Steve Ballmer – der Buddha aus Redmond
Vergangene Woche hatte ich das große Vergnügen in einer kleinen, exklusiven Question & Answer-Runde zusammen mit Stephan Walcher und Sebastian Kuhbach Microsoft-Boss Steve Ballmer zu interviewen. Es waren nur 15 Minuten inklusive Warm-up. Dennoch hat es sich allein schon gelohnt, ihn dabei zu beobachten, wie er mit dem Verschluss seiner Cola Light-Flasche spielt und bei manchen Fragen verschmitzt in sich hineinlächelt. Ohnehin hatte Ballmer, den man auch als polternden, brüllenden und tobenden Manager kennt, in München bei der Vorstellung von Windows 7 einen sehr staatsmännischen Tag. Mir kam er teilweise sogar wie ein geruhsamer Buddha vor. Auf einer der späteren Keynotes kokettierte er gar mit seinem Bild als Microsoft-Bulldozer und warf sich in drohende Pose. (Mehr dazu in einer Reportage in Horizont). Hier gibt es nun schon mal das ein wenig aufbereitete gemeinsame Interview, bei dem für nachbohrende Fragen leider keine Zeit blieb.
Wahrscheinlich sind Sie selbst der beste Werber für Windows 7. Dennoch die Frage: Wird es auch eine Marketing-Kampagne zu Windows7 geben, nachdem bereits einige virale Spots zum neuen Betriebssystem im Web kursierten?
Ballmer: Wir haben viele Jahre lang kein Marketing für Windows betrieben. Zum Start von Win 95 gab es dann eine Reihe von Werbemaßnahmen. Im vergangenen Jahr haben wir uns für eine generelle Marketingkampagne entschieden. Es geht nicht um konkrete Produkte, sondern um den Windows-PC.. Es wird definitiv eine kontinuierliche Marketing-Kampagne rund um das Thema geben, die wir an die einzelnen Länder anpassen werden. Denken Sie dafür beispielsweise an die Kampagne „I’m a PC — proud of it“. Das werden wir für Windows 7 aktualisieren.
Welchen Einfluss wird Windows 7 auf die IT-Industrie und den PC-Markt haben?
Ballmer: Es ist ein Motivationsschub für den Markt. Ich mache aber keine finanziellen Vorhersagen, keine Prognose, ob es zu mehr Investitionen führt oder nur zu mehr Begeisterung. Eine Vorhersage für den PC-Markt ist beinahe so, als sollte man eine Aussage zur Entwicklung der Wirtschaftslage wagen.

(v.l. Kolbrück, Kuhbach, Walcher, Ballmer und Microsoft-Pressesprecher Thomas Mickeleit)
Apple hat gerade das Betriebsystem OS X Snow Leopard herausgebracht. Nun folgt Microsoft mit Windows 7. Was denken sie über Apple?
Ballmer: Es geht nur zum Teil um einen Wettbewerb der Betriebssysteme. Es geht in weiten Teilen um PCs gegen Mac. Und es geht in weiten Teilen um Businessmodell gegen Businessmodell. Die Schlüsselfrage ist daher nicht: Wer hat das bessere Betriebssystem? Natürlich wir. Aber am Ende des Tages zählt vor allem die Vielfalt der Hardware, die Hersteller, die Kosten der Hardware, der Support für Unternehmen. Sie können natürlich behaupten, Apple habe die cooleren Geräte. Aber sie haben auch die teuersten Geräte. Einen Mac bekommen sie außerdem nicht in allen Handelsketten. Das passt nicht zu ihrem Distributionsmodell. Gerade aber hier in Deutschland sind solche Distributionskanäle sehr wichtig.
Windows 7 wirkt wie eine bessere Version von Vista. Warum haben sie also so viel Zeit damit verbracht?
Ballmer: Ohne Windows Vista wäre Windows 7 niemals so gut wie es heute ist. Es profitiert davon, dass wir immer besser verstehen, was der Kunde wünscht. Jetzt denken wir schon wieder intensiv darüber nach, was nach Windows 7 kommt.
Was sind die nächsten Ziele und Projekte?
Ballmer: Es gibt eine Menge guter Ideen, was in Zukunft getan werden muss. Wir wollen Office 2010 fertigstellen und veröffentlichen. Wir haben gerade Windows Phone gestartet. Und es ist klar, dass wir noch mehr Kombinationsmöglichkeiten zwischen Windows Phone und Windows PC bieten möchten. Windows Live ist ebenfalls von
wachsender Bedeutung. Die Nutzer sehen es gegenwärtig vor allem als Lösung für Hotmail und Messenger. Aber wir wollen es zu einem wesentlichen Dienst ausbauen, der das Windows-Erlebnis komplettiert. Im kommenden Jahr gibt es zudem einen größeren Xbox-Release rund um das Projekt Natal. Was mich am meisten elektrisiert, ist die Frage, wie wir Windows in die Lage versetzen, das TV zu steuern. Das Fernsehen als großer Bildschirm für TV und Internet. Dafür braucht es keine neue Windows-Version, wir müssen dafür mit den Hardware-Jungs zusammenarbeiten.
Stichwort Pläne: Microsoft hatte Zune HD einst auch für Deutschland angekündigt. Wo bleibt der Player?
Ballmer: Man muss Zune von zwei Seiten sehen. Es ist ein Service und es ist ein Stück Hardware. Als Plattform-Service wird es Zune auch in Europa geben. Wir wollen es zu einem Teil von Windows Live und Windows Phone machen. Das bedeutet nicht, dass es Zune in Europa als Hardware-Produkt geben wird. Der Musicplayer-Markt ist nicht sehr groß. Da müssen wir nicht in Wettbewerb treten. Aber die Software und das Zune-Erlebnis sollen sich definitiv auf dem PC, auf Windows Phone und dem TV wiederfinden.
Interview: Olaf Kolbrück (off-the-record.de), Sebastian Kuhbach (winfuture.de), Stephan Walcher (prometeo.de)
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Hmm… irgendwie liest sich die Übersetzung nicht flüssig. Bei fast jedem “TV” liest sich das wie ein unglücklich übersetzter Text.
Musste der arme Herr Ballmer bei Ihnen etwa aus der Flasche trinken?
@Jander
Hm,drübernachdenk
@Claus Thaler
das ist halt seine zupackende, direkte Art. Es gab Gläser, er wollte keines.
Hoffentlich hat der Herr Ballmer ordentlich was springen lassen. Soviel Eigenwerbung in einem einzigen Interview. Wow!
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