Der Wert von Geschichten
Es war wahrscheinlich an irgendeinem Lagerfeuer in der Savanne, als der Schamane merkte, wie sich das Interesse an seinen Tinkturen steigerte, wenn er dabei von Geistern, Dämonen, Einhörnern und Feenwesen erzählte, denen er das Gebräu entrissen hatte. Später machten Quacksalber auf Marktplätzen immer dann gute Geschäfte, wenn sie ihre Mittelchen mit wundersamen Geschichten anreicherten.
Selbst die 10 Gebote wirken anders, weil sie jemand bei Blitz und Donner auf Steinplatten von einem Berg geholt hat. Wären sie schlicht in einem Wüstenzelt bei Ziegenmilch und Brot in einer Plauderrunde entwickelt worden, wer weiß, was dann aus ihnen geworden wäre.
Denn es waren immer schon gute Geschichten die Menschen hören wollten. Sie wollen Stoffe, die sie aus ihrem Alltag holen, die sie weiter erzählen können, um im Ansehen ihres Zuhörers zu steigen, um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Und: Die Menschen werden sich dort versammeln, wo die besten Geschichten erzählt werden.
Das ändert sich auch nicht in der Social Media-Welt. Wer den Kanal schlicht als Werkzeug für schlichte Lobpreisungen versteht, der missversteht ihn und missversteht den Menschen. Auch in der digitalen Welt sind es vor allem Geschichten, die die Menschen hören wollen.
Das beweist beispielsweise der Erfolg von @tiny_tales mit dem Florian Meimberg binnen weniger Tage bei Twitter über 1000 Follower versammelte.
Es geht aber nicht allein um die Geschichte. Es geht auch darum, wie man sie erzählt. Gut erzählt kann sie überall funktionieren. Der Kanal ist dann zweitrangig und lediglich eine Frage der Umstände.












Ehrlich gesagt: Ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob man als Werber dem Storytelling noch so viel Aufmerksamkeit schenken muss. Eine gute Geschichte sollte selbstverständlich sein, aber nicht mehr der Fokus.
Insofern widerspreche ich auch der Aussage Menschen würden sich dort versammeln, “wo die besten Geschichten erzählt werden.” Denn daran haben neue Kommunikationsmittel und -formen durchaus etwas geändert. Es ist doch zunehmend so, dass sich Menschen dort treffen, wo sie am leichtesten hinkommen. Deshalb schon lang diskutiert: Service statt Botschaft.
Ein Beispiele, das ich meine: “find it” by eBay http://bit.ly/qRwi
Ich glaube es gibt ein riesiges Potential an kreativen Marken- und Produktzugängen, die jede noch so gut erzählte Geschichte schlagen, wenn sich letztere nur ihrer selbst genügt.
Also ich stimme da auf jeden Fall zu. Besonders wer in sozialen Medien erfolgreich sein möchte, muss in erster Linie interessant sein. Warum sollte ich sonst den Updates folgen?
@stephanfischer: Das schließt sich m.E. gar nicht aus. Denn wer Geschichten erzählt, der wird auch leichter gefunden übrigens ein coole Idee von eBay).