Neue Zeiten, neue Werte
McCann-Erickson wirbt in eigener Sache, und zwar damit, dass die Agentur in der Handelblatt-Studie „Agentur Images 09“ auf dem 4. Platz liegt in der Kategorie „Integrierte Kommunikation“ – siehe die Abbildung!
Moment mal, war das nicht mal was? War McCann-Erickson nicht dermaleinst in Gestalt des Großen Häuptlings Helmut Sendlmeier auf den Kriegspfad gegangen, als Wettbewerber Grey es mit dieser Studie getrieben hat, nämlich Werbung ? Spießer Alfons erinnert sich noch lebhaft, dass die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen McCann-Erickson und Grey dahingehend zum Ende gekommen war, dass Grey sich damals verpflichtet hatte, nicht mehr mit der umstrittenen Handelsblatt-Studie „Agentur Images 2005“ zu werben. Und nun wirbt McCann-Erickson mit „Agentur Images 2009“…?
Helmut Sendlmeier, von Spießer Alfons hierauf angesprochen, erklärt: „Wir hatten damals Einspruch erhoben, weil die Studie keine Validität gehabt hat und deshalb genauso sinn- wie nutzlos gewesen ist. Von den 60 Probanden waren damals 40 Junior-Produkt-Manager. Heute ist die Handelsblatt-Studie mit ca. 400 Befragten markforschungstechnisch seriös.“
Zwar hat McCann-Erickson nur den undankbaren 4. Platz belegt, also kein Edelmetall gewonnen, aber unter 23 Agenturen so weit oben zu stehen, ist ja schon ein beachtlicher Leistungsbeweis, zumal DDB nur Platz 7 erreicht hat und Grey sich mit Platz 9 zufrieden geben muss.
Was den Spießer aber am meisten interessiert: Haben Jung von Matt, Serviceplan und Scholz & Friends sich an dieser Anzeige finanziell beteiligt…?
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Und warum sind in der Top20 nicht 20 sondern 23??? Stecken da die Illuminati dahinter?
@ Ruben
Das habe ich mich auch gefragt. Ich denke mal: TOP steht für: Tagesordnungspunkt.
… oder liegt es doch daran, dass diesmal – bei einer ebenso sinnfreien “Studie” – McE ganz weit oben steht, noch dazu auf einem Platz, der die Eigenwerbung bescheiden* erscheinen lässt?
*Und den Weg öffnet für: ‘Dieses Jahr heißt es für uns, 3 Plätze gut machen!’
Handelsblatt? Ich frag mich warum es für solche Rankings noch keine Google-Anwendung gibt?
@ Frank
Soviel mir bekannt ist, kann man das Handelsblatt auch ohne Google lesen, wenn man es abonniert oder am Kiosk kauft.
Solange Marketingleiter/Entscheider sich von dummen/klugen Rankings leiten lassen, wird das Gerangel darum logischerweise weitergehen. Vielleicht würden die Agenturen auch lieber etwas anderes machen, darüber nachgedacht?
(Z. B. lecker Anzeigen in Handelsblatt & Co. wie es dem Spießer gefallen würde. Diese Werbeform jedoch interessiert Marketingleiter nicht wirklich. Sie wollen Rankings, sie wollen Sterne. Grund: Sicherheit, die Wahl einer solchen Agentur intern gut verkaufen und legitmieren zu müssen; dafür sind bloße Anzeigen zu schwach. Da müsste man als Marketingleiter ja seinen eigenen Kopf hinhalten. Wer tut das schon, ist auch nur ein Job, der gekündigt werden kann…)
Wie war das nochmal mit Henne-Ei.
Disclosure:
War McE-Angesteller.
Sendlmeier macht das, was andere auch tun.
Vielleicht arbeite ich aber genau deswegen lieber auf eigene Rechnung. Ist schon ziemlich verlogen das Ganze.
Viel lustiger finde ich das gute Abschneiden von S&J
das sagt eigentlich alles zur Glaubwürdigkeit des Rankings.
@chris: Das hat nichts mit “Glaubwürdigkeit” zu tun. Dieses Ranking ergibt sich ausschließlich aus den Bewertungen, die die teilnehmenden Marketing-Manager deutscher Unternehmen abgegeben haben. Und vielen von denen ist S&J eben offensichtlich nach wie vor sehr präsent… warum auch immer.
Der “hobbystatistiker” sollte mal versuchen, an den Fragebogen ranzukommen. Dargestellt wird ja nur eine von vielen Kategorien. Und dann muss er versuchen sich vorzustellen, wie ein Marketing-Manager die Bereiche Kreation, Zuverlässigkeit, Integrierte Kommunikation etc. bei einer Agentur unterscheidet und bewertet, die er gar nicht richtig kennt. Schon wenn man die Marketing-Manager bitten würde, integrierte Kommunikation mal zu definieren, gibt’s einige Überraschungen zum Thema “Qualität und Glaubwürdigkeit” einer Studie.
Zur McCann-Anzeige: Mit Ehrlichkeit kann sich kaum eine Agentur brüsten, McCann schon gar nicht.
Im August 2009 war S&J auch laut Manager Magazin noch unter den Top-100-Arbeitgebern der Wirtschaftswissenschaftler: http://wissen.manager-magazin......ik=artikel
Das ist zum Einen ein Hinweis auf die Strahlkraft von Marken. Zum Anderen bietet es weiten Raum zum Lästern über BWLer und ihre Qualifikation …