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Spießer Alfons: Post an Wagner (41)

2. Dezember 2009
von Spießer Alfons

HDZ_1.jpgLieber Gossen-Goethe,

Eurer heutigen Post an das deutsche Volk entnimmt der Spießer, dass Ihr mit Alfons etwas teilt, und zwar den christlichen Glauben. Allerdings ist Euer Merkwürden trotz Kreuz auf der Stirn zu einem Scheinheiligen geworden.

Als Christ, großer Goethe der Gosse, muss man die Zehn Gebote beherzigen. Oder zumindest versuchen, dieses zu tun. Ihr weist zwar auf das dritte Gebot hin, dass der Mensch den Feiertag heiligen soll, und haltet es für grotesk, dass das Bundesverfassungsgericht das bestätigen muss, aber Ihr für Eure Person denkt nicht daran, die Gebote der Christenheit zu befolgen. So zum Beispiel das Gebot Nr. 8, welches lautet: “Du sollt nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten!” Das bedeutet uner anderem: Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unseren Nächsten nicht belügen!Wagnerkirche.jpg

Ihr, Franz Josef Wagner, habt Eure Nächsten, nämlich Eure Leser belogen. Indem Ihr jenen versprochen habt, dass Ihr Euer Weihnachtsgehalt an arme Babys in Afrika spenden wollt, genauso wie Philipp Lahm die gleiche Summe als Spende nach Afrika schicken wollte. Bis heute jedoch habt Ihr Euer Versprechen, das Ihr öffentlich abgegeben habt, um Euch ein liebenswürdiges Image im ganzen Lande zu verschaffen, nicht eingehalten. Und falls Ihr es heimlich doch gemacht habt, haben wir BILD-Leser ein Recht darauf, dass es genauso publik gemacht wird wie Eure Absicht, das Gute zu tun.

Euer Chefredakteur, der Blogger Kai, macht derzeit auf cool und witzig. Die Frage des Spießers, warum er als Chef der BILD-Zeitung nicht dafür sorgt, dass seine Mitarbeiter ihr Wort halten, ist bis heute unbeantwortet geblieben. Vielleicht fragt die taz den Kai mal danach…?

Goethe der Gosse, der Spießer wünscht Euch, dass Ihr das Weihnachtsfest in diesem Jahre, so Ihr Euer Wort nicht gehalten habt, in der Gosse verbringen möget. So wie viele arme Babys in Afrika es leider tun müssen.

Schmerzlichst

Euer

Spießer Alfons

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Post an Wagner (41) ”

  1. gnarf am 2. Dezember 2009 um 14:57 Uhr

    Lieber Spießer,

    Danke für’s “dran bleiben” – einer muss es ja tun.

    Horrido!

  2. Peter am 2. Dezember 2009 um 15:42 Uhr

    vllt. kommt Pimmel-Kai bei der ganzen Bloggerei gar nicht mehr dazu in seiner Bude nach dem rechten zu sehen?

  3. Reza Djavadian am 2. Dezember 2009 um 17:22 Uhr

    “be a star with the star” wäre mein Vorschlag für ein Slogen an Daimler

  4. Joewe am 2. Dezember 2009 um 19:58 Uhr

    Diejenigen, die am meisten gegen das Sonntags- oder auch nur das Nachtarbeitsverbot lamentieren, sind doch meistens die größten Nutznießer:

    Spät abends noch essen gehen, Sonntags in den Zoo oder ins Theater, und wehe, es ist mal kein Arzt da, wenn man sich mitten in der Nacht am Gurkenglas geschnitten hat.

    Was das alles mit Gott zu tun hat? ÃŽch weiß es nicht. Sind diejenigen gottlos, die am Sonntag Alte und Bedürftige versorgen? Ganz sicher nicht! Warum also Verkäufer?

    Und warum arbeitet sich Alfons noch immer an diesem Menschen ab? Der ist nichts wert, der hat den Einfluss des Horoskops in seiner Zeitung…

  5. Spießer Alfons am 2. Dezember 2009 um 22:05 Uhr

    @ Joewe

    Ich gehe mal davon aus, dass Du auch am Sonntag arbeiten musst und deshalb gleiche Pflicht für alle forderst. Aber Sonntag ist nun mal ein Feiertag. Wer Familie hat, wird das begrüßen. Dass es Menschen gibt, die arbeiten müssen (Pflegepersonal, Busfahrer, Piloten, Ärzte und nicht zuletzt Pfarrer) ist etwas anders zu sehen als Verkäufer/innen, die ohne Grund müssen. Ich denke, dass die schon lange verlängerten Öffnungszeiten an sechs Tagen pro Woche reichen. Und für “Notfälle” gibt’s auch noch die Tanke.

    Übrigens; Wenn alle Menschen am Sonntag arbeiten müssten, dann hätten sie auch keine Zeit, am Sonntag zum Einkaufen zu gehen! :)

    Warum ich mich an Wagner abarbeite? Frage mal einen politischen Journalisten, warum er sich immer noch an den Politikern abarbeitet! ;) Und: Der Einfluss des Horoskops in BILD ist größer als Du vielleicht ahnst!

  6. Dierk am 3. Dezember 2009 um 10:19 Uhr

    Wieso müssen Piloten oder Busfahrer arbeiten? Ich kann noch nachvollziehen, dass es Ausnahmen vom Arbeitsverbot für lebenswichtige Berufe gibt – Notärzte, Krankenschwestern, -brüder und -pfleger, oder im Sicherheitsbereich – Polizist, Soldat [man stelle sich vor, am WE gäbe es keine einsatzbereite Bundeswehr, der Russe, Taliban oder wer immer gerade Rot trägt, würde doch sofort einmarschieren, mitten in das nachkirchliche Besäufnis*!]. Ich sehe allerdings keinerlei zwingende Gründe, Tankstellen offen zu halten, Busse und Bahnen fahren, Flugzeuge fliegen zu lassen, Blumenläden und Konditoreien geöffnet zu halten …

    Nichts gegen einen offiziellen Ruhetag in der Woche für alle, aber dann bitte auch keine Komfortausnahmen.

    *Da ich nicht aus einer katholischen Gegend stamme oder in einer wohne, habe ich jetzt vergessen wie das korrekt heißt.

  7. Nik am 3. Dezember 2009 um 11:44 Uhr

    Es soll ja durchaus Leute geben, die kein Auto haben. Wie kommen die dann am Sonntag zu Mutti. Taxi ist ja auch stillgelegt, 20km laufen bei 5 Grad macht auch keinen Spaß, weil der Braten nach 10km weg ist und wenn man Ziel ankommt wieder hunrig ist. Also bleibt man zu Hause und liest ein Buch, weil kein Fussball gespeilt wird, denn: Sky-Mitarbeiter haben frei, Fussballer deswegen auch.

    Ich bin durchaus dafür, dass unwichtige Sachen (einkaufen etc.) auch am Samstag oder Montag gemacht werden, aber die Welt sollte nicht stillstehen am Sonntag.

  8. Dierk am 3. Dezember 2009 um 14:25 Uhr

    Also, zumindest strenggläubige Juden nehmen auch das Reiseverbot am Sabbath sehr ernst, oder den Verbot jeglichen Geldverkehrs [bis hin zum liegenlassen von gefundenem Geld]. Klar, Christen können das nicht …

  9. Arnulf am 3. Dezember 2009 um 14:44 Uhr

    Nun ja. In anderen Ländern verbieten Christen den Bau von Minaretten, in Deutschland schreiben sie den Un- und Andersgläubigen vor, was diese am Sonntag zu tun haben. So viel zum Thema Toleranz (oder laizistischer Staat).

  10. Klecks am 3. Dezember 2009 um 14:54 Uhr

    @ Arnulf

    Richtig ist, dass nur Christen am Sonntag frei haben dürfen, schließlich basiert der Sonntag nicht auf Woolworth, sondern auf Bibel. Und wer keine Kirchensteuern zahlt und trotzdem alle christlichen Feiertage mitfeiert, statt zu arbeiten, der ist ein Schmarotzer.

  11. Dierk am 3. Dezember 2009 um 17:27 Uhr

    Klecks, das neue Urteil spricht m.W. explizit von einer nicht-religiösen Bindung.

    Ach ja, ich bin Atheist, aber sowas von. Die bisher kolportierten Gründe des Gerichts sind mir aber einsichtig; ob es dringend der Sonntag sein muss … nun ja, ergibt sich einfach aus der langen [christlichen] Tradition. Bei der andauernden Abschaffung von Feiertagen wäre es mir immer lieber gewesen, dediziert Christliches verschwindet. Ich hätte lieber immer noch den 17. Juni statt des 2. Weihnachtsfeiertages. Na ja, Hamburg hat eh die wenigsten …

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