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2010 – Et kütt nix wie et wor (ein Rückblick)

29. Dezember 2009
von

Bevor ich auch hier am Sonntag ernsthaft das Jahr 2010 extrapoliere, wohlweißlich mit dem Daumen im Wind und dem Kopf im Sand, schnell noch, wie schon 2009, den Rückblick auf 2010 und die medialen und kommunikativen Protuberanzen.

Januar:
Sascha Lobo nimmt ein Offline-Jahr. Zu Weihnachten soll dazu das Buch erscheinen „Wir nennen es Alltag – die digitale Bohème oder intelligentes Leben jenseits des Wlan”. Im Februar wird er Testimonial für Manufactum.

Februar:
Die neue Facebook-Währung „Facebucks“ wird vom IWF als gültige Tauschwährung anerkannt. Der Kurs zum Euro beträgt im vorbörslichen Handel 4,711.

März:
Veronica Ferres spielt Angela Merkel in dem Ostern-Dreiteiler „Die Krise“, produziert von Nico Hoffmann und Johnny Haeusler.

April:
Die deutschen Verleger begrüßen die Abschaffung der Mehrwertsteuer bei Tageszeitungen. Der Begriff Mehrwertsteuer habe bei Lesern zuletzt immer falsche Erwartungen geweckt, heißt es zur Begründung. Gleichzeitig kritisieren die Verleger die Pläne als unzureichend. Nötig sei auch ein erweiterterter Zitatschutz unterhalb von 140 Zeichen. Andernfalls seien tausende von Arbeitsplätzen gefährdet. Wahrscheinlich sogar zwei mehr.

Mai:
Roland Koch fordert die Einrichtung einer öffentlichen-rechtlichen Community für die Social-Media-Grundversorgung. „Ich glaube, dass da Dinge nicht so laufen, wie sie laufen müssen und laufen können“, sagt Koch. Als CEO eines solchen Networks ist Franz Josef Jung im Gespräch.

Juni:
Das ZDF nimmt „Bianca – Wege zum Glück“, „Traumschiff“ und „Alisa“ aus dem Programm und sendet stattdessen vermehrt Dokus und Politsendungen. Die Quoten sinken. Bild titelt: „Der Irrsinn mit unseren TV-Gebühren” und schreibt weiter: “Zwangsgebühren! Was kriegen wir dafür? Immer mehr Sendungen, die keiner guckt.“

Juli:
Bei der WM 2010 kommt es zum Skandal, als das Ergebnis des Finalspiels vor dem Ende der zweiten Halbzeit bei Twitter publik wird. Als erster Verein zieht Preußen Münster die Konsequenzen und ordnet ein Twitterverbot im Stadion an.

August:
Ikea bringt eine Augmented-Reality App heraus, die der Wohnung automatisch die passenden Möbel hinzufügt.

September:
Die offizielle Fanpage von Aldi bei Facebook erreicht als erste deutsche Fanpage über 1 Million Freunde.

Oktober:
Jörg Pilawa übernimmt nach „Wetten dass“ auch die Moderation des „Heute-Journal“. Gleichzeitig will er auf die Sendung „Pilawa“ verzichten. „Pilawa!“, „Frag Pilawa“ und „Ja – Pilawa“ laufen aber weiter. Zudem soll er ab 2011 neben dem Jahresrückblick auch einen Monatsrückblick moderieren. Bei ZDFNeo moderiert er zudem ab Januar 2011 zusammen mit Sascha Lobo das tägliche Frage-Format „Formspring“.

November:

Coca-Cola und Pepsi verkünden in einer gemeinsamen Erklärung den Verzicht auf klassische Werbung. Facebook dementiert Interesse an einem Kauf von Google.

Dezember:
Angela Merkel wird Mayor Bundestag bei Foursquare.

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Kommentare zu “ 2010 – Et kütt nix wie et wor (ein Rückblick) ”

  1. ramses101 am 30. Dezember 2009 um 00:01 Uhr

    Ah, siehste mal wieder, wusste ich doch, dass die Idee zu meinem Jahresvorausrückblick nicht von mir war. Wo ich deins jetzt lese, frag ich mich natürlich, wie ich google vergessen konnte. Aber dafür hab ich 12 x zu Guttenberg.

    Guten Rutsch @Olaf und @Alfons

  2. OlafKolbrueck am 30. Dezember 2009 um 09:49 Uhr

    @ramses101
    Es kommt ja nicht auf die Idee an, sondern auf die Pointe. Dein 2010 ist/war jedenfalls ein sehr heiteres. Freu mich drauf. Dir guten Rutsch!

  3. Daniel Große am 30. Dezember 2009 um 13:24 Uhr

    Göttlich! :-)

  4. °flo am 30. Dezember 2009 um 14:53 Uhr

    Hahaaa! Love it!
    Guten Rutsch und Grüsse aus Holland.

  5. Markus Merz | Hamburg St. Georg am 31. Dezember 2009 um 21:10 Uhr

    Re.: IKEA Augmented-Reality App

    Mist, woher weißt Du das? Ist doch streng geheim.

  6. Ruben am 1. Januar 2010 um 15:10 Uhr

    Hmmm, wie hoch war die Trefferquote letztes Jahr? ^^… jedenfalls sehr unterhaltsam, wäre auf jeden Fall ein sehr spannendes 2010, aber das wird es so oder so, ganz gleich ob die Vorhersagen eintreffen (oder aber nicht).

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