Xing: Dümmer geht immer
Es ist eine Dummheit von Xing, dass das Netzwerk in der verxingten Kampagne Mitarbeiter als Kunden ausgegeben hat. Es ist aber eine noch größere Dummheit, dies nicht offen zu kommunizieren. Es ist eine mindestens ebenso große Dummheit, sich beim nachträglichen Versuch der Rechtfertigung, salopp gesagt, einen abzubrechen.
Zu Dummheit Nummer 1 steht alles bei Spießer Alfons.
Also zur größeren Dummheit: Es vergeht kein Kongress, und auf einigen von ihnen dürften auch Menschen aus dem Xing-Marketing gewesen sein, in dem nicht darauf hingewiesen wird, wie wichtig zufriedene Mitarbeiter für das Markenimage sind, wie gut sie die Botschaft des Unternehmens weitertragen können.
Und wenn Xing zum Start der Kampagne schon keine Models buchen wollte, sondern auf Mitarbeiter zurückgriff, dann muss man sich fragen, warum man diese zum Start der Kampagne nicht auch als solche dargestellt hat, sondern statt dessen noch zusätzlich mit falschen Bezeichnungen tarnt. Zufriedene Mitarbeiter, die vom Unternehmen schwärmen, sind – Achtung Marketing-Sprech – doch ein Asset.
Vom Unternehmen überzeugte Mitarbeiter-Testimonials, die auch als solche gekennzeichnet sind, können doch durchaus ein brauchbarer erster Flight sein, wenn man sieht „wie sehr sie sich mit Xing identifizieren und wie gut sie in die Kampagne passen“ (O-Ton Xing). So etwas lässt sich durchaus glaubwürdig darstellen.
Dann aber werden sie verschämt getarnt. Schämte sich Xing? Waren es doch bloß Jubelperser? Nanu? Darauf weiß offenbar auch Chief Marketing Officer Ralf Ahamer keine rechte Antwort, so gewunden klingt es im Xing-Blog: „Sicher hätten wir im Vorfeld noch deutlicher kommunizieren können, wie die Kampagne aufgebaut ist.“
Kein entschuldigendes Wort dazu, dass die Konsumenten im falschen Glauben umworben wurden, dass es in Wirklichkeit Mitarbeiter und nicht Kunden sind, die dort dargestellt werden. Für mich als Premium-Mitglied bei Xing klingt denn auch die nachträgliche Rechtfertigung so, als wolle man mich weiter für dumm verkaufen. Ahamer: „Die Entscheidung, sie in der ersten Phase als Testimonials zu nutzen, war also keine Frage des Budgets, sondern des Involvements. Unsere Mitarbeiter sind hervorragende Botschafter für Xing – an ihrem Beispiel wollten wir anderen Mitgliedern zeigen, wie die Kampagne funktioniert und sie dann kurzfristig mit weiteren Testimonials ausbauen.“
Warum nicht einfach sagen: – Dumm gelaufen. Wir waren nicht sensibel genug. Sorry. – Das wäre mal ein schlauer Xing-Moment.
PS: Die Häme, die nun kübelweise über das Netzwerk hereinbricht, hätte Xing übrigens ahnen und im Vorfeld korrigieren können, als Spießer Alfons noch in seiner Schreibstube am Printbeitrag zu Xing (erscheint morgen) feilte. Denn am Wochenende entdeckte auch Mike Schnoor einige Ungereimtheiten. Und der Kommentar von Testimonial Hazel Ahamer dort vom Montag liest sich wie von der PR-Abteilung vorformuliert und hat auch noch auffällige Ähnlichkeiten mit dem heutigen Statement von Marketing-Chef Ahamer.
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Wundert das bei einem Unternehmen, das während der Krise ein Spiel gelauncht hat, bei dem sich Banker von Hochhäusern stürzen? Für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit haben sie wirklich kein gutes Händchen…
Stimmt. Man vergisst ja so schnell: Spring mit Xing: http://off-the-record.de/2009/.....-den-sack/
Danke für den Link den hatte ich nicht mehr. Mich hat selten etwas so fassungslos gemacht wie dieses Spiel…
Ja auch danke für den Link. Seh das zum ersten mal. Echt hart…
Mir absolut unverständlich, wie so was passieren kann. Vor allem weil es so unnötig ist. Es spricht doch gar nichts dagegen, wenn ein paar Mitarbeiter ganz offen (!) als “XING-Fans” vorangehen und man damit einen Aufruf startet, um im nächsten Schritt Mitglieder zu finden, die sich ebenfalls beteiligen wollen.
Übrigens hatte XING bzw. openBC zum Start eine extrem gute Testimonial-”Dauerkampagne”: damals konnte jedes Mitglied einen kurzen Text mit einem Tipp schreiben, wie und warum er/sie openBC nutzt. Der wurde dann anderen Mitglieder beim Einloggen (ich glaube, auch auf der Homepage?) anzeigt. Schöne Idee, weil man so ständig neue Impulse bekam, um openBC aktiv zu nutzen. Gleichzeitig machte man auf sein Profil aufmerksam. Auf den Ansatz hätte man bei der aktuellen Kampagne eigentlich ganz gut aufbauen können…
“…
Kein entschuldigendes Wort dazu, dass die Konsumenten im falschen Glauben umworben wurden, dass es Kunden und nicht Mitarbeiter sind, die dort dargestellt werden.
…”
“Mitartbeiter und nicht Kunden” müsste es heißen, oder?
Danke. Natürlich. Xing macht mich ja ganz wuschig.
(Der Satzbau ist etwas missverständlich)
Aber nein: War doch völlig richtig & gar nicht miss-, sondern höchstens schwer verständlich! Nur nicht verwirrenlassen!
Schon echt ne komische Nummer, als ob die nicht genügend Kunden hätten, die man dafür hätte begeistern können. Das wäre authentischer und man hätte sich das aktuelle PR Desaster gespart. Oder wollten die das einfach so? Besser schlechte PR als keine???
Nee: war doch völlig richtig vorher u. gar nihct missverständlich. nun gut, evtl. etws schwer verständlich
Nur nicht verwirren lassen!
Wenn ein Blog über Hundert externe eintagungen hat, wird das vom google als spekulation bezeichnet, das habe ich heute von einem Suchmaschienoptimierer erfahren. Ist das wirklich so?
Hm keine Ahnung, kann dir die frage nicht beantworten…
aber das von Xing ist echt ein starkes Stück! Hab ich so gar nicht mitbekommen, danke fürs posten!
soviel zum Thema Image-Pflege…