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Glückwunsch, Wolfgang Schäuble, zu dieser genialen PR-Kampagne!

16. Februar 2010
von Spießer Alfons

Wahrlich, Sie haben als Bundesminister der Finanzen eine geniale Kampagne für den Fiskus und damit für alle ehrenwerten Bürger unseres Landes durchgezogen! Mit Hilfe der gesamten Medien ließen Sie verlauten, es gäbe da eine CD von einer Schweizer Bank, auf der viele Steuersünder enthalten sind, die unserem Lande nicht nur Millionen, sondern sogar Abermillionen an Abgaben vorenthalten haben. Und diese CD wollten sie kaufen, so verkündeten Sie im Rahmen Ihrer Kampagne, bei der Sie auch von Ihrer Regierungschefin unterstützt wurden.

Der Erfolg: Mehr und mehr Steuersünder haben sich inzwischen schon bei ihren Finanzämtern gemeldet und zeigen sich selber an, weil sie den Staat betrogen haben. Man spricht bereits von über 1000 Selbstanzeigen! Und damit müssten Sie die CD gar nicht mehr kaufen.

Der Witz: Es gibt natürlich auch gar keine CD aus der Schweiz! Alles wurde bloß inszeniert von einer PR-Agentur, deren Namen Sie verschweigen, um diese Strategen zu schützen vor den Leuten, die ihr Geld nun notgedrungen zum Fiskus gekarrt haben, weil sie Schiss bekamen vor der CD. Denn möglicherweise gehören auch einige der Steuersünder zu den Kunden der besagten PR-Agentur.

Herr Minister Schäuble, der Spießer zieht voller Anerkennung seinen Hut! Und bevor Alfons es vergisst: Der Spießer hat da noch ‘ne CD aus Luxemburg anzubieten…!

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Kommentare zu “ Glückwunsch, Wolfgang Schäuble, zu dieser genialen PR-Kampagne! ”

  1. Sabine am 16. Februar 2010 um 17:23 Uhr

    Ich habe mich lange nicht mehr so amüsiert, wie beim Lesen dieses Artikels!

  2. lokalreporter am 16. Februar 2010 um 20:17 Uhr

    schön, wie immer .. & schön, dass die eleganz der ironie den faden hält .. treffende polemie!

  3. Thomas am 17. Februar 2010 um 08:55 Uhr

    Leider ist das Thema nicht witzig: Die gewählte Regierung bedroht ihre Bürger mit illegal ermittelten Bank-Daten. Ganz gleich, ob es diese CD gibt oder nicht: Die Stasi hätte es nicht anders gemacht!

    • Ralf am 19. Februar 2010 um 01:16 Uhr

      Bravo!

    • Kit am 23. Februar 2010 um 10:36 Uhr

      Die Regierung bedroht nicht “ihre Bürger” sondern diejenigen Bürger, die den Hals nie voll genug bekommen und deshalb auch noch ihre Mitbürger betrügen.

  4. mediahead am 17. Februar 2010 um 11:37 Uhr

    Ich habe merkwürdigerweise auch während der ganzen Geschichte nicht eine einzige neutrale Bewertung des ganzen Vorgangs durch deutsche (oder EU-)Rechtsexperten wie Anwälte oder Richter gehört. Nur aus der Schweiz (haha!) nahm ein Wirtschaftsjurist Stellung iun einem Interview.

    Mein Rechtsempfinden – welches mich zugegebenermaßen auch schonmal trügt – sagt mir nämlich auch, dass die Daten dieser CD, da illegal beschafft, in einem Prozess beispielsweise gar nicht als Beweismittel zugelassen würde.

    Das kommt mir vor als wenn der Innenminister jetzt bei der Cosa Nostra Listen mit Mitgliedern der Russen-Mafia kauft. Alles superseriös und nur zum Schutz des Volkes vor organisiertem Verbrechen! Natürlich! Versteht sich von selbst!

    Ich hoffe wir davon ausgehen, dass unser derzeitiges “Gruselkabinett” keine volle Legislaturperiode überlebt. Schlimmere Politik könnte eine auch noch so zerstrittene SPD nicht machen. Man möchte sich schämen, dass dies eine vom Volk legitimierte Polit-Bande ist.

  5. mediahead am 17. Februar 2010 um 11:38 Uhr

    Gefundene Rechtschreib- und Grammatikfehler gehören gerahmt an die Wand des ehrlichen Finders. Danke!

  6. mike am 17. Februar 2010 um 13:40 Uhr

    gähn. den artikel hätte ich schon am ersten tag der steuer-cd-meldung schreiben können.
    sie waren/sind zu blauäigig herr horizont.

  7. Dierk am 17. Februar 2010 um 15:56 Uhr

    Whistleblower nennt der gebildete Amerikafreund jene, die auch unter Bedrohung der eigenen Stellung und oft illegal – z.B. Stehlen von Geschäftsgeheimnissen des eigenen Arbeitgebers – Beweise für größere kriminelle Taten von Politikern, Führungskräften, Konzernen und so beschafft.

    Der gute Deutsche nennt sie Diebe, Räuber, Verräter. Der gute Deutsche hält es für einen Akt notwendiger Revolution, wenn Milliardäre Steuern hinterziehen und den Staat [also uns alle] betrügen. Der gute Deutsche ist ein braves Schaf, das gerne auch seine Metzger selber wählt.

    PS: Der gute Schweizer ist gebildet genug, sophistische Wortspielereien über Tatbestände zu setzen, was Steuerhinterziehung heißt kann daher kein Steuerbetrug sein.

  8. Spießer Alfons am 19. Februar 2010 um 08:36 Uhr

    Auch Agent 007, unser aller James Bond, hat die Lizenz zum Töten. Wären allerdings meine persönlichen Daten auf der CD (falls es die gäbe), dann würde ich auch Zeter und Mordio schreien über den Dieb. ;)

  9. K. Vermeer am 22. Februar 2010 um 13:51 Uhr

    Wäre ja ein guter Witz wenn es die CD gar nicht gegeben hat. Doch das glaub ich einfach nicht denn es gab doch eine Name von den Bank dem die CD zugehörte? Die würde sich so etwas nicht so einfach gefallen lassen. Natürlich gibt es Regel die auch für die Staat gelten, gestohlene Ware kaufen ist bestimmt unerlaubt. Die Staat muss aber auch Steuerbetrüger nachjagen. Ich weiß nicht was ich davon halten muss.

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