Jako contra Baade – Ein bisschen Reue
Wenn Sie kleine Kinder haben, dann kennen Sie das womöglich. Ein Streit um die Förmchen eskaliert, es wird geschubst und am Ende eskaliert der Zoff und einer der Jungen, nennen wir ihn Peter, drückt dann das andere Kind, nennen wir es Paul, mit aller Gewalt mit dem Gesicht in die Pfütze. Wenn sich dann nach manch einem pädagogischen Zeigefinger und einigen Erklärungen über übertriebene Gewalt, Peter zu einer Entschuldigung durchringt, folgt nach einer Kunstpause noch der Satz. “Paul hat aber angefangen.”
Genau dieses Bild ging mir durch den Kopf als ich die “Entschuldigung” von Jako bei “Trainer Baade” las.
Was es im Einzelnen zum von Jako nun postulierten Ende der Debatte, zu den teilweise schwammigen Formulierungen und der unglücklichen Form des Reueschreibens, in dem das Wort Entschuldigung nicht einmal vorkommt, zu sagen gibt, dies haben unter anderem der Werbeblogger und Yuccatree schon sehr pointiert getan.
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Reue? Wo?
Also diese sogenannte “Pressemeldung” von Jako ist ja wohl nur peinlich. Aber wer braucht schon PR-/Image-Berater, wenn er genug Anwälte hat.
Schönes Wochenende
Unabhängig vom schwachen Inhalt ist die Pressemitteilung auch noch texlich grottenschlecht geschrieben. Solche Texte, meine lieben “PR-Spezialisten” von jako, habe ich als Redakteur täglich im Dutzend auf meinem Schreibtisch — und alle scheitern sie an meinem inneren “Schweinehund”. Selbiger hat nämlich keine Lust, daraus auch noch einen lesbaren Text zu machen.
Die “Entschuldigung” in Pressemitteilungsform, die ja eigentlich eher eine ungeeignete Rechtfertigung ist, zeugt in der Tat nicht davon, dass die Verantwortlichen wirkliche Lehren aus diesem Vorfall gezogen haben. Ein derart unentspannter Umgang mit Bloggern gepaart mit scheinbarem Großmut zeugt nicht davon, dass JAKO bereit ist, mit Kritikern (und damit letztlich mit potentiellen Kunden) auf Augenhöhe zu kommunizieren. Siehe auch http://trg.li/fc
Gleichzeitig belegt die Pressemitteilung das mangelnde Verständnis für die Funktionsweise der neuen Medienwirklichkeit noch einmal eindrucksvoll. Denn hier ist kein Anwalt in vorauseilendem Gehorsam vorausgeprescht, sondern wurde expressis verbis beauftragt, ohne dass den beteiligten klar war, was sie damit auslösen. Überdies hat sich nicht erst später herausgestellt, dass das nochmalige Auffinden des Blogposts nicht das Verschulden des Herrn Baade gewesen ist (Zitat der PM: “Erst hinterher stellte sich heraus, dass der tschechische Nachrichtenaggregator„Newstin“ den inzwischen von Baade gelöschten Text kopiert hatte und weiterhin verbreitete.”). Das muss mir mal jemand erklären, wie sich das “erst hinterher” herausgestellt haben soll. Ehrliche Einsichten werden anders formuliert.