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Don Alphonso und das Schelmenpack

17. Februar 2010
von

Es ist natürlich ein leichtes, wie Don Alphonso auf selbsternannten und vermeintlichen Experten des Internets herumzuhacken. Es ist ein Steckenpferd des Don, der wie ein Savonarola durch die mediale Welt der Eitelkeiten und Inkompetenzen fegt, und er betreibt es beinahe mit der gleichen Mechanik wie die kritisierte Beratungswirtschaft.

Immer wieder ein Thema penetrieren, in immer wieder ähnlichen Abwandlungen bekannte Zielscheiben suchen und dabei ein wenig im ungefähren bleiben und die Schuld für Misserfolge der Beraterwelt in die Schuhe schieben, so als wäre für verhunzte Kampagnen immer nur die Kreativagentur und nicht auch das Unternehmen verantwortlich und als wären Flops nichts Teil des Wirtschaftslebens.

Dafür muss man sich nur ein Mal die exorbitante Floprate in der Lebensmittel-, Mode- und Parfumbranche vor Augen führen. Sie liegt bei rund 80 Prozent. Auch dort sitzen also nur Schelme.

Fehlt eigentlich nur noch der als Frage verpackte gefällige Vorwurf Richtung Stammtisch, warum Berater nicht selbst erfolgreiche Unternehmen gründen. Als wüsste nicht schon der Volksmund, dass der Schuster die schlechtesten Schuhe trägt.

Der Meister der Silberschalen, der bei der FAZ wohlgewebte Perserteppiche an Standesdünkel ausbreitet, ist eigentlich zu intelligent, um nicht das Recht auf Irrtum, auf das „Unsichere, Wankelmütige und Wechselhafte“ zuzugestehen. Trial & Error gehört eben zum Kapitalismus wie Krise und Wachstum.

Doch schon zu alten Dotcomtod-Zeiten, diesem digitalen Briefkasten, dem Ventil der Unzufriedenen und Whistleblower der New Economy, war das Recht auf Irrtum so eine Sache.

Ich erinnere nur für einen Moment an die Expertise von Don Alphonso in Sachen Horizont:

Dienstag, 05. Oktober 2004 unter der Überschrift „Kein freier Blick aufs Verrecken bei Horizont.net: Sagen wir mal so: Für die Meldung zur Einstellung von Horizont würde ich wahrscheinlich zum ersten mal im Leben auf paid Content im Netz zugreifen. Müsste ich wahrscheinlich auch, denn Horizont vernagelt seine belanglose Onlinebutze Horizont.net und lässt nur noch zahlendes Publikum umgeschriebene Pressemitteilungen lesen.“

Auch so eine trügerische Hoffnung


Zum gleichen Thema: Massenpublikum

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Kommentare zu “ Don Alphonso und das Schelmenpack ”

  1. AndreasK am 17. Februar 2010 um 10:48 Uhr

    Ich denke jetzt schon beim dritten Ihrer Artikel in Folge “Wow, gut geschrieben.” Jetzt muss es auch mal gesagt werden. Bitteschön ;o)

    Und zum Verständnis: Meinen Sie etwa DEN Savonarola, der vom zornigen Volk schlussendlich gehängt und dann verbrannt wurde?

    • Olaf Kolbrück am 17. Februar 2010 um 11:05 Uhr

      ich kenne nur den einen :)

      • Don Alphonso am 17. Februar 2010 um 18:23 Uhr

        Zum Thema “Warum gründen die nicht” wäre zu sagen, dass sie das ja versucht haben: Spreeblickverlag, die Klitschen von Lobo, Adnation, Shoppero, Bildblog als Firmediverse Projekte, die es nicht mal zum Launch geschafft haben – sie haben gegründet, sie haben nur keine Gründung zum Erfolg gebracht. Sie haben alles mögliche probiert, und enden bei der Beratung.

        Ich dagegen habe immer gesagt, vielleicht gäbe es Mittel und Wege, effiziente Profiblogs zu machen, wenn man gewisse Dinge beachtet. Es gibt eines: Meines bei der FAZ. Kurz, im Gegensatz zu all den versagern feat. den hier verlinkten Typ von Massenpublikum kann ich sagen: Ich weiss, wie das geht und wie man sowas umsetzt. Trotzdem renne ich nicht durch die Gegend und verkaufe mein Wissen, trotz der diversen Anfragen.

        Ausserdem würde mir kein Lapsus in Sachen Savonarola passieren wie AndreasK: Savonarola wurde nicht von einem wütenden Volk gehängt oder was auch immer, sondern vom Magistrat auf Druck der Kirche hingerichtet. Ich hingegen bin frohen Mutes, noch auf das Grab von AndreasK zu spucken.

      • stefan niggemeier am 17. Februar 2010 um 23:39 Uhr

        Ich weiß nicht, was “Firmediverse Projekte” sind und inwiefern BILDblog eine “Klitsche” ist. Ich weiß nur, dass BILDblog nach wie vor die jeweiligen BILDblogger ernährt und wir 2009 dank Adnation mehr Einnahmen hatten denn je. (Adnation bzw. sein Vorgänger Adical wurde 2007 von Don Alphonso für tot erklärt.)

      • Don Alphonso am 18. Februar 2010 um 04:07 Uhr

        Ach, richtig, wie einige andere bekannte Figuren der Netzszene hat ja auch das Bildblog von diesem Zensurprovider und seiner gescheiterten Werbegroteske profitiert… die werden sich aber gewundert haben, da kaufen sie massiv Werbeplätze bei den angeblichen Meinungsführern, aber selbst wenn die dann im Verein einen Abweichler wie den Schwenzel angreifen, lässt sich die Debatte nicht stoppen… so ein Pech aber auch… aber natürlich gut für die Werbeeinnahmen… vielleicht gibt es ja sowas auch 2010 wieder… vielleicht aber auch nicht… nun ja, nicht mein Problem, glücklicherweise.

      • AndreasK am 18. Februar 2010 um 09:41 Uhr

        Also, irgenwann nerven diese provozierenden Trollkommentare in Weblogs einfach nur noch.

      • OlafKolbrueck am 18. Februar 2010 um 09:51 Uhr

        So weit ich das noch zusammenbekomme, wurde Savonarola erst gehängt, dann verbrannt und dann die Asche in den Arno gestreut.

  2. Joewe am 17. Februar 2010 um 10:53 Uhr

    > denn Horizont vernagelt [...] Horizont.net
    > und lässt nur noch zahlendes Publikum [...]

    Das hatte ich dem Spießer vor Jahren auch beklagt. Plötzlich ohne seine Kolumne dazustehen, war schon arg.

    Die Stellenbörse, immerhin, funktionierte noch frei. Und kurz nach meiner Mail an den Spießer hatte ich einen 1-Jahres-Zugriff “gewonnen”. Hatte ich irgendein Gewinnspiel mitgemacht?

    Wer wissen möchte, wie paid content funktionieren kann, schaue mal bei Dr.Web vorbei. Freier Content ist dort verfügbar, pc wird angeteasert, und das Ganze zu einem wie ich finde vernünftigen Preis. Als Webdesigner setzt man das Abo ohnehin ab.

    Auf SPON hat es auch nicht funktioniert – wer zahlt denn 50 Cent für einen Artikel, wenn die Totholzausgabe für 3 € (seinerzeit) zu haben ist?

  3. Herbert am 17. Februar 2010 um 11:14 Uhr

    Da dachte ich doch bislang immer nur D.A. wäre ein Experte für die Life-Life-Balance. Indes ist sein Weg von der Blogbar zur FAZ der beste Beweis für die Durchlässigkeit von Social Media.

  4. M.C. am 17. Februar 2010 um 18:47 Uhr

    Don Alphonso hat doch völlig recht. Es wäre schön, wenn Horizont nicht nur das Agenturen-blabla des digitalen Kapitalismus nachplappert. Eine eigene Meinung hat noch nie geschadet.

    • Raoul am 19. Februar 2010 um 00:31 Uhr

      Falsche Baustelle für Deinen Kommentar, oder? Ohne Agenturen gäbe es die Horizont nicht. Das ist nunmal ein Werbermedium. Beschwer Dich gern bei Auto-Motor-Sport, dass es immer nur Karren geht. Macht genausoviel Sinn. Und von wegen eigene Meinung: Daran ist ja wohl kein Mangel, oder? Volker Schlöndorf hat mal gesagt: “Wo man hintritt, knirscht ein Depp.” Und damals lag Social Media noch in weiter Ferne…

  5. Raoul am 18. Februar 2010 um 02:32 Uhr

    Gehört es eigentlich zur Nettiquette auf die Gräber von Kommentatoren zu spucken, wie es Don Alphonso am 17. Februar 2010 um 18:23 Uhr äußerte?
    Außerdem irrt der Verblasene. Nicht er hat ein Blog. Sondern die FAZ. Auf dem er sich austoben darf, solange es seinen Herrchen beliebt.

    • Herbert am 18. Februar 2010 um 08:18 Uhr

      Wundert mich auch, dachte für`s spucken haben die Herrschchaften diese Silberschalen, die der Don sammelt :)

  6. lokalreporter am 18. Februar 2010 um 09:32 Uhr

    lustig, aber nicht amüsant. das selbstvermarktungskonzept des oberbibliothekars alphonso setzt auch immernur auf eine strategie .. das aggressive tuning und alldie stilistischen tiraden auf die dumme welt, sind im grunde nichts weiter als deutschländerwürstchenmäßiges zielgruppen-marketing .. ei ei ei verpoorten

  7. Christoph Salzig am 18. Februar 2010 um 10:13 Uhr

    Wer sich jemals gefragt hat, warum sich die deutsche Blogosphere aka Social Web Community (was ist das eigentlich?) immer wieder mal selbst im Weg steht, der wird beim Lesen zwischen den Zeilen des DonAlphonso Beitrag sicher genauso erleuchtet wie bei seinen Kommentaren hier. Destruktion und Defätismus zeitigen keinen Erfolg – Ausnahmen wie DonAlphonso bestätigen hier nur die Regel. Im Übrigen sollte auch ein DonAlphonso zwischen eigenbetriebenen Blogs und einem von der FAZ (vorübergehend) zur Verfügung gestellten Weblog differenzieren können, da kann ich Raoul nur beipflichten. Und wenn das mal nicht, dann können wir ja wieder seinen “Lagerfeuergeschichten” lauschen. Fragt sich nur, wer diese dann bezahlt – aber er weiß ja, wie das geht (auch wie man Werbeerlöse oder Abogebühren generiert?). Und bis dahin ist und bleibt DonAlphonso selbstverständlich der erfolgreichste Blogger/Basher der Nation.

  8. peter am 18. Februar 2010 um 11:04 Uhr

    Don Alphonso hat völlig recht. Immer dieses “Auf jeden Hype aufspringen” und mit leeren Floskeln und Anglizismen um sich werfen, weil man denkt, dass sich das zu Geld machen lässt und die eigene Wichtigkeit betont.

    Wenn Blogs, Twitter und wie sie alle heißen, wirklich so relevant wären, müssten die ganzen Pseudoprofis nicht immer deren Relevanz bejubeln.

  9. SuperBerater am 18. Februar 2010 um 11:15 Uhr

    Was meint dieser geltungssüchtige Polemiker Don Alphonso eigentlich, wie viel Arbeit und wie anstrengend es ist, stets auf dem Laufenden zu bleiben. Und Menschen langwierig operativ zu erklären, wie etwas funktioniert. Es herrscht nach wie vor zu vielen, für viele Personen einfach immer noch neuen, Dingen oftmals große Unwissenheit. Menschen zu helfen, im Internet gut dazustehen, ist auch Hilfe zur Selbsthilfe. Digitale Legastheniker (dieses ist nicht abwertend gemeint) werden so zu souverän Handelnden und bestenfalls sogar Aposteln. In einer Sache kann man allerdings zustimmen: Jeder, der als Berater anders hilft, ist ein unseriöser Abzocker. Der so genannte digitale Graben, ein großes Problem der kommenden Jahre im Hinblick auf Machtverteilung durch Wissen, wird kleiner durch Berater. Dieser polemische Beitrag fegt die schnellen, für viele Leute nicht verständlichen Umwälzungsprozesse unseres geänderten Kommunikationsverhaltens komplett vom Tisch. Er vernachlässigt, dass aus Unwissenheit zuvor ungenutzes Potenzial mit Hilfe von Spezialisten / Beratern kompetent gehoben wird. Fazit: Verfasst von einem geltungssüchtigen, realitaetsfernen Polemiker. Und Zeitverschwendung. Denn was wirklich eine Plage unserer Zeit ist, sind Unwörter wie “Schelmexperten” und das öffentliche Erzeugen von irrelevantem Rauschen im Internet.

    • Jann am 2. März 2010 um 22:47 Uhr

      Auf dem Laufenden zu bleiben ist mittlerweile sogar so anstrengend geworden, das die knapp bemessene Zeit nur noch für das formulieren von Thesen reicht.

Retweets

  1. @DonDahlmann Antwort: Meinte Ihren Kommentar bei @off_the_record (gestern, 18.23), insbesondere den 2. Absatz. http://bit.ly/ar6uDI

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