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Eine Erschütterung der Macht

17. März 2010
von

Die Überschrift klingt natürlich ein wenig nach Star Wars. Soll sie auch. Macht im Internet hat eine kurze Halbwertzeit. Und die ersten Erschütterungen sind spürbar.  In den USA hat Facebook in der vergangenen Woche Google als meistbesuchte Website überholt. Eine Position, die das Netzwerk bereits tageweise unter anderem an Weihnachten innehatte. Mehr Marktanteile bedeutet mehr Interesse der Werbungtreibenden, mehr Einnahmen, mehr Geld für Innovationen. Die braucht Facebook auch, denn ein wenig Paranoia kann nicht schaden.

Mit standortbezogenen Diensten wie Foursquare und Gowalla zeigt sich nämlich bereits die nächste Evolutionsphase im Web. Eine neue Macht kündigt sich da, wenn auch noch mit kleinen Schritten, an. Über den Sinn solcher Dienste für den Nutzer kann man geteilter Meinung sein. Doch für viele hat es seinen Reiz Freunden mitzuteilen, wo man gerade ist und zu schauen, wo diese gerade sind.

Zudem sind die Anwendungen auf dem besten Wege sich von einer spitzen Aufgabenstellung hin zu massenfreundlichen Lösungen zu entwickeln. Beispielweise, wenn sie wie Foursquare mit Zeitungen kooperieren, die den Nutzern maßgeschneiderte Informationen zum jeweiligen Aufenthaltsort anbieten. Geotag-Content.

Spannend an dieser Form von Social Media für Werbungtreibende: Marken kommunizieren nicht nur mit dem Kunden, sondern können sie an Ort und Stelle auch gleich zur Tür herein bitten. Anbieter wie Foursquare haben zwar noch überschaubare Nutzerzahlen, aber sie geben mit ihren GPS-basierten Features Werbungtreibenden vielversprechende und vergleichsweise einfach messbare Instrumente an die Hand: Der Return in Investment ist durch die direkte Abstimmung mit den Füssen eben leichter zu eruiren als über die Messung der Gespräche. Das könnte ein wichtiger Wettbewerbsvorteil werden.

Facebook selbst will nun wohl doch Mitgliedern ermöglichen, ihrer Locations miteinander auszutauschen. Das ist beinahe ein Muss. Denn sonst könnte die meistbesuchte Website schon in wenigen Jahren nicht mehr Facebook sein, sondern eine jener standortbezogenen Dienste. Das kann sehr schnell gehen. Facebook, 2004 gegründet, hat sechs Jahre gebraucht, um Google zu überholen. Foursquare ist gerade mal gut ein Jahr alt.

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Kommentare zu “ Eine Erschütterung der Macht ”

  1. Dude am 17. März 2010 um 19:28 Uhr

    Ich finde, dass Google schon sehr lange am Drücker ist, länger als ich gerade habe wenn man einmal die schnellen Zeiten betrachtet in denen wir leben. Danke für Foursquare etc. hatte ich bisher noch keinen Schimmer von…….

  2. Cookie am 22. März 2010 um 15:37 Uhr

    Gerade in Verbindung mit Smartphones und der stets steigenden mobilen Zugriffe auf facebook und co macht das Geotagging so hammer interessant. Ich denke wir dürfen alle gespannt sein, was sich da entwickelt!

  3. Mario H. am 2. April 2010 um 12:46 Uhr

    Welchen Sinn es hat, aller Welt die aktuellen Standortdaten weiterzugeben, wenn man nicht gerade ein Geldtransporter ist, erschließt sich mir nicht ganz. Andererseits werden ja auch Services, die die aktuellen Belastungen der Kreditkarte in die Welt posaunen gut aufgenommen. Naja, der Sinn des Geldes liegt in dessen Bewegung…
    Bin ich eigentlich paranoid, wenn ich in meinem Blog nicht ankündige, wenn ich nicht da bin?

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