Wer will JET schlucken…?
Eigentlich soll die Werbung ja Fragen beantworten, die sich uns als Konsumenten stellen; stattdessen aber wirft sie häufig erst Fragen auf, die Werbung.
So zum Beispiel JET, die gelbe Tankstelle. Wir sehen im Bilde einen Herrn aus der Zeichenfeder von „Brösel“ aka Rötger Feldmann. Der Karikierte soll die Konkurrenz von JET verkörpern, also Aral, Esso, Shell et cetera. Und die wollen JET offensichtlich schlucken, beißen sich daran aber die Zähne aus.
Warum tun sie das? Weil JET nicht verkaufen will? Oder weil der Preis astronomische Dimensionen hat…?
Ja, oder ist die Sachlage eine völlig andere: Beißt sich die Konkurrenz die Zähne an JET aus, weil diese Mineralölfirma es schafft, noch dickere Gewinne für die Aktionäre sprudeln zu lassen als die anderen Tankstellen…?
Am den Preisen an der Zapfsäule kann es nicht liegen. Denn wenn die Großen wollen, dann könnten sie die gleichen Preise kassieren wie JET und andere. Egal, ob die Preise von JET höher oder niedriger liegen als die von Aral, Esso, Shell und Co.
Warum also soll sich die Konkurrenz an JET die Zähne ausbeißen…?
Vielleicht weil – so der Claim – JET schlauer ist und die Wettbewerber demnach dümmer? Aber was ist schlauer an JET …?
Fragen über Fragen. Wer gibt Antwort…?
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Soll der blaue Anzug eine Anspielung auf ARAL sein???
Man beachte die Rauten auf der Krawatte… könnte ARAL sein. Oder die CSU.
vielleicht ist es ja auch völlig egal, WEN der typ verkörpern soll. die headline sagt “die konkurrenz”, also steht der kerl für die konkurrenz an sich. eine erklärung des motivs spare ich mir jetzt mal, da ich denke, dass jeder normale mensch (auch “spießer” .. haha) dieses motiv verstehen werden. und nein – ich habe damit nichts zu tun. ich finde nur das bewusste falschverstehen des autors langsam ziemlich anstrengend und nervig.
Wenn Du doch so intelligent bist, dann erkläre mir bitte mal, warum sich die Konkurrenz an JET die Zähne ausbeißt!
Anscheinend is Rivfader auch so intelligent wie ich. Wenn man ganz mutig ist, könnte man darüber hinaus noch annehmen, dass Jet (wie eigentlich seit Jahren in ihrer Kommunukation) auf seine günstigen Preise anspielen möchte – dies könnte ggf. die Preissäule anzeigen, an denen sich die Konkurrenz gerade die Zähne ausbeißt. Aber um das zu erkennen, muss man natürlich Einstein heißen (denn er wusste ja schließlich: Essen = McDonalds Big Mac).
@ peter, Du bist so intelligent wie ExM u. a., weißt aber nicht, warum sich die Konkurrenz von JET an JET die Zähne ausbeißen soll, Das tun die nämlich nur in der Reklame von JET.
Die Metapher (griechisch μεταφορά „Übertragung“, von metà phérein „anderswohin tragen“) ist eine rhetorische Figur, bei der ein Wort nicht in seiner wörtlichen, sondern in einer übertragenen Bedeutung gebraucht wird, und zwar so, dass zwischen der wörtlich bezeichneten Sache und der übertragen gemeinten eine Beziehung der Ähnlichkeit besteht.
@ peter – Über den allgemein verbreiteten Unfug der Werber, den Verbraucher mit Metaphern heimzusuchen, habe ich schon hier berichtet: http://www.horizont.net/standp.....8;params=1
Und genau das ist die Dumm- oder Feigheit von JET: Warum sagen sie nicht direkt, was sie sagen wollen, sondern wählen den Umweg mit einer Phrase, die eine Leerformel ist?!
Über metaphern in der werbung kann man streiten – genau so wie man reime oder einsteinvergleiche als unfug bezeichnen kann. ich gebe dir aber recht, dass das plakat oder die anzeige mit einer zusätzlichen erklärenden subline á la “die günstigsten preise gibt’s bei jet” noch einleuchtender wäre.
aber dennoch sollte, wer mit ein bisschen grips ausgestattet ist, erkennen können, dass die aussage des motivs “die konkurrenz ist neidisch auf uns” bzw. mit ein bisschen mehr grips “die konkurrenz ist neidisch auf uns wegen unserer günstigen preise” lautet.
ob das jetzt so toll, kreativ oder schlau ist, sei mal dahin gestellt. aber so schwer ist es doch nicht, das zu erkennen. zumindest, wenn man es nicht absichtlich falsch oder gar nicht verstehen will.
Womit wir wieder beim casus belli sind: Wenn die Konkurrenz tatsächlich neidisch ist – warum dann, um alles in der Welt, gleicht sie ihre Preise nicht denen von JET an oder unterbietet sie sogar?
tja, das solltest du dann wohl eher die konkurrenz fragen.
oder fändest du ein motiv besser, in dem jet erklärt, dass aral oder shell oder wer auch immer teurer sind, weil sie höhere verwaltungskosten haben, mehr personal oder ölplattformunglücksbeseitungskosten?
vielleicht ist es da einfach schlauer zu sagen: die konkurrenz ist neidisch auf uns, weil wir günstiger sind als sie. ätschibätsch.
Na bitte, Du hast es am Ende doch gelernt: So zum Beispiel hätte JET es sagen können, auch ohne ätschibätsch.
“aber dennoch sollte, wer mit ein bisschen grips ausgestattet ist, erkennen können, dass die aussage des motivs “die konkurrenz ist neidisch auf uns” bzw. mit ein bisschen mehr grips “die konkurrenz ist neidisch auf uns wegen unserer günstigen preise” lautet.”
du hast es also jetzt verstanden. toll!
Hab’ ich Dich zu früh gelobt? Hier siehst Du mal, wie ich eine alte JET-Anzeige so umgestaltet habe, dass sie für den Konsumenten sinnvoll gewesen wäre: http://www.horizont.net/standp.....8;params=1
Und genau das bemängele ich auch bei der aktuellen JET-Anzeige: Wenn sie tatsächlich günstiger sind, warum sagen sie es dann nicht?!
ich erinnere mich. schon damals konnte ich über die “verbesserung” nur den kopf schütteln. ich gehöre zu denjenigen, die anderen menschen ein mindestmaß an intelligenz unterstellen. und deshalb denke ich, dass sowohl damals bei dem sparschwein-motiv als auch jetzt beim konkurrenz-motiv die botschaft von der masse der betrachter verstanden wird. es sei denn, sie wollen sie nicht verstehen. wie dem auch sei: wir drehen uns hier im kreis – oder haben völlig unterschiedliche auffassungen von menschlicher intelligenz.
Dann bleibt mir zum Abschluss nur noch zu bemerken: Ich freue mich, dass Du, der Du so intelligent bist, schon seit Jahren zu meinen Intensiv-Lesern gehörst!
Ich sehe es auch eher als eine allgemeine Ansage à la: “Mit uns kann niemand mithalten, wir sind die Besten!” in Verbindung mit der Kunst eines allseits beliebten Zeichners, dessen Malerei und Sprüche obendrein ordentlich Wiedererkennungswert besitzen und insofern auch gut ankommen (“Schlauer is das” —> wir wolln zweimo’ Zuggäei — Jo, Besser is das.” [O-Ton "Werner-Beinhart"]).
Und warum sollen die Verbraucher so dumm sein und JET glauben, dass die Konkurrenz sich an der gelben Tanksäule die Zähle ausbeißt?
Werbung soll doch erreichen das man über die Firma oder Produkt spricht, jet hat es doch erreicht
na ja, das sechs leute in einem werbeblog über ein plakat sprechen, heißt noch nicht wirklich, dass es erfolgreich ist.
Das ist nicht korrekt. Richtig ist: Der Werbungtreibende möchte, dass man POSITIV über Produkt und Firma spricht. Und das hat JET meiner Meinung nach nicht erreicht.
Also, jetzt mal ährlisch: Werbung – auch Printwerbung – funktioniert innerhalb von Sekunden. Oder gar nicht. Kein Mensch macht sich beim Durchblättern des “Stern” oder “Spiegel” solche Gedanken über z.B. eine Jet-Anzeige, wie der Spießer.
2 Sekunden Headline lesen. 2-3 Sekunden Bild betrachten. Botschaft aufnehmen (oder eben nicht). Weiterblättern.
Was bei der Jet-Anzeige hängen bleibt, ist vor allem das “Underdog”- und “Pro-Konsument/Autofahrer”-Image. “Wir sind anders, netter, cooler – und eventuell auch billiger als die Etablierten.”
Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.
Dann solche sophistischen Fragen zu stellen, wie der Spießer, zeugt nur davon, dass man den Sinn und die Wirkung von Werbung in unserer heutigen Zeit nicht verstanden hat. Und um das zu beweisen, siehe die “verbesserte” Anzeige des Spießers für eine alte Jet-Anzeige. Sorry, aber alles auszuschreiben hat bei David Ogilvy vielleicht noch funktioniert (siehe Rolls Royce-Anzeige, wobei das wenigstens ein toll geschriebener Text war). Heute ist es nur noch altbacken, öde und wirkungslos. Null Emotion. Null Ansprache des EV. Einfach langweiliges Faktenaufzählen. Das ist Postwurfsendungsniveau.
Und was das “positive Sprechen” über Produkt und Firma angeht: Keiner (!) spricht heute noch über eine Firma und ihre Werbung, weil die so toll ist. Es sei denn, die Telekom engagiert mal wieder einen wie Paul Potts. Mit Print erreicht man das in 99% der Fälle nicht. Was man erreicht, ist, dass ein Image der Firma hängenbleibt. Und natürlich, dass die Firma überhaupt eine Referenz für den EV ist, eine Marke, die man kennt.
Sorry, Alfons, aber so langsam muss ich mich wirklich fragen, was Dich dazu qualifiziert, über Werbung zu sprechen oder gar zu urteilen. Nichts persönliches, nur eine Frage, die sich nach Deinem obigen Text und Deinen – manchmal recht persönlich beleidigenden – Kommentaren stellt.
Du machst einen großen Fehler, nämlich den der Verallgemeinerung. Es gibt weder nur eine Zielgruppe, noch gibt es nur ein Produkt und auch nicht nur einen Werbeträger. Das ist das Grausame an den heutigen Jungwerbern: Sie schauen in den Spiegel (nicht den gedruckten) und glauben, dabei haben sie die Zielgruppe ihrer Arbeit vor sich. Um die Anzeige beurteilen zu können, hättest Du zuerst fragen müssen: Wo stand das betreffende Sujet überhaupt?
Und weil viele Werber so fehlerhaft denken, funktioniert die Werbung auch nicht, wie sie funktionieren könnte, wenn die so genannten “Kreativen” sich weniger mit sich selbst beschäftigen würden, sondern mehr mit ihren Zielgruppen, für die sie arbeiten.
Wenn ich Dich jetzt mit meinem Kommentar persönlich beleidigt habe, dann ist das halt so.
@ Alfons: Nein, beleidigt hast Du mich überhaupt nicht. Ich muss Dir nur widersprechen. 1. Das “Sujet” erscheint in Publikumszeitschriften, u.a. Spiegel und Stern. Daher erreicht es eine soziologisch sehr breitgefächerte Leserschaft. D.h. die Anzeige muss für “alle” funktionieren, bzw. für alle Autofahrer.
Die Zielgruppe ist also “Autofahrer”. Und diese reicht, wie bekannt, vom 18-jährigen Fahranfänger über den Handwerker bis zum Benz-Bonzen.
Angesprochen fühlen sich von dieser Werbung jedoch sehr wahrscheinlich hauptsächlich die Jüngeren und “Unangepassten”, die übrigens auch Stern, Spiegel, etc. lesen.
Insofern trifft die Werbung exakt die Zielgruppe, für die sie konzipiert wurde. Und ich bleibe bei meiner Meinung, dass eine solche Anzeige nicht über Logik und “Argumente” funktioniert, sondern über Image. D.h. schlicht, dass man sich mit “Jet” identifizieren kann/soll, wenn man “cooler” und dabei auch noch preisbewußt sowie gegen die “Großen” ist.
Emotionen statt E =mc².
Postwurfsendungsniveau? Was ist das, bitte schön? Vielleicht erfolgreiche Werbung—?
Erfolgreich? Möglicherweise. Aber das Niveau der Texte ist ein anderes als das bei Anzeigen (generell zumindest). Ich hoffe, da stimmst Du zu …?!
@ Spirou
Der Spießer soll nicht hinterfragen, was da in Anzeigen Dusseliges zum Ausdruck gebracht wird, weil nur wichtig ist, was der Inserent mit seiner Dussligkeit beim EV rüberbringt?
Sach ma, Alter, woher kommst Du denn???
Erstens, Digger, komm’ ich wirklich vom Kiez, im Gegensatz zu Dir, wie man an Deinem “Alter”-Ausdruck sehen kann …
Zweitens, Kid, habe ich nicht gesagt, dass der Spießer nicht hinterfragen soll. Was ich mir wünsche, sind jedoch nicht Verschlimmbesserungen und – auch wenn manchmal ganz lustig – “Polemiken”, sondern echte Analysen, die auf fundierten (und gerne auch launisch geschriebenen)Fakten basieren.
Und drittens ist es in der Tat wichtig, was der Inserent beim EV rüberbringt! Ob er “dusselig” ist, wie Du es ihm pauschal unterstellst, sei mal dahin gestellt. In jedem Fall funktioniert die Jet-Werbung seit längeren (und nein, ich habe damit nichts zu tun!) und hat das Image von Jet klar im Kopf der Zielgruppe “Autofahrer” etabliert.
Sonst noch Fragen?!
Passende Antwort, Herr Spießer! Viele Werber glauben, dass alle Anzeigen nach demselben Strickmuster fabriziert sein müssen, egal, ob es sich um Kosmetik für Frauen oder Benzin für Autos handelt. Was Spirou da anführt in Sachen Gestaltung beweist wieder einmal mehr, dass Werber – falls Spirou überhaupt einer ist – nicht wissen, was sie tun, bzw. tun sollen. Und die Jet-Anzeige empfinde ich als abstoßend aber zielgruppengerecht für Horex-Fahrer.
Und hätte ich die Anzeige im Fachmagazin für den Horex-Fahrer gefunden, hätte ich sie anders beurteilt. Ich denke mal, Spirou ist entweder Horex-Fahrer oder Tankwart bei JET, bzw. Kraftfahrer bei deren Werbeagentur.
Außerdem: Die Leute lesen keine langen Texte in Anzeigen. Was sie lesen, das sind interessante Texte. Wenn die allerdings in einer Anzeige stehen … aber lassen wir das! Denn welcher Texter kann heute noch mitreißende Texte in Anzeigen schreiben?!
@ Katapult: Kurze Frage: Wo habe ich etwas über die Gestaltung geschrieben? Mir geht es um die Gesamtwirkung der Anzeige, um das, was “hängen bleibt” bei der Zielgruppe Autofahrer.
Was das “Strickmuster” angeht: Aber natürlich funktionieren alle guten Anzeigen nach dem gleichen Strickmuster – und das seit dem Tag, an dem die erste Anzeige erschien: Eine(!) klare Aussage – schnell und einprägsam vermittelt – Absender – Fertig.
Schön aber, dass Du als fleischgewordener Porsche-Holgi alle Werber mit einem Satz über einen Kamm scheren kannst. Da hast Du, lieber Holgi, im Spießer Dein Pendant gefunden, denn auch er verallgemeinert ja gerne (siehe oben: “Denn welcher Texter kann heute noch mitreißende Texte in Anzeigen schreiben?!”).
Meiner Meinung nach ist der Horex-Fahrer – und vor allem der Kraftfahrer bei der Jet-Werbeagentur – in Sachen Werbung im Vergleich zu Dir, Katapult, eindeutig derjenige mit mehr gesundem Menschenverstand. Und daher sehe ich es durchaus als Lob an, als solcher bezeichnet zu werden.
“The consumer is not a morron, she is your wife!” David Ogilvy