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Herr Schirrmacher, lieben Sie Blogs?

24. Juni 2010
von

Das schnelle Wort von der Bücherverbrennung ist schon deplaziert, aber fragen muss man, was da gerade in Sachen Blogs bei der FAZ passiert. Zumindest den Blog “Ctrlverlust” hat man dort wohl auf Eis gelegt und weil man bei der FAZ keine halben Sache macht, gleich komplett amputiert.

Die Hintergründe lesen Sie beim (EX?) Faz-Blogger selbst. Es hat etwas mit Bildrechten zu tun, mit Umgangsformen, vielleicht auch mit Missverständnissen und Befindlichkeiten und offensichtlich auch mit Kontrollverlust. Wo und bei wem, das können Sie hier lesen.

Bis  dann hoffentlich auch Herr Schirrmacher eine Antwort formuliert. Bis dahin darf sich die FAZ auf einen Shitstorm freuen und auf etliche Stimmen, die sagen werden, sie hätten es schon immer gewusst, angesichts all dieser dem Internet so abholden Schriften aus der Mainzer Landstraße.

Weitere schmutzige Wäsche und eine andere Sicht der Dinge an der Blogbar,  dort mixt ein weiterer freier FAZ-Blogger die Drinks.

Update: Stellungnahme der FAZ bei Carta:

“Herr Seemann hat mehrfach Fotos in sein Blog CTRL-Verlust gestellt, deren Rechteinhaber ausdrücklich die kommerzielle Nutzung untersagten. Er ist, wie alle Blogger der F.A.Z., noch einmal am 21.6.2010 in einer Mail darauf hingewiesen worden, unter keinen Umständen geschützte Fotos zu veröffentlichen. [...]

In seinem jüngsten Blogbeitrag hatte Herr Seemann drei Fotos veröffentlicht, die unter Creative-Commons-Lizenz standen und nicht zur kommerziellen Nutzung freigegeben waren. Die Redaktion hat diesen Beitrag daraufhin aus dem Netz genommen und Herrn Seemann in einer Mail darüber informiert.

Entgegen redaktioneller Absprache hat Herr Seemann diesen Beitrag kurze Zeit später durch eine Version ohne Fotos ersetzt und ohne Rücksprache auf der Homepage von FAZ.NET publiziert. Daraufhin hat die Redaktion sein Blog vorübergehend gesperrt. Sie sah sich gezwungen, die Bildrechte an sämtlichen Fotos zu überprüfen und etwaige nachträgliche Veränderungen für den Fall zu verhindern, dass der Verlag der F.A.Z. mit Rechteansprüchen konfrontiert werden würde.

Allerdings hatte Herr Seemann den Vorgang zu diesem Zeitpunkt bereits per Twitter kommentiert und ihm eine Wendung ins Grundsätzliche gegeben. [...]“

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Kommentare zu “ Herr Schirrmacher, lieben Sie Blogs? ”

  1. Gilly am 24. Juni 2010 um 20:38 Uhr

    Dumm gelaufen. Shitstorm und Streisand-Effekt juche!

  2. carmen am 25. Juni 2010 um 02:10 Uhr

    ich dagegen bin (wie viele andere, dem vernehmen nach) sehr froh, dass der tölpel hausverbot hat. und hoffe, dass es so bleibt.

  3. mark793 am 25. Juni 2010 um 09:33 Uhr

    @shitstorm: Kommt da noch was oder bleibts bei dem leichten Pupsgeruch in der Sommerluft?

    Gut, ein paar Twitteure und Twitteusen aus dem Dunstkreis des Kontrollverlierers kriegen Schnappatmung, besonnenere Stimmen fragen nach der Verhältnismäßigkeit, die man von außen, wenn man die ganze Korrespondenz nicht kennt, sowieso nicht wirklich beurteilen kann. Ich für mein Teil habe jedenfalls Schwierigkeiten, Michael Seemann als Opfer in der Angelegenheit zu sehen. Und ich würde dem Vorgang auch nicht eine solche Bedeutung zumessen, dass sich Herr Schirrmacher oder das Herausgeber-Gremium dazu heute abend in den “Tagesthemen” groß erklären müsste.

    • Olaf Kolbrück am 25. Juni 2010 um 09:43 Uhr

      Auch ein Pups riecht unangenehm. Und sicher weiß auch die FAZ, dass mein Shitstorms einfach aussitzen kann. Ab Sonntag, 16 Uhr redert auch Blog-Deutschland über andere Dinge. Aber man kann nicht Nicht-Kommunizieren. Abeer es wäre es zumindest höflich gegenüber den Lesern, die Gründe für diese Tabula-Rasa-Politik darzulegen. Denn wenn mspro mit Bldrechten wiederholt schludrig umgegangen ist (er gibt das selber zu), dann muss man darauf reagieren. Die Frage ist dann nur wie – und wie erkläre ich es meinem Leser.

      • mark793 am 25. Juni 2010 um 17:20 Uhr

        Bei carta.info ist inzwischen eine Stellungnahme aus dem Hause FAZ zu lesen. Natürlich lassen sich die beiden Darstellungen des Sachverhalts nicht lückenlos in Übereinstimmung bringen, und man geht wohl nicht ganz fehl in der Annahme, dass die Schnittmenge der beiden Versionen da endet, wo die protokollarischen Feinheiten des Vorgangs liegen. Ich denke nach wie vor, es brauchte seitens mspro schon ein gerüttelt Maß an Selbstüberschätzung und mangelnder Professionalität, um sich von so einer bequemen Position wie dem FAZ-Blog mit allen inhaltlichen Freiheiten ins Aus zu manöverieren. Etwas mehr Dienstleister-Mentalität hätte dieser Diva der Digitalität sicher nicht geschadet. Verbuchen wirs also unter “Lernprozesse”.

  4. Michaela am 30. September 2010 um 23:15 Uhr

    Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, hat sich Herr Seemann doch an die Vergaben gehalten und danach seinen Blog ohne Fotos veröffentlicht. Von einer vorherigen Absprache eines Blogeintrags ohne Foto war aber nie die Rede. Das ist dann schon etwas ominös. Anfangs hatte ich die Geschichte so verstanden, dass er sich über die FAZ hinweggesetzt hat und die Fotos trotzdem veröffentlicht hat, das wäre dann schon ein Grund den Blog zu sperren. Aber so…

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