Kulturpessimismus das heute vorstellen möchte. Huffington Post hat jetzt einen Bereich gestartet, die HuffPost Social News, der via Facebook Connect eine Social News Page kreiert.

Jenseits der Debatte über Nachrichten können dann Nutzer auch eigene News beisteuern. Die Community macht das Medium. Die Einbindung des Lesers via Kommentarfeld  wird uns da bald so antiquiert vorkommen, wie ein Faxgerät für die Nachrichtenübermittlung. Und diese Kollaboration der Zukunft wird bis ins Lokale reichen.
Die Frage ist, ob die Verlage bereit sind, sich dieser Form der Kohabitation zu öffnen, ob sie bereit sind, ihre Strukturen dafür zu ändern. Wenn nicht, dann machen es andere.

Arianna Huffington:

“In short, the news has become social. And it will become even more community-powered: stories will be collaboratively produced by editors and the community, and conversations, opinion, and reader reactions will be seamlessly integrated into the news experience.”

Das macht den Journalismus nicht überflüssig. Aber es verändert ihn.

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Kommentare zu “ Die Nachrichten werden sozialer ”

  1. Peter am 18. August 2009 um 09:43 Uhr

    Na, wenn es die Huffington sagt wirds wohl so sein :-)

  2. OlafKolbrueck am 18. August 2009 um 11:17 Uhr

    Nu ist ja Frau Huffington keine ganz Dumme.

    Was passiert denn?
    News können Nutzer immer leichter und immer billiger selbst verteilen. Dafür brauchen sie nicht einmal die Medien als Quelle, wenn sie selbst dabei waren.
    Die Verteilung und der Nachrichtenkonsum findet zunehmend jenseits der gelernten Medienkanäle statt. Das kann man ignorieren, dann sucht sich der Nachrichtenstrom weiter neue Kanäle. Oder man bettet diesen Strom mit gebührendem Respekt ein und achtet (lediglich) darauf, dass er keinen Müll ans Ufer spült.

  3. Nana am 18. August 2009 um 11:52 Uhr

    Ich seh das so.

    Das Netz wird eine Art neuer öffentlicher Raum. Der reale öffentliche Raum besitzt seine ursprüngliche Funktion (Dialog) nicht mehr, weil er besetzt ist von kommerziellen Botschaften und Privateigentum.

    Jetzt verlagert er sich eben in die virtuelle Welt. Dort kann öffentlicher Dialog frei praktiziert werden. Das schließt Nachrichten natürlich mit ein, da sie immer schon Gegenstand menschlicher Kommunikation waren.

  4. Thilo am 18. August 2009 um 11:53 Uhr

    Ähnlich geht der Freitag im Netz vor. Durch die Einbindung von Leser-Blogs, deren Inhalte auch Zugang in die Print-Ausgabe finden, bekommt das Engagement der Leser eine ganz neue Qualität jenseits der Kommentare.
    Allerdings trennt auch der Freitag noch strikt den redaktionellen Teil vom UGC-Teil. Die Vermischung wird sicher die nächste evolutionäre Stufe in der Medienlandschaft sein.
    Link: http://www.freitag.de

  5. Peter am 18. August 2009 um 12:00 Uhr

    “Nu ist ja Frau Huffington keine ganz Dumme”

    Hab ich auch nicht gesagt…

    “Oder man bettet diesen Strom mit gebührendem Respekt ein und achtet (lediglich) darauf, dass er keinen Müll ans Ufer spült.”

    Und wie soll diese Content-Kakophonie sortiert werden?
    Im kleinen sieht man das ja bei den BILD-Leserreportern… wo war da jemals eine News mit Substanz?

    Bei dem ganzen Print-Bashing mit gejammer, fehlenden Konzepten etc., wo sind die Konzepte der Onliner, die ja angeblich alles besser machen?
    Und vllt. bin ich da etwas altmodisch, aber zu einem Konzept gehört für mich nicht nur die Userakzeptanz, sondern auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit und da eiern die Onliner gleich rum wie die Verlage. den Verlagen brechen die Umsätze weg und die Onliner generieren sie erst gar nicht.

    Ich bin da jetzt eindeutig zu faul zum suchen, aber imho hat Arianna Huffington ihr Machwerk mit einer 3-stelligen Anzahl an Venture-Dollars aufgepumpt und ist vom Break-Even auch noch weit entfernt. das gleiche bei Twitter, Youtube etc.

    Google würde Dir den Hintern vergolden, wenn Du ein Konzept hättest mit dem sie mit Youtube Geld verdienen würden. Twitter vermutlich auch…

    Bei den ganzen neuen hippen Dingen wie Twitter und Co. hab ich den Eindruck, sie werden nur gelauncht in der Hoffnung, dass es einschlägt und dass dann der Dienst von einem der Big-Player gekauft wird.
    Das ist meiner Meinung nach die nächste Blase die platzt. Die Online-Medien haben derzeit nur noch den Vorteil, dass noch genug Geld in der Kasse ist.

    Was fehlt ist ein funktionierendes Konzept und kein neuer Hype… egal, was Frau Huffington meint, was sein wird.

    Ich behaupte jetzt einfach mal, im Kampf um die Umsätze im Newsbereich werden letztendlich die Verlage das Rennen machen, weil sie einfach das Know-How haben News zu Geld zu machen. Das haben sie jetzt ein paar hundert Jahre bewiesen… Sie brauchen an ihrer Spitze nur die alten jammernden Männer austauschen gegen Leute die in der Lage sind ihr Konzept in die heutige Zeit zu portieren.

    Sollte das nicht eintreten behaupte ich einfach das Gegenteil :-)

  6. Marie-Christine am 18. August 2009 um 12:54 Uhr

    Weil ich ein neugieriger Mensch bin, wollte ich den Facebook-Connect gleich mal ausprobieren. Drücke auf submit und warte – bekomme wieder das Fenster submit. Nanu? Wer hat schon Erfahrungen gemacht?

  7. rob am 18. August 2009 um 22:33 Uhr

    mist, ich dachte das wäre eine total geniale idee, die man neu mal in den verlag nehmen könnte. naja, dann waren andere wohl schneller %-)
    ich sehe das aber ganz genau so. zukünftig werden news “social” gemacht und von online (nach redaktioneller auswahl) ins print übernommen. glaube aber das das für fachmedien wesentlich einfacher ist, als für massen- bzw. publikumsmedien (stichwort: qualitätsjournalismus).

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