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E-Mails aus einem Hinterstübchen in Nassau

19. Februar 2010
von

Stellt Euch bitte mal folgenden Fall vor: Ein Taschenbuchverlag schreibt an einen Autor, dass man gern dessen erfolgreichen Roman auch als Taschenbuch nachdrucken würde. Natürlich mit entsprechender Quellenangabe, was meint: In der Taschenbuchausgabe erfolgt ein Hinweis auf den Verlag der Originalausgabe. Mit diesem Copyright-Vermerk soll der Nachdruck als Taschenbuch für den Autor finanziell abgegolten sein.

So eine Anfrage könnte man als dreist empfinden, stimmt’s?

Und nun  lest bitte folgende Mail, die der Spießer bekommen hat und also lautend: „Hallo Spießer Alfons, als Fachpublikation für die Möbelbranche betreiben wir den Internet-Info-Dienst www.moebelnews.de sowie die Print-Fachpublikation HartDran Möbelreport (www.hartdran.com). Unsere Frage: Dürfen wir Ihre Kolumne vom 04. 02 .2010 über Möbel Kraft in unseren Publikationen veröffentlichen? Natürlich mit entsprechender Quellenangabe. Da Sie aus unserer Sicht den Nagel auf den Kopf getroffen haben, wäre der Bericht für unsere Leser (Möbelhandel Möbelhersteller und andere branchennahe Interessenten) durchaus erhellend und informativ. Gerne erwarten wir Ihre Stellungnahme. Viele Grüße – Ralf Hartmann (Chefredakteur).”

Alfons hat geantwortet, dass er gegen einen Nachdruck seiner Kolumne nichts einzuwenden hat, der Spießer erwarte aber ein übliches Nachdruckhonorar, wobei er davon ausgehe, dass dieses Honorar recht bescheiden ausfallen würde.

Und was passierte dann? Dann hat Ralf Hartmann, der Chefredakteur, sich nicht mehr gemeldet bei Alfons dem Spießer.

Wie schrieb doch Dichter Nebel in seinem Tatsachenroman mit dem Titel „Hinterstübchen in Nassau“? Er schrieb: „Wer in Nassau wohnt, will keine Möbel kaufen, er will sie nur abstauben!“

By the way: Auch bei otr ging eine Mail ein. „Betreff: Glückwunsch, Wolfgang Schäuble, zu dieser genialen PR-Kampagne!“ Dazu folgende Anfrage:

„Lieber Kollege, darf ich Ihre wunderbare Schäuble-Glosse (einfach köstlich!) bei uns im „PR-Journal“ abdrucken – natürlich mit Quelle + Link?

Danke + Gruß – Gerhard A. Pfeffer, Chefredakteur + Herausgeber der Websites “PR-Journal + agenturcafe sowie des wöchentlichen Online-Branchendienstes Pfeffers PR-Newsletter.”

Spießer Alfons hat geantwortet wie folgt: „Sehr geehrter Herr Pfeffer – danke für Ihre Anfrage. Selbstverständlich dürfen Sie auf Ihren Websites einen Link zu meiner Glosse setzen. Mit freundlichen Grüßen – Spießer Alfons“

Wie sein Nassauer Kollege Hartmann war auch Herr Pfeffer nach der Antwort des Spießers verstummt. Ziemlich link.

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Kommentare zu “ E-Mails aus einem Hinterstübchen in Nassau ”

  1. Simon am 19. Februar 2010 um 11:34 Uhr

    Hallo Spießer,

    verstehe voll und ganz Deine Frustration. Gleiches passiert mit Bildern auch ständig im Internet. Schon zigfach bin ich auf anderen Websites (z.B. tumblr-Blogs ohne Impressum oder Kontaktmöglichkeit) auf Fotos von mir gestoßen – ohne Namensnennung oder Quellenangabe.

    Viele Grüße
    Simon

  2. Chat Atkins am 21. Februar 2010 um 23:15 Uhr

    Na, hör mal, du Dummerchen, seitdem wir Schreiber nach dem Willen der Verleger keine Texte mehr schreiben, sondern bloß noch billigen Content, musst auch du doch endlich mal ‘content’ sein, wenn dein Grauwert irgendwo für lau in einem Qualitätsmedium erscheinen darf.

  3. Markus Jakobs am 22. Februar 2010 um 02:26 Uhr

    bei Twitter wird sich auch billig Content besorgt: http://kehrseite.posterous.com.....e-retweets

ivw