Düstere Wolken und verpasste Chancen
Viel kann man lesen in diesen Tagen über die Aschewolke. Eilmeldungen über neuerliche Flugverbote, Hinweise zu Hotlines. Doch wenn es um den viel beschworenen Mehrwert für Leser geht, den Nutzen des Mitmach-Web, dann machen die Norweger es vor, wie Medien auch darauf reagieren können.
Für alle durch den Vulkan Gestrandeten hat VG.no aus dem Hause Schibsted schnell eine einfache, aber sinnvolle Seite ins Web gehievt. Hitchhiker’s Central (www.vg.no/spesial/haikesentralen/) nennt sie sich. Es ist eine Art Kleinanzeigen-Seite. Dort können Leser in Twitter-ähnlicher Kürze Transportgelegenheiten anbieten und suchen.
So ein Angebot hätte auch deutschen Verlagen gut gestanden. Stattdessen: Liveticker, Bilderstrecken. Vielleicht sind die Skandinavier einfach schneller im Denken oder nur näher am Leser. Vielleicht haben sie das Web und seine Chancen schlichtweg bereits verstanden. Ich weiß es nicht. Aber ich habe das Gefühl, dass man sich angesichts solcher Beispiele um norwegische Medien weniger Sorgen machen muss, als um deutsche Newsportale. Über diesen kreisen düstere Wolken, wenn sie sich selbst solch schlichte Chancen entgehen lassen. Das Web, es sei deutschen Verlagen noch einmal gesagt, ist nicht nur ein Publikationsmedium, es ist vor allem ein Medium zur Kommunikation.
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Die deutschen Verleger warten lieber bis sie von Steve Jobs gerettet werden
(und wenn sie nicht gestorben sind, dann warten sie noch immer)
Vielleicht kannst Du einen Rundbrief starten, dass es den Verlagen nicht schaden könnte sich die Warterei mit OTR lesen zu vertreiben. Ich glaube, das könnte mehr Verlage retten als das IPad
Fuck the IPad.
ich verfolge seit geraumer zeit die Jubelmeldungen über das iPad und bin ebenso wie beim iPhone und iTunes und dem zugehörigen – im Prinzip primitiven – mp3player erstaunt, für wie dumm sich die Konsumenten mitunter verkaufen lassen. Tut mir sehr leiud, aber die Produkte sind schlecht. Beispiele: mein mp3 player auf meinem lg touchscreen mobiltelefon kann mehr und ist komfortabler, damit bin ich auch viel schneller im facebook oder twitter – muß aber keinen Sondertarif bei meinem Mobiltelefonprovider bezahlen (achtung: Ösiland) und das iPad halte ich für Schrott (kein USB, kein WLan, kein Ethernet-Netzwerkanschluß). Warum ist also Steve Jobs der Messias?
Und im Übrigen wird Steve Jobs keinen deutschen oder auch österreichischen verleger retten – der will nur seine Kohle machen, um sich eventuell eine zweite Leber?transplantation leisten zu können. Alles andere ist dem wurscht. So schauts aus im Ösiland.
Schtimpt. Nur weil es so viele iDioten mit rachtischem Ego gibt, die meinen, ohne iPod, iPhone und iPad nicht mehr leben zu können, müssen die Produkte nicht gut sein. Wie wir wissen, sind sie im Gegentum seher schlecht, indem sie die Nutzer an die digitale Apple-Kette legen – und die iDioten auch noch dafür blechen. Muß mal den Blog suchen, in dem sehr anschaulich die Live-Zensur von Büchern auf dem iPad dokumentiert wurde.
(e)I der Daus! Wo kommt denn jetzt plötzlich die “I have I pad”-Diskussion her? Und seit wann ist das Internet eigentlich ein Kommunikations-Medium?[ironie off]
Tja, das ist so der Fluß der Dinge. Plötzlich entwicklen sich di Gespräche in eine andere Richtung. Man kennt das aus dem Offline-Leben.
Respekt VG, iDeal gelöstes, Menschenfreundliches Angebot. Vielleicht kommen aber nur Skandinavier auf solch pragmatische Angebote?
Also ich kommuniziere jetzt hier mal:
Oh Mann, die Leute, die die Apfel-Produkte miesmachen, ohne mal eines länger als 2 Minuten benutzt zu haben, sterben wohl nie aus, was? Ich bin kein Apple-Jünger und nutze neben Apple- auch nach wie vor Microsoft-, Sony-, Panasonic und Wasweißichnoch-Produkte. Und ja: Auch die haben ihre Vorteile. Aber was habt ihr eigentlich gegen ein Unternehmen, das einfach mal andere Wege geht, als der (Noch-)Mainstream? Wem USB oder sonst irgend etwas am iPad fehlt (WLan hat es im übrigen sehr wohl – genauso wie ein iPod Touch), der soll es halt nicht kaufen. Deshalb ist es noch lange kein schlechtes Produkt. Fakt ist, dass Apple-Geräte recht kompromisslos auf einfache Nutzbarkeit gezüchtet werden anstatt der üblichen Featuritis anheim zu fallen. Das ist eine langfristige Strategie (etwas was andere Unternehmen nur noch vom Hörensagen kennen) und zeugt von hervorragendem Unternehmertum.
Kleines Anwenderbeispiel: Ich habe gestern einen Mac-Rechner von der vorletzten auf das aktuelle Betriebssystem updated (analog also Win XP auf Windows 7). Im laufenden Betrieb (!!!) DVD rein, drei, vier Auswahl-Mausklicks und eine knappe Stunde sowie einen Neustart später lief der Rechner auf dem neuen System. Sämtliche Anwendungsprogramme, WLAN-Verbindung, Druckereinrichtungen usw. und natürlich auch Dateien wurden dabei nicht berührt, finden sich nach wie vor genau da, wo sie vorher auch waren und funktionieren einwandfrei. Ich musste in der Zeit nichtmal dabei sein, da alles ohne weitere Klicks ablief. Das soll mal einer mit XP auf Windows 7 nachmachen.
Wenn Eure LG-Smartphones tolle/besere MP3-Player als iTunes haben… schön. Andere kommen mit iTunes super klar und geniessen die absolut nahtlose Interaktion mit dem heimischen Rechner, dem iTunes Store, dem AppStore usw. Das kann wiederum eben LG nicht bieten. Also bitte: Jedem das seine. Auch mit Geltungsbedürfnis hat das in aller Regel nichts zu tun. Denn mein (schick designtes) 3 Jahre altes Sony Ericsson Candybar-Handy lege ich im Café genauso (un-)gern auf den Tisch wie mein iPhone.
Die Diskussion erinnert doch stark an die frühen Neunziger in denen sich jeder Handy-Nutzer ständig dem Vorwurf der Wichtigtuerei ausgesetzt sah. Vielleicht auch von Euch??? Und heute? Seht ihr?!
Dennoch wird Mr. Jobs natürlich weder die deutschen Verlage noch sonst irgendwen retten. Er macht nur als Chef von Apple seinen – haha – Job!