Spießer Alfons klärt auf zum Thema “Sex in der Werbung”
Soeben erreichte den Spießer eine Anfrage von Anke. Sie weist auf die Website von Bluehummer hin und möchte wissen: „Können Sie mir erklären, warum die für ihre Autovermietung unbedingt eine halbnackte Frau erscheinen lassen?“
Nun, liebe Anke, noch mehr hätte es den Spießer gestört, wenn Bluehummer dort einen halbnackten Mann hätte erscheinen lassen. Was daran liegt, dass Alfons eine Frau von Natur aus als schöner empfindet als das männliche Geschlecht.
Der Spießer klärt Sie aber gerne auf, warum solche Bilder immer wieder in der Werbung Reklame zu sehen sind: Es waren Männer, die sich das ausgedacht haben. Und diese Männer waren geil darauf, eine hübsche Frau im Evaskostüm zu sehen, und zwar live! So was kostet — zum Beispiel im Dollhouse auf der Großen Freiheit in Hamburg-St.-Pauli — richtig Kohle. Und dieses Vergnügen muss man dort aus eigener Tasche bezahlen.
Anders in der Werbung: Die Frauen, die sich dort ausziehen, werden vom Kunden der Werbeagentur bezahlt, im vorliegenden Fall also
von Bluehummer. (Dafür durfte der Werbeleiter dieser Firma auch beim Shooting dabei sein und dem Mädchen aus dem Mantel helfen!)
Und damit das Finanzamt keinen Verdacht schöpft bei Vorlage der Rechnung, hat der Artdirektor das Produkt, also das Auto, mit ein paar Stricheleien versehen, die sich auf der Brust des Models fortsetzen. Das soll, so vermutet der Spießer, sichtbaren Elektrosmog symbolisieren oder so was Ähnliches, das vom Auto ausgeht.
Dass der jungen Frau das Ganze peinlich war, erkennt man daran, dass sie sich mit einer dunklen Brille getarnt hat.
Ach ja, und noch mal zurück zu Ihrer Eingangsfrage: Hätte Bluehummer das nicht so gemacht mit dem halbnackten Mädchen … Sie, liebe Anke, hätten diese Website nicht an Spießer Alfons weitergeleitet, und Bluehummer hätte dann auch nicht diese tolle Verlängerung seiner Online-Werbung bei otr bekommen. Sie sehen: Wie man’s auch macht, es ist immer richtig verkehrt.
PS: Anke, Sie sind doch nicht etwa für die PR von Bluehammer zuständig…?!?
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Wow, das ist eine der schlechtesten Reklamen, die ich seit langem gesehen habe. Dagegen ist selbst die Chilli-Dildo-Werbung hot.
“… geil darauf, eine Frau im Evaskostüm zu sehen …”, ja schon, wenn bloß die Silikon-Implantate nicht wären.
Ich glaub, die Herren hatten bei der Malerei auf der Brust ganz andere Hintergedanken als Smog.
Danke für diesen Text! Aber warum werden Produkte für Frauen ebenfalls mit halbnackten bis nackten Models beworben? Wird sich mir nie erschließen.
@emanuela: weil die AUCH von Männern gemacht wird. Logisch, gell?
Nackt geht auch stilvoll. Schöne Bilder ohne Sonnenbrille gibt es auf meiner Website.
das verstehe ich schon, nur – will Werbung nicht irgendwas verkaufen? Alle Frauen, die ich kenne, regen sich über die nackten “Models” auf, die uns Haarspray o.ä. andrehen wollen.
Eigentlich idiotisch, das Ganze. Eine gigantische Zielgruppe wird einfach vernachlässigt, weil halt die Hose juckt.
@ emanuela
..weil Frauen halt trotzdem Haarspray kaufen, werten das die entsprechenden Herren als Erfolg ihrer Werbung und als Legitimation zur Fortsetzung.
Erst wenn Frauen gezielt nichts mehr kaufen, das mit nackten oder halbnackten Frauen beworben wird, ist evtl. ein Umdenken denkbar.
@ emanuela @ comicfreak
Und wie ist das mit den Anzeigen für Dessous und Bikinis…? Oder werden die von Männern gekauft…?
(Achtung: bei diesem Kommentar handelt es sich natürlich um einen spießigen Werbegag!
)
By the way: Warum sind auf Frauenzeitschriften so gut wie immer Frauen abgebildet?
“Und wie ist das mit den Anzeigen für Dessous und Bikinis…? Oder werden die von Männern gekauft…?”
..ja, und immer zu klein, was zu vermehrten Depressionen, Frustfuttern und dadurch zum Kauf der erwähnten Frauenzeitschriften führt.
“By the way: Warum sind auf Frauenzeitschriften so gut wie immer Frauen abgebildet?”
..damit die frustierend beschenkten Frauen die Diäterfolgsfrau in der richtigen Kleidergröße für die vom Freund erhaltenen Dessous auswählen können.
(Achtung: bei diesen Komentar handelt es sich nicht um Klischeeaufzählungen, sondern Erfahrungsberichte)