Murdoch und der Poker mit der Google-Sperre
“Harakiri”, “Altersstarrsinn”, “Dumm” – im Web wird für Medienzar Rupert Murdoch der Schwanengesang angestimmt, nachdem dieser nun angedroht hat Google von den News-Websites auszusperren. Technisch ist das jederzeit mit ein paar Mausklicks möglich. Murdoch, der das Web ohnehin als Kriegszustand begreift und Suchmaschinen für das Abfischen von Nachrichten zur Kasse bitten wollte, ist aber nicht von allen guten Geistern verlassen.Â
Murdoch mag zum einen auf Nachahmer hoffen. Medienmanager, die dem Web 2.0, Google und Co liebend gerne mit inquisitorischen Mitteln auf den digitalen Pelz rücken würden, gibt es genug. User-Generated-Content, Blogs und Twitter sind Dinge, die sie nicht verstehen, nicht verstehen wollen und wohl am liebsten mit einem juristisch ummantelten Mauerbau in die digitale Banlieue treiben würden.
Link-Ökonomie verstehen sie nicht, missverstehen sie bestenfalls als Ketzerei. Leser via Google betrachten Manager wie wohl auch Murdoch als illoyale, vernachlässigbare Herumtreiber. Murdoch könnte also eine Allianz von Gleichgesinnten finden. Er weiß, wie Thomas Knüwer schon angesichts der Paid-Content-Debatte zurecht bemerkte, um seine Funktion als Trendsetter.
Doch Vorsicht:
Es geht ihm letztlich aber wohl weniger um eine restaurative Politik, als vielmehr um den psychologischen Schlachtenlärm. Murdochs Kampfansagen erinnern an Chruschtschows wohlkalkulierten Wutausbruch vor der UN, als dieser mit einem Schuh auf das Rednerpult schlug. Angst vor irrationalem Verhalten schüren und so den Gegner an den Verhandlungstisch zwingen. Zugleich aber auch Glaubwürdigkeit erzeugen, bei jenen, die mit am medialen Pokertisch sitzen.
Denn Murdoch ist weder dumm, noch lebensmüde, wie manch einer im Web glauben mag. Er ist eher ein guter Pokerspieler, der nicht nur weiß, wie man einen Bluff glaubwürdig verkauft, sondern sicher auch weiß, dass man Schwäche am besten durch Stärke kaschiert. Er weiß auch, dass das Spiel über mehrere Runden geht und man das Spiel auch mit schlechten Karten gewinnen kann, wenn sich die Mitspieler am Tisch verzocken.
Denn für Murdoch ist Google nur scheinbar DER alleinige Gegner. Er spielt zugleich auch gegen alle anderen Mitwerber am medialen Tisch. Es mag Murdoch genügen, wenn diese ihre Karten und seine Pläne falsch einschätzen. Wenn sie dem Trendsetter glauben, dessen Paid-Content-Pläne sich schon verzögern, und auf eine murdochsche Verheißung zurennen, die ein Abgrund ist. Murdoch muss dann nur einen Schritt hinter ihnen bleiben. Denn abgerechnet wird zum Schluss.



















Google so: Pffff.
http://www.telegraph.co.uk/tec.....ts-to.html
Das Web hat eine Phrase dafür: EPIC FAIL!
Murdoch mag am Ende einen Schritt hinter Google sein, doch letztendlich geht es doch um die User und ich denke nicht, dass dieser geschlossen mitrennen wird.