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Das Internet-Manifest – Versuch einer Antwort

8. September 2009
von

Zum Internet-Manifest der geschätzten Kollegen haben viele vieles gesagt. Der Versuch einer weiteren Antwort in 10 Punkten:

1. Nicht wie der Journalismus im Internet ist, ist die Frage, sondern, wer das Internet ist.

2. Nachrichten verbreiten sich im Internet und durch das Internet von Menschen zu Menschen.

3. Die Plattformen, die Menschen für diesen Austausch nutzen, sie bilden die Medienorte der Zukunft.

4. Entscheidend ist der Austausch, nicht die Plattform. Sie kann wechseln.5. An dem Austausch können etablierte Medien teilhaben. Er funktioniert aber auch so.

6. Die Qualität und Quantität des Austausches der Nachrichten von Mensch zu Mensch modelliert die Wahrhaftigkeit und Relevanz der Nachrichten.

7. Journalisten können an der Modellierung des Nachrichtenflusses mitwirken. Der Fluß fließt aber auch ohne ihre Teilhabe.

8. Menschen tauschen Nachrichten freiwillig und kostenlos. Ihre einzige Währung ist Anerkennung und Wahrnehmung.

9. Nachrichten sind kein Geschäftsmodell. Selbst exklusive Nachrichten kann man strenggenommen nur genau einmal verkaufen.

10. Das Geschäftsmodell ist die Bereitstellung des Raumes.

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Kommentare zu “ Das Internet-Manifest – Versuch einer Antwort ”

  1. BrandNewWelt am 8. September 2009 um 13:13 Uhr

    *gähn*

    Warum werden Gedanken die in allen webaffinen Köpfen stecken eigentlich so ungenau auf den Punkt gebracht?

    Mich beschleicht das Gefühl, das hauptsächlich der Selbstzweck des zum-Thema-als-Fachmann-gehört-werden-wollens hinter diesem Manifest steckt.

    So ne Art semisubstanzloses Spassprojekt eben.

    Aber ich kann mich auch irren.

    Werde in Kürze meine Thesen zum Thema die Schwerkraft und das Phänomen der umfallenden Reissäcke an die Tür des Internets nageln.

  2. Christian am 8. September 2009 um 14:29 Uhr

    Interessant finde ich die Thesen 9 und 10. Du meinst also, es lässt sich überhaupt nie wieder Geld mehr mit Inhalten verdienen? Oder verstehe ich das falsch?

  3. OlafKolbrueck am 8. September 2009 um 15:13 Uhr

    @BrandNewWelt
    na dann viel Spaß: Nicht jeder Reissack ist gleich. Es kommt auch auf den Content an. Arten siehe Wikipedia.
    @Christian
    Nachrichten umfassen ja nicht alle Inhalte.

  4. Peter am 8. September 2009 um 16:12 Uhr

    Das Internet-Manifest ist inhaltsloses Geschwurbel.

    Und wenn Du über den einen oder anderen Punkt nachdenkst wirst Du feststellen, dass Du bei Deinen 10 Punkten ein paar Denkfehler hast. Aber immerhin hast Du Dich bemüht diesem unseligen Machwerk etwas Substanz zu geben.

  5. Julian am 8. September 2009 um 16:27 Uhr

    @Christian 10. besagt doch, dass das Geschäftsmodell die Bereitstellung des Raumes ist. Bloß was ist der Raum? Die Räume? Facebook? Google? oder gar Baby-Twitter? Vielleicht ein unsympathisches Kommentarfeld bei Bild-Online? Fakt ist: Es wird mehrere Räume geben, in denen gebrabbelt wird. Autonome Räume und autoritäre Räume. Geregelte Foren und unkontrollierte Creative Commons. Wissensgruppen die nicht mehr nur als lokale Bruderschaft philosophieren, analysieren oder forschen, sondern weltweit unter Zuhilfenahme von Google Docs, Google Books und Wikipedia oder einfach nur Microsoft Office, Rupert Murdoch und dem Staatsduden von Zensursula… oder vielleicht doch einer fröhlichen, kreativen Mischung? Vielleicht ist das produzieren von Wissen aber nun endlich nicht mehr nur den wenigen Journalisten vorbehalten, sondern der breiten Masse? Wie war das noch einmal im 15. Jahrhundert, nach Gutenberg?

  6. Ralf am 8. September 2009 um 19:22 Uhr

    Wenn das Geschäftsmodell die “Bereitstellung des Raumes” ist, sind alle, die im Internet Geschäfte machen, Vermieter. Oder verstehe ich da etwas nicht?

  7. Peter am 8. September 2009 um 21:28 Uhr

    Punkt 9 und 10 finde ich auch interessant.

    Ist das Geschäftsmodell nicht auch die Interpretation, das Gate-Keeping, das “in Form bringen” und auch das archivieren? Nur die Bereitstellung des Raumes finde ich etwas wenig.

  8. Sascha Stoltenow am 9. September 2009 um 08:59 Uhr

    Wie ernst ist eigentlich ein Manifest zu nehmen, dessen erste Behauptung es ist, dass das Internet neue Kulturtechniken schaffe?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturtechnik

  9. Michael am 9. September 2009 um 09:23 Uhr

    Ich denke, nicht die Breitstellung des Raumes, sondern die Dienstleistungen im Raum sind Grundlage des Geschäftsmodells.
    Attraktive Aufbereitung von Inhalten könnte so eine Dienstleistung sein. Besser sind aber alle Angebote, die professionell der Kommunikation zwischen Menschen einen Mehrwert verschaffen.

  10. OlafKolbrueck am 9. September 2009 um 09:31 Uhr

    @Ralf
    @Peter
    Vermieter, Archivierer. Auch, aber einmal weitergedacht.
    Wer den Raum bietet, der könnte auch Geld dafür verlangen, dass er anderen Zugang verschafft, die sonst nicht mit auf die Party könnten und ihnen Kontakte vermitteln.
    Er weiß etwas über die Menschen in seinem Raum, kennt ihre Gespräche. Dieses Wissen könnte für Dritte wiederum einen Wert haben. Alles nichts neues.

    Weiter: Wo Menschen sich in einem Raum zu Gesprächen treffen, fangen sie irgendwann vielleicht auch an miteinander zu handeln. Der Raum wird zum Marktplatz für die Menschen untereinander.
    Und: wenn sich in diesem Raum genug Menschen treffen, um miteinander zu handeln, dann wollen sie den Raum für ihre Transaktionen vielleicht aus Bequemlichkeit nicht mehr verlassen. Also könnte man darüber nachdenken, dass der Anbieter des Raumes die Sicherheit der Transaktionen gewährleistet oder auch eine eigene Transaktionswährung bereitstellt, die innerhalb dieses Raumes von allen Mitgliedern akzeptiert wird.

    Auch schon in Ansätzen da. Linden Dollars bei Second Life. Damit kann man aber nur virtuelle Güter tauschen. Die unter anderem auch vom Besitzer des Raumes produziert werden oder exklusiv dort angeboten werden. (credits für Apps bei facebook.) Solch eine Währung kann man sich aber auch für den Tausch realer Güter in diesem Raum vorstellen. Der Raum wird so irgendwann zum Finanzplatz, zu Bank. Übrigens im jungen Blog Modern-finance.de ein interessant ausgesponnener Gedanke: http://www.modern-finance.de/v.....inanzwelt/

  11. Ralf am 9. September 2009 um 12:38 Uhr

    @ Olaf
    “Wer den Raum bietet, der könnte auch Geld dafür verlangen, dass er anderen Zugang verschafft, die sonst nicht mit auf die Party könnten und ihnen Kontakte vermitteln.”

    Das ist z.B. Xing.

    “Er weiß etwas über die Menschen in seinem Raum, kennt ihre Gespräche. Dieses Wissen könnte für Dritte wiederum einen Wert haben.”

    Das ist ein Fall für den Datenschutz. :)

    Er stellt damit also nicht nur den Raum zur Verfügung, sondern auch sein Wissen über die User. Sein eigentliches “Kapital”. — Wollen wir das?

    Letztlich läuft es darauf hinaus: bleibt das Internet eine freie Informationsplattform? Oder verkommt es zu einer Art Privatfernsehen 2.0, wo man, für Gratis-Inhalte allerlei Schund über sich ergehen lässt und gute Inhalte bezahlt werden müssen?

    Im Moment stecken wir immernoch in der Pionierphase. Mit dem ganzen Idealismus und Vorwärtsdrang, der dazu gehört. Öde wird’s, wenn die “Gschaftlhuber” das Netz übernehmen.

    Aber, das ist das Tolle am Netz, es wird auch immer Räume zum freien Austausch geben. — Sofern der Zugang nicht irgendwann per Gesetz “erschwert” wird.

  12. Gacker am 10. September 2009 um 21:34 Uhr
  13. M am 15. September 2009 um 13:50 Uhr

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