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Geld sparen kann teuer werden

17. April 2010
von

Spießer Alfons kauft bevorzugt Markenprodukte, und zwar diejenigen, die er kennt und denen er vertraut. Manchmal jedoch wird er schwach, der Spießer. Zum Beispiel dann, wenn er ein Me-too-Produkt sieht, das sehr viel preiswerter ist als das Original und die gleiche Qualität verspricht, wenn nicht gar dieselbe oder sogar noch eine bessere. Und so ist der Spießer gerade reingefallen, hat billig gekauft und dafür teuer bezahlt. Aber der Reihe nach:

Alfons hat einen Drucker von Canon. Den iP4300. Und immer wieder hat sich der Spießer darüber geärgert, dass er für die Canon-Tintenpatronen so unheimlich viel Geld bezahlen muss. Es ist die alte Geschichte, die wir schon von Polaroid her kennen: Die Hardware ist billig, die Software geht ins Geld. Und da dachte der Spießer eines Tages: Schluss damit, jetzt wird eine markenlose Tintenpatrone für den Canon iP4300 gekauft!

Im Internet fand Alfons die Adresse www.druckerzubehoer.de. Dort werden Patronen angeboten, die „35-facher Sieger in der Fachpresse“ sind, und zwar:

2-facher Sieger in „Chip“ (11/2009)

2-facher Sieger in “Guter Rat” (06/2009)

2-facher Sieger in “Test & Kauf” (10/2009)

3-facher Sieger im Fachmagazin “c’t” (17/2007)

10-facher Sieger in der “Computerbild” (11/2007)

16-facher Sieger in der “Computerbild” (11/2009)

Außerdem: “6.000.000 Kunden vertrauen druckerzubehoer.de”. Und dazu ein Siegel, wo zu lesen ist: “FÜV SÜD safer shopping”.

So etwas klingt doch überzeugend, oder? Und Alfons bestellte. Massenhaft. Vorrat für mindestens zwei Jahre. Denn die Test-Sieger-Patronen kosten nur einen Bruchteil von dem, was die Originale kosten!

Und dann kamen die Patronen und … funktionierten nicht! Rückfrage beim Händler: Was tun? Der Händler mailte eine Arbeitsanleitung, wonach man aus den  Original-Patronen den Chip rausfummeln muss und in die Kopie-Patronen reinfummeln muss. Und ganz leer drucken soll der Kunde die Patronen auch nicht…!

Also kaufte der Spießer erst mal einen neuen Satz Original-Patronen, da er keine mehr hatte. Und als die schwarze dann leer war, begann die technische Manipulation. Doch obwohl der Spießer den Chip wie angegeben ausgewechselt hatte – blöde Fummelarbeit! – funktioniert die Patrone trotzdem nicht. Und Tinte lief auch noch aus in den Drucker – Schei…benkleister!

Schlimmer noch: Alfonsens eingeborener Sohn, der Artdirektor, erklärte dem spießigen Vater, dass diese Patronen den Druckkopf kaputtmachen können, weil sie keinen Tintenstand melden. Na, dann mal ab in den Sondermüll damit!

Ausgangs die Frage von Spießer Alfons an Canon: Müsst Ihr Eure Patronen wirklich so teuer machen? Wenn der Handel mit Ersatzpatronen, die weniger als ein Viertel Eures Preises kosten, auch noch Geld verdient – reicht es dann nicht, wenn Ihr Euren Preis einfach mal halbieren würdet…?! Falls das nicht möglich ist, könnten alle Blogger, die sich genauso über die Hochpreise ärgern, ihrem Ärger darüber Luft machen und ebenfalls Canon auffordern, die Preise zu senken. Vielleicht hilft das ja…?!


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Kommentare zu “ Geld sparen kann teuer werden ”

  1. Paul am 17. April 2010 um 13:56 Uhr

    Oha! Habe auch einen vergleichbaren Drucker von Canon (IP4000). Und auch ich habe kürzlich viele Ersatzpatronen beim oben genannten Shop bestellt. Könnte mir der Spießer verraten welche der im Shop gelisteten Patronen er bestellt hat (da ja dort mehrere Ausführungen der günstigen Patronen existieren)?

    • Spießer Alfons am 17. April 2010 um 14:10 Uhr

      Klar kann er das! Und als ich das rausgesucht hatte, habe ich erkannt: Die Dinger sind ja noch viel billiger, als ich das in Erinnerung gehabt habe. (Da ist mein finanzieller Verlust ja doch noch zu verschmerzen ;) ) Hier bitte meine Bestellung:

      10x Artikel Nr.: 718246-C008B zu je 0,67 Euro
      Bezeichnung: Testsieger Tintenpatrone ‘schwarz’, 13,8 ml
      Spezifikation: Canon Canon PIXMA iP4300
      Gesamtpreis: 6,70 Euro

      10x Artikel Nr.: 718254-C008C zu je 1,47 Euro
      Bezeichnung: Testsieger Tintenpatrone ‘cyan’, 13,8 ml
      Spezifikation: Canon Canon PIXMA iP4300
      Gesamtpreis: 14,70 Euro

      10x Artikel Nr.: 718262-C008M zu je 1,47 Euro
      Bezeichnung: Testsieger Tintenpatrone ‘magenta’, 13,8 ml
      Spezifikation: Canon Canon PIXMA iP4300
      Gesamtpreis: 14,70 Euro

      10x Artikel Nr.: 718277-C500B zu je 0,97 Euro
      Bezeichnung: Preis-Leistungs-Sieger ‘schwarz’, 27 ml
      Spezifikation: Canon Canon PIXMA iP4300
      Gesamtpreis: 9,70 Euro

      10x Artikel Nr.: 1380418-CLC008B zu je 1,97 Euro
      Bezeichnung: Canon Testsieger mit Chip ‘schwarz’, 14 ml
      Spezifikation: Canon Canon PIXMA iP4300
      Gesamtpreis: 19,70 Euro

  2. Hoffensterchen am 17. April 2010 um 15:19 Uhr

    Nicht ganz unanspruchsvoll, fürwahr. Aaaaaber…
    Zunächst @Paul: bei http://www.druckerzubehoer.de gibt es für den PIXMA i4000 von Canon (ich habe ihn auch) zwei Varianten an Ersatztintenpatronen: Eine “billige” Kollektion (schwarz -,97, Farben & photoschwarz 1,47) und eine etwas teurere von “InkSwiss” (schwarz 2,47, Farben und photoschwarz 2,97). BEIDE funktionieren tadellos (beim i4000 gibt es diese Chips nicht). Die InkSwiss-Variante wird Ihnen besonders bei Photos auf Photopaier die Sprache veschlagen: Objektiv wie subjektiv BESSER als Originaltinte!

    @Spießer: Es mag Kunden bei “druckerzubehoer.de” geben, die sehen auf der Seite die Alternativen “Testsieger” und “Testsieger mit Chip”, kratzen sich ob des “mit Chip” am Kopf und fragen zunächst sich, dann einen Vertrauten mit Sachverstand (eingeborene Söhne sind da häufig hilfreich…) um Aufklärung.
    Verkürzen wir es: Die Variante “ohne Chips” ist etwas für Filigranmechaniker mit chronisch leerer Geldbörse. Die Variante MIT Chip funktioniert im i4300 ANSTANDSLOS, wie ich bereits in zwei Fällen selbst erleben konnte. Ich bin bei druckerzubehoer.de sowas wie ein Sammelbesteller, denn ohne Versandkosten (also ab 60,–) ist dieseS Angebote preislich wie qualitativ bislang unschlagber…

  3. Maschinist am 18. April 2010 um 01:37 Uhr

    Dem Spiesser hätte schon vor seiner Bestellung auffallen sollen, dass es bei der c’t keinen Test-”Sieger” gibt. Weil die spiessige c’t weiss dass so etwas oft von den Herstellern “gefördert” wird, um sich in der Werbung mit solchen Auszeichnungen zu schmücken. Da macht die c’t als spiessiges Fachblättchen einfach nicht mit.
    Ein seriöser Laden kann es also gar nicht sein und da bestellt man nix.

  4. Daniel Riedel am 18. April 2010 um 12:47 Uhr

    Tja, wohl dem, der noch einen IP4000 ohne Chip hat. Als meiner nicht mehr wollte, habe ich ihm einfach einen neuen Druckkopf spendiert und nen Laser für BW-Druck gekauft. Hoffe auf ein langes Leben des IP4000.

  5. Der B aus H an der E am 19. April 2010 um 09:17 Uhr

    Geiz ist geil sag ich da ;)
    Billigtinte ist freudlos. Markentinte ist zu teuer. Und warum ist das so? Weil die Massen gerne Drucker so billig wollen, dass man sie auch mit den Cornflakes verschenken könnte. Irgendwie muss mit so einem Ding am Ende aber Geld verdient werden. Also: Immer vorher die TCO überschlagen.

  6. René Artois am 19. April 2010 um 09:47 Uhr

    Man sollte auch bei “markenlosen” Patronen auf die Marke achten: Ich verwende in meinen Canon-Druckern (ip5000, i9950) seit langem Patronen der Firma KMP, und zwar ohne Chip-Fummelei und ohne Probleme. Kosten so um die 3,80 EUR pro Stück.

  7. Dan am 19. April 2010 um 10:02 Uhr

    Die teure Tinte ist übrigens nicht nur eine Erfindung von Canon ;)
    Jeder Druckerhersteller (Epson, HP….) zieht das leider so durch … sonst wäre sich der große Markt mit Nachfüll/Ersatz ja gar nicht zu erklären.

  8. mediahead am 20. April 2010 um 09:48 Uhr

    Das stimmt so nicht ganz. Nach ebenfalls durchwachsenen Erfahrungen mit Canon und Epson bin ich zur Marke meines ersten Druckers zurückgekehrt: HP. Klar, auch hier sind die Patronen keinesfalls billig. Aber eben noch preiswert. Mit Original-Patronen drucke in etwa auf dem Kostenniveau eines Laserdruckers (ab ca. 7 Ct/Seite), was für einen Tintenstrahler wirklich sehr günstig ist. Zudem: Wenn man heute für (in meinem Fall) EUR 189,- ein Gerät kauft, dessen Leistungsumfang (bei mir: Drucker, Scanner, Kopierer, Fax. Alles in Farbe, inkl. WLAN und in guter Qualität.) vor wenigen Jahren noch mehrere 1000 EUR und mind. 3 bis 4 Geräte erfordert hätte, kann man sich über erhöhte (bzw. weniger stark gesunkene) Betriebskosten kaum aufregen. TCO sollte man in der Tat dennoch immer kalkulieren bzw. abschätzen. Egal um welche Produkte es geht, das Prinzip ist doch seit Ewigkeiten bekannt: Anschaffungskosten niedrig –> laufende (Betriebs-/Unterhalts-)Kosten hoch. Siehe hierzu z.B. auch Autos (Werkstattpreise und Verpflichtung zum Vertragswerkstattservice), PCs / Laptops (Akkuwechsel und alle Ersatzteile), 1-Euro-Handys (mit teurem Vertrag) usw. usf.

    Lieber Spiesser, wie heisst es doch so schön?

    “There is no such thing as a free lunch!” ;-) )

    PS: Manchmal hilft es auch, die eigenen Druckgewohnheiten mal zu hinterfragen. Meist kann man auf viele Ausdrucke auch ganz verzichten. E-Mails z.B. kommen mir grundsätzlich nur auf Papier, wenn Sie zu Gericht müssen. Ansonsten gibt’s billigen Festplattenplatz zum Archivieren und “Back-Uppen”…

  9. Scoby am 6. September 2010 um 22:07 Uhr

    Nichts für ungut aber wer keine Ahnung hat muss halt viel Geld ausgeben. Das war schon immer so.

    Schon vor dem Druckerkauf hätte man leicht herausfinden können, dass der IP4300 gechipte Patronen verwendet, welche nicht ohne weiteres nachgefüllt oder durch günstige nicht-original Patronen ersetzt werden können.

    Wenn man sich dennoch auf die Suche nach günstigen Patronen macht, sollte man sich umso genauer die Produktbeschreibung durchlesen. In Selbiger steht bei allen Patronen für den IP4300 auf druckerzubehoer.de folgendes: „Diese Tintenpatrone kann nur in Kombination mit dem Chip der leergedruckten Herstellerpatrone verwendet werden.“ In der darauffolgenden Zeile ist dann auch schon die bebilderte Montageanleitung verlinkt, in welcher auch auf die deaktivierte Tintenstandskontrolle hingewiesen wird.
    Man hat all diese Informationen schon vor dem Kauf zur Verfügung – man muss nur lesen.

    Da man die Sache mit der deaktivierten Tintenstandskontrolle und der damit verbundenen Gefahr den Druckkopf trocken laufen zu lassen natürlich nervig findet, wird noch ein wenig weiter recherchiert. Nach nicht allzu langer Zeit sollte man auf Gerätschaften stoßen die sich „Chip-Resetter“ nennen und für um die 15€ bei eBay erworben werden können. Damit ist es dann möglich den Chip (auf dem ja gespeichert ist die Patrone sei leer) wieder zurückzusetzen. Somit kann man auch die Tintenstandskontrolle wieder aktivieren und hat keinerlei Nachteile mehr gegenüber Original-Patronen.

    Der hinsichtlich Druckkosten, Wartungsaufwand, Design und Funktion meiner Meinung nach beste Drucker von Canon zur Zeit ist der IP4000. Dieser Drucker verwendet nämlich nicht nur die guten alten Patronen ohne Chip sondern auch noch den alten Druckkopf mit 2,0 Pikoliter Tropfengröße, hat aber schon das neue, noch immer aktuelle Design von Canon mit waagerechtem Papiereinzug. Alle Nachfolgemodelle haben neue Druckköpfe mit 1,0 Pikoliter Tropfengröße. Canon bewirbt dies natürlich mit Verbesserung der Druckqualität, in der Praxis verstopfen diese Druckköpfe aber schneller. (Ich halte mich an dieser Stelle zurück und sage NICHT dass, das so gewollt ist.) Der Qualitätsgewinn ist mit dem Auge kaum wahrnehmbar und daher in der Praxis irrelevant.

    Wem das Design egal ist oder das neue Design ohnehin nicht gefällt der ist mit dem Vorgängermodell des IP4000, dem i865 gut bedient. Dieser Drucker kann alles was auch der IP4000 kann, selbe Patronen, 2,0 Pikoliter Druckkopf nur eben im klassischen Druckerdesign mit hochkant Papiereinzug.

    Bei weiteren Vorgängermodellen müssen Abstriche in der Funktion gemacht werden. So können damit z.B. keine CD’s bedruckt werden. Auch sollte man natürlich immer bedenken dass ein Drucker mit der Zeit auch verschleißt. Also ich will jetzt auch nicht dazu anstiften steinalte Drucker zu kaufen. Es kommt wie immer darauf an einen guten Mittelweg zu finden.

    Eine sehr gute Seite zum Thema Drucker ist:
    http://www.druckerchannel.de

    Aber eins muss ich noch loswerden:
    Ich erlebe oft wie Leute z.B. mit einem IP4000 dessen Druckkopf nicht mehr so toll ist vor der Entscheidung stehen neuer Druckkopf oder neuer Drucker.

    neuer Druckkopf für den alten IP4000 für ca. 60€
    neuer aktueller Drucker (z.B: IP4700) inkl. Patronen für 90€

    Ihr könnt euch vorstellen dass so viele geneigt sind sich einen neuen Drucker zu kaufen. Von den Mitarbeitern im Mediamarkt und Co. wird ihnen natürlich auch dazu geraten (die wollen schließlich verkaufen). LASST EUCH NICHT VERARSCHEN! Wenn euer Drucker nicht viel älter als 10 Jahre ist und abgesehen vom Druckkopf noch ordentlich funktioniert kommt ihr i.d.R. mit einem neuen Druckkopf günstiger denn:

    1. Die bei neuen Druckern mitgelieferten Patronen sind nahezu leer. Wenn das Düsenkallibrierungs-Bild und das ach so tolle Bild was oft von der beiliegenden Software, auf höchster Einstellung, automatisch gedruckt wird, um zu zeigen wie toll der Drucker ist gedruckt wurde ist auch schon bald Ende. Effektiv kann man also auf den Kaufpreis gleich noch einen neuen Satz Patronen drauf rechnen.

    2. Patronen neuerer Drucker haben eine geringere Füllmenge, kosten aber nicht viel weniger.
    Original Farbpatrone IP4000: 13ml, 12€ macht 92 Cent pro ml
    Original Farbpatrone IP4700: 9ml, 9€ macht 1€ pro ml
    Ihr seht die Patronen werden angeblich günstiger, da aber weniger drin ist werden sie unterm Strich sogar leicht teurer.

    3. Mit einem neuen Drucker macht ihr euch eher von den teuren Originalpatronen abhängig als mit eurem alten Drucker. Egal ob nun durch gechipte Patronen, kleinere Tröpfchen (und daher eher verstopfender Druckkopf) oder beides.

Trackbacks

  • [...] Was soll man denn nun glauben? Die Preise sind augenscheinlich zu hoch, die Argumentation von Seiten HP (die wohl stellvertretend für alle Original-Hersteller von Druckerpatronen stehen kann) ist aber gleichzeitig zumindest nachvollziehbar. Zu einem ähnlichen Schluss gelangt beispielsweise auch die Kunstfigur “Spießer Alfons” vom Off the Record-Blog  [...]

    Basic Thinking — 3. August 2010 @ 18:02 Uhr
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