Spießer Alfons: Die Pointe geht nach hinten los
Gestern in der „Ahrensburger-Zeitung-als-Stormarn-Beilage-im-Hamburger-Abendblatt“: Autor Matthias Popien hat sich an einer Glosse versucht. Geschrieben hat er über den TV-Auftritt des Duos Angela & Frank-Walter, der vorgestern Abend bei den Zuschauern für Langeweile gesorgt hat. „Yes, we gähn!“, titelte BILD so treffend.
Spießer Alfons wettet: Matthias Popien schrieb über das Kanzler-Geplauder, bevor er die Sendung überhaupt gesehen hat. Sonst wäre er ja wohl kaum auf die (mit Sicherheit unfreiwillige) Pointe gekommen:
„Drittens war die gestrige Sendung viel zu kurz. Nach den kurzweiligen und spannenden 90 Minuten mit Merkel und Steinmeier fiel jeder Sender wieder in die üble Angewohnheit zurück, ein eigenes Programm senden zu wollen.“
90 spannende und kurzweilige Minuten – wo hat Herr Popien denn diese Sendung gesehen? Im Krimi-Kanal…?
Tja, in der Redaktion des toten Holzes (= Druck auf Papier) kann man nicht immer so aktuell sein, wie man es als Journalist gerne möchte. Wer aber versucht, den Leser zu täuschen, der darf sich in diesem Fall nicht wundern, wenn der Leser nicht übers Fernsehen lacht, sondern über den Autor des gedruckten Wortes.
Twittern











Er könnt’s ja wirklich so empfunden haben, immerhin wohnt er in der Provinz … Oder es war eine gewollte Satire … Oder er ist einfach nur ein typischer HA-Redakteur.
Nachdem alle Kommentatoren – die gelernte, die ungelernten und die Selbstbeweihräucherer namens Journalisten – in gleicher Originalität das “Duell” zum ‘Duett’ machen, das noch dazu mäßig gespielt und offenbar lau komponiert war, mit einem Zuviel an Konzertmeistern und Dirigenten, schätze ich mal, dass es im Gegenteil, erfrischend unterhaltsam und lehrreich war.
Egal, der Simpsons-Film bleibt besser, ja, er wird von Mal zu Mal besser. All die Zuschauer des Haupt-TVs müssen den wohl auf DVD oder Blu-ray haben.
Auch wenn die Glosse nicht sonderlich gut ist: dass der oben zitierte Satz ironisch gemeint ist, sollte eigentlich jedem auffallen… die “kurzweiligen und spannenden 90 Minuten” sind genauso wie “die üble Angewohnheit, ein eigenes Programm senden zu wollen“ ganz offensichtlich das Gegenteil von dem, was der Autor meint – Ironie eben.
Aber da sieht man mal wieder warum man Ironie nicht in Artikeln verwenden sollte. Versteht eben nicht jeder.
@ Jonas
Kennst Du auch den Andrucktermin für diese Abendblatt-Beilage?
Ok, ist ein Argument… damit hast du völlig recht und ich bin viel zu sehr gewöhnt mir meine Informationen aus ständig aktualisierbaren Onlinemedien zu holen.