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Ariel wäscht die Hände in Unschuld

31. August 2009
von

Hat Ariel beim Vergleich der Mengenangaben zwischen alter und neuer Verpackung geschummelt und eine Mogelpackung präsentiert? Unter der Überschrift „Ariel und die Mathematik“ kursiert eine entsprechende Rechnung im Web — und zeigt wie sinnvoll für Unternehmen das Monitoring der Gespräche im Social Web sein kann.

Fakt ist: Procter & Gamble wirbt für Ariel in der neuen Flaschen mit „Neue Größe +10% mehr Inhalt“ auf der Flasche. 18+2 Waschladungen gibt die Flasche mit 1,4 Liter Inhalt laut Etikett her.
Dumm nur, es gibt da noch eine Flasche deren Inhalt 1,5 Liter beträgt und die auf der Packung vermerkte 20 Waschladungen hergibt. Ebenso ergiebig und noch dazu ohne Addition.

Ariel aber lässt das Modell nicht gelten. Auch wenn die Stiftung Warentest auf ihrer Einkaufstour eine 1,5-Liter-Flasche in den Regalen fand.
Ariel zieht für den Vergleich lieber den direkten Vorgänger von 2008 heran. Der hatte 1,26 Liter Inhalt = 18 Waschladungen. Im Vergleich mit dem neuen Gebinde stimmt dann die Rechnung wieder. So sieht Fortschritt aus:

2005 = 20 Waschladungen = Inhalt 1.5Lt
2008 = 18 Waschladungen = Inhalt 1.26Lt
2009 = 18 + 2 Waschladungen = Inhalt: 1.4Lt = + 10% (im Vergleich zu 2008)

Das sieht dann so aus.

Die Rechnung macht Ariel denn auch in mehreren Blogs auf und versucht so den mathematischen Diskurs wieder einzunorden. Obendrein wird auf die missliche Gleichung im eigenen Verbraucherportal verwiesen, verbunden mit der Bitte: „Machen Sie sich hier auf dieser Seite selbst ein Bild und wenn Sie dann möchten, senden Sie den Link zu dieser Seite an alle, von denen Sie eine E-Mail mit der Präsentation erhalten haben. Natürlich freuen wir uns auch über Beiträge in Ihren Blogs und via Twitter mit dem Link auf diese Seite.“

Nur: Für die Stiftung Warentest geht die Rechnung trotzdem immer noch nicht sauber auf: „Und das Verwirrspiel geht weiter, da sich die Dosierungsempfehlungen unterscheiden. Beispiel normal verschmutzte Wäsche: Der Hersteller hat die Empfehlung mittlerweile geändert. Laut Etikett reichen daher 1,5 Liter für 20 Wäschen (20x75ml), die 1,4 Liter für „18+2“ Wäschen (20x70ml).“

Dafür mag bessere Waschleistung ein Grund sein. Die optimieren Unternehmen ja mit einer Schnelligkeit, dass man kaum noch mit dem Verdrecken der Wäsche hinterherkommt. Trotzdem dürften sich manche Kunden ein wenig durchgeschleudert fühlen. Schließlich haben sie trotz gleicher Flaschengröße in den vergangenen Jahren weniger bekommen.

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Kommentare zu “ Ariel wäscht die Hände in Unschuld ”

  1. Thilo Specht am 31. August 2009 um 12:22 Uhr

    Procter & Gamble wäscht die Hände in Unschuld und sagt das auch. Und zwar dem Marktsegment, der Anspruchsgruppe, der Zielgruppe, nämlich den

    “Liebe VerbraucherInnen,”

    Wer mich so sieht, steht bei mir sowieso unter Generalverdacht, Zahlenspiel hin oder her.

  2. Lulatsch am 31. August 2009 um 14:21 Uhr

    @Thilo: Stimmt.

    Und wenn P&G schon mit dem taz-I kommt, dann bitte schön auch konsequent:

    “LiebeR VerbraucherInnen,”

    Allerdings bevorzuge ich die klassische Anrede – mit “Liebe/Lieber” möchte ich nur von mir nahestehenden Menschen angesprochen werden.
    Oder spricht Ariel eine solch jugendliche und/oder “Bussi-Bussi-mäßige” Zielgruppe an, dass ein solches Ranwanzen erlaubt ist?

  3. Besserwisser am 3. September 2009 um 12:10 Uhr

    @Lulatsch: Ich denke, dass ist schon richtig ohne “R”. Es sind Verbraucherinnen, also auch mehrere Verbraucher. Ergo muss es auch Liebe Verbraucher heißen. Anders wäre es, stünde da “Liebe VerbaucherIn”; da hättest Du natürlich recht. Beim Rest stimme ich Dir zu.

ivw