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Spießer Alfons: Post von Herrn Schmid aus Deutschland

29. August 2009
von

Wamsumschl__ge.jpg„Bürger Sprech Stunde“ steht auf einem Briefumschlag. Und daneben die Fragestellung: „Wie geht es weiter mit Deutschland? Große Umfrage zur Bundestagswahl 2009.“ Dazu sind noch zwei Armbanduhren abgebildet und ein Füller der Marke Parker mit dem Hinweis: “Mit Wahlgeschenk für Sie!”.

Der Briefempfänger, an den das Schreiben persönlich gerichtet ist, öffnet neugierig, will er doch wissen, wie es weiter geht mit Deutschland. Und ein Wahlgeschenk möchte er natürlich auch haben.

Wamsbrief.jpgIm Inneren des Umschlags ein Brief von Thomas Schmid, Chefredakteur WELTamSONNTAG. Und der verrät nicht, wie es weiter geht mit Deutschland, sondern er verweist auf seine Zeitung, wo man die Antwort findet in einer großen Serie zur Wahl 2009. Und dann macht er, der Herr Chefredakteur, dem Brief-Empfänger ein Angebot, dass dieser 9 Ausgaben der WamS lesen kann zum Preis von 6. Und nur wenn er die Wahl trifft, dieses zu tun, bekommt er eine Uhr oder den Füller.

Wamsfragebogen.jpgEine waschechte Abo-Werbung also. Und neben einem Werbeblatt über die WamS liegt qasi als Alibi auch noch ein Fragebogen bei mit fünf Fragen zu Deutschland und einer sechsten zum eigenen Alter. Und darunter der Bestellcoupon. Sehr peinlich originell für einen Herrn Chefredakteur.

Witzig ist auch ein „Portofreies Antwortkuvert“, das an Stelle der Briefmarke den Aufdruck trägt: „Das Porto schenken wir Ihnen!“ Wahrlich, was für eine drollige Veralberung ein überaus großzügiges Präsent!Wamswerbung.jpg

Aber geschenkt. Denn der Briefempfänger schenkt sich selber was, nämlich die Rücksendung an den Verlag. Stattdessen schickte er das Mailing gleich direkt an Spießer Alfons. (Spießiger Aktenvermerk: HD dankt DH!)

Ja, früher musste ein Chefredakteur im Verlag Axel Springer sich nur um die Redaktion seines Blattes kümmern. Heute muss er sich – wie auch so viele seiner Kollegen — zusätzlich noch als niederer Abo-Werber versuchen. Sollte den Spießer gar nicht wundern, wenn eines Tages ein Chefredakteur an der spießigen Haustier klingelt und sich als Drücker versucht. Haarige Harte Zeiten!

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Kommentar zu “ Spießer Alfons: Post von Herrn Schmid aus Deutschland ”

  1. Gerd am 29. August 2009 um 16:05 Uhr

    Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag hat mir heute ebenfalls eine Wahlumfrageabonnementbestellung geschickt. Aber hier hat jemand von der Vertriebsleitung unterschrieben. Auch das Porto des Antwortumschlages ist bereits bezahlt vom SHZ. Wenn ich faxen würde, ginge es schneller, steht da noch.
    Sicherlich nett gemeint, aber ein Abo reicht mir.

ivw