Das WePad und die Prämien-Toaster
Wahrscheinlich hat das heute vorgestellte WePad, wenn es ab August in den Handel kommt, mehr gemein mit einem Toaster, einem Akku-Bohrer oder einem Werkzeugkasten als manch einem lieb ist. Denn auch wenn es mehr bietet als das iPad, mehr USB, mehr Bildschirm, mehr Kamera und mehr Flash, könnte es vor allem als Abo-Prämie oder subventioniertes Verlagsangebot die Runde machen. Neofonie-Chef Helmut Hoffer von Ankershofen kalkuliert jedenfalls sehr in diese Richtung. Man darf vermuten, er tut dies nicht grundlos.
Wir kennen das schließlich von den Mobilfunkern. Das subventionierte Handy als Dreingabe zum Mobilfunkvertrag. Das Kaffeeset als Argument für das Zeitschriften-Abo.
Die Verlage dürften wohl tatsächlich Anschubhilfe leisten. Ein Schwächung von Apple würde ihnen nutzen. Den Verlagen kommt das WePad jedenfalls mehr entgegen als die restriktive Apple-Politik. Anders als Apple votiert Hersteller Neofonie für eine offene Plattform, die Verlagen ermöglicht, über das WePad ihre Inhalte nach eigenen Vorstellungen zu gestalten und vermarkten.
Schließlich dürfte durch das WePad und elektronische Verlagskioske also auch die Nähe zum lesenden Kunden besser gesichert sein, als über das geschlossene System der Apple-Welt. Das hat schließlich aus Verlagssicht gravierende Nachteile:
– Kundenkontakte und Vertragsbeziehungen gehen verloren
– Kaum Kontrolle über das Pricing
– Apple redet beim Inhalt mit (Nackte Busen-Sperre)
Umso attraktiver ist für die Verlage ein System, dass ihnen weiterhin eine eigenständiges Angebot zur Vermarktung ermöglicht und offene Formate erlaubt.
Sollte sich das Wepad, vom Stern schon als Teutonen-iPad stilisiert, (das eMagazine von stern.de ist zum Start mit dabei) via Abo-Prämie langfristig als massenmarkttauglich erweisen, könnte es dann auch ein Hebel für den schrittweisen Ausstieg aus der kostenfressenden Printdistribution sein.
Nur, ob die Rechnung aufgeht? Genutzt wird das iPad gegenwärtig weniger als Medien-Plattform. Spiele-Apps sind es vor allem, die heruntergeladen werden. Die Zahl der Nutzer, die ein WePad kaufen, weil sie darauf dringend Zeitungen lesen wollen, dürften also überschaubar bleiben. Daher kann es ganz clever sein, das WePad als Abo-Prämie zum digitalen Kiosk zu lancieren. Das klassische Zeitungsabo schließt manch einer ja auch eher wegen der Bohrmaschine ab und nimmt die Zeitung als Dreingabe gerne mit.
Stichwort Massenmarkt: Die Preise sind angesichts des Funktionsumfangs (Produktdaten PDF) geradezu eine Kampfansage an Apple und regelrecht Aldi-dente: 449 Euro 16GB Wifi , WePad 3G 569 Euro 32GB.
Noch zu teuer? Mit den geplanten Subventionen von Medien – und von Telekommunikationsanbietern – dürfte es dann noch günstiger werden. Und wenn Springer dann mit an Bord ist, es als Abo-Prämie für Hörzu und BamS ausgelobt wird, dann werden wir es Volks-Pad nennen.
Wenn nicht, dann endet es eben bei ebay wie die unzähligen Brotbackmaschinen aus dem Abo-Shop.
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tjoa, abwarten heißt die Devise, wie sich das Interface wirklich anfühlt.
Das Highlight des ARtikels jedoch ganz klar “aldi-dente”
auf der einen seite muss ich sagen, finde ich gut dass das i-pad “massentauglich” wird aber auf der anderen seite möchte man ja auch was besonderes und dieser reiz geht mit solchen planungen doch echt verloren.
Momentan hat es ja eher Anschein, als wenn das wePad nach den Hitler-Tagebüchern die zweite grosse Blamage in der Geschichte von G&J wird. Aber der Eindruck täuscht bestimmt.
Vor allem weil es hier so etwas gibt das dem WePad bei eBooks den Rang meterweit abläuft:
http://zeitgeist.yopi.de/apple.....xtraklasse
Display mit “Pixel Qi-Technologie” ….
…und billiger soll es angeblich auch noch sein O.o