Spießer Alfons: Neue Bestätigung für das Aussterben von Werbetexern
Der Spießer hat soeben in einem Beitrag beschrieben, was die Folgen sind, wenn Texte nicht mehr von Werbetextern verfasst werden, sondern von Werweißwem. Ein Beispiel dazu liefert eine Anzeige von BMW.
Hierzu errreichte den Spießer ein Kommentar von Leser Thomas, den Alfons Euch nicht vorenthalten will. Also:
“Auch die Bahn hat kürzlich alle Texter entlassen. Einer von ihnen hat sich aber auf hinterlistige Weise gerächt: Er ist nachts mit einem früher mal als verloren gemeldeten Schlüssel in seine alte Werbeagentur eingebrochen. Dann hat er heimlich eine bereits freigegebene Anzeige manipuliert. Niemand hat bemerkt, dass zum Spott der Bahn nun eine völlig unsinnige Überschrift veröffentlicht wurde.
Ursprünglich stand in der Anzeige: ‘Jeder Mitfahrer bezahlt nur fünf Euro’. Dann wurde der Texter aus Kostengründen entlassen, und ein Praktikant änderte die Überschrift in: ‘Je mehr Mitfahrer, desto günstiger’. Nach der schelmischen Nachtaktion fand man in den Tageszeitungen tatsächlich die Überschrift: ‘Je Mitfahrer, desto günstiger’.
Auf dem Weg zur Arbeit schlenderte der zuständige Marketing-Manager der Bahn mit seinem Latte-to-go am Zeitungsstand vorbei. Als er die Anzeige entdeckte, rief er sofort seine Agentur an. Diese entschuldigte sich mit dem Hinweis auf eine Computer-Panne im neuen Auto-Text-Modul.”
Genau so muss es gewesen sein. Oder weiß jemand eine bessere Ausrede für die zuständige Werbeagentur…?



















Zwei Wörter: Mario Barth.
@ Dierk
Voll ins Schwarze!
@1,2.: ???
REDEN IST SCHWEIGEN und SILBER IST GOLD. Ähm… oder so…
gruselig…
Ich finde Headline besser mit ohne “mehr”. Ist textlich nicht ganz so lustig wie “da werden Sie geholfen”, aber immer noch kreativer als die nackte Produktbotschaft. Die Headline hat sogar dafür gesorgt, dass die überaus gruselige Annonce jetzt sogar beim Spießer verbreitet wird. Inklusive aller relevanten Keywords wie “Bahn”, “Mitfahrer” und “günstiger” etc.
Also: Diese Anzeige ist sicher kein kreatives Highlight. Aber seit wann sind Werbetexter die Deutschlehrer der Nation?
Was das Verschwinden von Textern angeht, gebe ich dem Spießer allerdings recht. Ihr Aussterben vollzieht sich analog zur schrumpfenden Aufmerksamkeitsspanne des Publikums, der wiederum mit dem wachsenden Cashmangel der Agenturen in enger Relation zu stehen scheint. Mit dem Effekt, dass Praktikanten den Job machen oder der Kunde selbst. “Tolle Idee, Herr Schnösebeck, darf ich das so notieren?”
Neulich las ich irgendwo die Floskel: “die konzeptionelle Stärke unseres Kunden…”
So schlägt man 2 Fliegen mit einer Klappe: man schmeichelt dem Kunden und muss selbst nicht mehr nachdenken. Tja, eine Branche im Wandel…
Mist, ein “sogar” zuviel… Warum gibt es hier eigentlich keine Möglichkeit, einen Kommentar nochmal Korrektur zu lesen?
schlimm finde ich das detail in den bullets “..2 Euro mehr am Schalter” jeder halbwegs gute Texter hätte daraus “2 Euro weniger am Automaten” gemacht.
Ja, sie werden weniger die Werbetexter, aber ein Restbestand soll noch existieren.
Eventuell war dieser hier überlastet, weil die Texter von heute so viele verschiedene Aufgaben parallel erledigen müssen – wie in einigen anderen Zweigen auch.
Tja, wie heißt es doch so schön: Eine gute Idee ist das Eine, die Kreativität zur Umsetzung etwas völlig anderes. Was wiederum beweis, dass der Werbetexter tatsächlich vom Aussterben bedroht ist.
Übrigens, lieber Spießer: Prüfe Er doch mal bitte diesen unfreundlichen Ping in diesem Tread, der auf eine böse Webseite zu verweisen scheint. Jedenfalls hat mein Sicherheitsprogramm ganz böse gemeckert und sich auch noch geweigert, selbige Webseite zu öffnen….
Sehr interessante und zugleich verblüffende Thematik. Mir ist da auch in den letzten Tagen was aufgefallen:
“Erleben, was verbindet.” (Telekom)
“Erleben, was bewegt.” (IAA 2009)
Meiner Meinung nach auch ein No-Go!
Mehr auf meinem Blog: http://hungrigerhirsch.wordpre.....ruche-hin/