#hpybdy: Danke und Thx
Leben in SocialMediastan und stalinistische Privatsphären-Einstellungen – das geht einfach nicht zusammen. Mit rigiden Privacy-Einstellungen würde man sich an seinem Geburtstag vermutlich digital sehr einsam fühlen. Irgendwie. Und man würde manch ein beinahe surreal anmutendes Alltagserlebnis verpassen.
Da stand sie heute morgen etwas seufzend in der Tür, jene Kollegin, die ein paar Türen weiter residiert. „Eigentlich wollte ich dir ja heute bei Facebook zum Geburtstag gratulieren. Aber es ging gerade nicht. Komme ich halte selbst vorbei“, lächelt sie.
“Danke“, freue ich mich, und lasse mich natürlich nur kurz vom Einbruch des analogen Lebens ablenken.
Schließlich loggt sich selbst die Schwiegermutter für ihre Grüße inzwischen zunächst einmal bei Facebook ein. Was nicht unhöflich ist, sondern mich eine halbe Stunde länger schlafen lässt und ansonsten vor allem eine Menge (n=1) über Marktbewegungen und Zielgruppen aussagt. Früher verschickte sie Grußkarten via Yahoo.
Mit wachsender Glückwunsch-Flut via Twitter an @off_the_record, offen oder per Direct Message, via Facebook, Chat, Xing, E-Mail, hin und wieder auch Telefon (Fax nie) und der einen oder anderen Geburtstagskerze aus Agenturen, frage ich mich angesichts dreistelliger Grußzahlen aber immer drängender, wie bedanken, wo, in welcher Form und stelle fest, dass die drängendsten Fragen digitalen Stils noch längst nicht zufriedenstellend geklärt sind. Ein Danke ist ja auch nichts was man einem Bot oder einem Algorithmus überlassen sollte.
An dieser Stelle also lieben, lieben Dank und #Thx.
Grüssende Twitterer haben es da übrigens leichter: Die texten kurz #hpybdy und damit ist eigentlich alles gesagt. Das klingt erst einmal auch netter als die Mail eines Kollegen, die mit „Alter Sack“ anfängt. Obwohl auch das einen freundlichen Subtext hat.




















Och, naja. Mir sind da die freundlichen Subtexte oft lieber, als diese extreme Verkürzelung.
So viel Zeit muss sein: Happy Birthday!