Spießer Alfons: Pflegeverunsicherung
Viele Menschen haben einen Sprung an der Hacke, nämlich einen Riss in der Hornhaut. Solche schmerzhaften Einkerbungen nennt man auch Schrunden. Und dagegen gibt es was aus Drogerie und Apotheke, nämlich eine Schrunden-Salbe. Wie zum Beispiel von der Firma Scholl. Schmiert man die auf die Hacken, dann soll das raue, trockene und rissige Fersen regenerieren. So der Hersteller.
Für eine Schrunden-Salbe mit dem Namen „Gehwohl med.“ zeigt der Hersteller an: „Wer Schrunden hat, muss was dagegen haben“ — siehe die Abbildung!
Und dann gibt es noch eine weitere Salbe. “Soano” heißt die. Als Spießer Alfons auf die Tube guckte, da las er, dass es sich hier um eine „Schrunden-Pflegesalbe“ handelt, was meint: Damit werden Schrunden nicht beseitigt, sondern — im Gegenteil — gepflegt! Was in einer Unterzeile noch einmal ausdrücklich bestätigt wird: „Spezialpflege für verhornte Haut“
Genauso, wie der Spießer kein Warzenmittel kauft, um eine Warze zu pflegen, genauso wenig will er eine Salbe haben, die Schrunden und verhornte Haut pflegt, sondern eine Salbe, die beides beseitigt. Also eine, die dagegen wirkt und nicht dafür.
Kurz gesagt: Wir pflegen kranke Menschen. Aber warum sollten wir deren Krankheiten pflegen?!
Twittern











