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Spießer Alfons: Ausgeburt eines kranken Gehirns? Oder einfach nur besoffen…?

18. November 2009
von

beerreborn.jpgWir sehen eine Flasche. Diese Flasche hat ein Etikett. Darauf lesen wir: „Karlsberg Mixery Blend Bier + Bier + X“. Und die Headline der Anzeige lautet: „Das Bier der neuen Generation. Beer reborn“.

„Beer reborn“…? Das bedeutet: wiedergeborenes Bier. Und lässt an Reinkarnation denken, also an eine Wiederverkörperung. Doch um dahin zu kommen, muss erst mal eine Exkarnation stattgefunden haben, sprich: ein Sterben.

Was sagt uns der Werbetexter damit? Er sagt: Karlsberg, das bekannte Bier, ist tot. Und das wiederverkörperte Getränk besteht nicht nur aus Bier, sondern auch aus Bier. Und aus X, also einer Unbekannten. Was weder dem deutschen Reinheitsgebot für Bier entspricht, noch den Vorstellungen eines Biertrinkers, der nichts Unbekanntes in seinem Gerstensaft haben möchte.

Und dann kommt das Unglaubliche: Das Bier hängt an einer Nabelschnur — siehe die Abbildung! Woraus wir erkennen: Die Werbegestalter, die das in die Werbewelt gesetzt haben, haben offensichtlich zuviel produktgetestet, was meint: besoffen waren sie, die Kerle!

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Ausgeburt eines kranken Gehirns? Oder einfach nur besoffen…? ”

  1. Peter am 18. November 2009 um 12:32 Uhr

    Auf Nabelschnur wär ich jetzt nicht gekommen. Für mich sieht das eher aus wie etwas braunes, zähflüssiges, welches der Falsche entfleucht, aus…

    Aber mehr irritiert mich die Aussage “Jetzt im Bierregal platzieren”. Will der Werber uns damit sagen das man das Zeug gar nicht kaufen soll?

  2. Dierk am 18. November 2009 um 13:47 Uhr

    Peter, könnte das ‘ne B[eer]-toB[eer]- Anzeige sein, ZG LEH-Marktleiter?

    Bei Beer Reborn habe ich sofort daran gedacht, wie ich das Bier runterspüle, es in meinem Magen vernichte – und es einige Zeit später wiederkommt, durch die gleiche Öffnung, in die es rein ging. Nicht. Wirklich. Schön.

  3. Quetschei am 18. November 2009 um 14:33 Uhr

    Völlich bekloppte B 2 B Az.! Nicht mal der Eyecatcher “Nabelschnur” ist schön anzusehen.

    Das wirklich Schlimme daran ist, dass die zur Verantwortung zu ziehende Agentur der Marketingabteilung von Karlsberg für diese Entgleisung richtig viel Schotter aus der Tasche ziehen wird. Aber selber Schuld! Mann Mann Mann …

  4. Kowalski am 18. November 2009 um 15:11 Uhr

    Nabelschnur? Wieso denn Nabelschnur??? Ich halte das für einen künstlichen Darmausgang. So bekommt die Sch…. wenigstens halbwegs Sinn. ;)

  5. Doc Holiday am 18. November 2009 um 16:54 Uhr

    Auch “Taste Tuned” ist für meinen Geschmack schon etwas makaber. Die sind wohl etwas zu lange damit schwanger gegangen.

  6. Arnulf am 18. November 2009 um 19:15 Uhr

    Aber immerhin gut zu wissen, dass der Marktleiter das im Bierregal platzieren soll. Nicht dass es versehentlich bei der Babynahrung landet…

  7. Der B aus H an der E am 19. November 2009 um 09:30 Uhr

    Ja ja, morgen ist schon wieder Freitag — “schließt es mir gleich an die Venen an!”. Muss jetzt auch spontan an die Drawn Together Folge denken, in der Foxy Love feststellt, wie viel Bier in sie reinpasst… klonk, klonk, klonk. Geschmackfrei.

  8. Flug am 19. November 2009 um 13:16 Uhr

    Ich finde es hat im Bierregal nichts zu suchen. Das deutsche Reinheitsgebot ist eindeutig. Und Getränke die nicht danach gebraut sind oder weitere Zusatzstoffe enthält, darf nicht als Bier bezeichnet werden. Eine Schande ist das mit den ganzen Mixgetränken, reine Geldmache!

  9. Hans P am 19. November 2009 um 14:25 Uhr

    Es gibt leider inzwischen genügend Leute, die diese ganze verrührte Plörre saufen. Inhaltsstoffe oft: Bier nach Reinheitsgebot, Aromen, Süßungsmittel, Konservierungsmittel und Sirup.
    Sowie entweder null oder Plaste-Elaste-Geschmack. Nu ja, über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber warum erst sauberes Bier brauen, um es dann zu verpanschen? Warum trinken? Warum kaufen, wenn man sich doch zuhause auch selbst ins Bier kippen kann, was man will, und Leitungswasser unschlagbar günstig zu haben ist?

    Jetzt weiß ich: Bier ist teurer als Wasser und Trendgesöff ist noch mal teurer. Eine Flasche mit Bier und Wasser kann ich demzufolge deutlich teurer verkaufen und eine nochmal deutlichere Gewinnspanne einfahren, als wenn ich dem Verbraucher gegenüber aufrichtig bin. Und die Werber braucht es, damit sie die Leute mit kreativen, aber nichtsagenden Floskeln dazu bringen, mir das Geld für die Plörre in die Hand zu drücken.
    Und der Einzelhandel macht das mit und versaut sich selbst die qualitätsbewusste Kundschaft. Hinterher wundern sie sich, dass der Kunde nur nach dem Preis geht.

ivw