Irre: Dieckmann fand neuen Irren, der Deutschland droht
Wir BILD-Leser wissen, dass der Iran von einem Irren regiert wird, nämlich dem Irren von Teheran – siehe die Abbildung links! Aber heute berichtet BILD auf der Titelseite von einem neuen Irren, der Deutschland bedroht. Und diese Drohung ist schlimmer als die atomare Bedrohung aus Teheran, denn der Irre aus Argentinien droht uns doch tatsächlich, dass wir im Spiel gegen sein Land unterliegen werden – siehe die Abbildung unten! 
Ja, ja, die Welt ist voll von Irren. Und vermutlich irrt sich auch Spießer Alfons, wenn er vermutet, dass BILD-Chefredakteur Kai Dieckmann irre gewesen ist, als er sein Placet gegeben hat zur irren Schlagzeile seines Blattes. Aber Fußball wird ja mit dem Fuß gespielt. Und wenn Deutschland gegen Argentinien verliert, dann weiß BILD hernach den Grund: Der irre Jogi war’s!
Pardon, Maradonna, aber der deutsche Boulevard ist, was die deutsche Boulevardzeitung bleibt: irre.
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Volkes Stimme, ungeschönt. Wo kämen wir hin, wenn so durchgeknallter Kokser unsere pflichtbewussten Fußballarbeiter demütigt?
Ja, von sowas lebt die BILD. Die Schlagzeile ist, was zählt. Obwohl ich die BILD-Schlagzeilen mit ihren Wortspielen oft noch ganz gelungen finde. Und mit “irre” kann ja auch positiv verrückt mit gemeint sein!
Zu beachten ist auch der Stellenwert, den der “Irre” im Vergleich zur heutigen Wahl des Bundespräsidenten bei “Bild” hat.
Ich versteh nicht viel von Fußball, aber, wo ‘droht’ der Trainer der Argentinier [?] denn? Und sollte nicht der ‘Irre Löw’ auch voller Zuversicht verlautbaren: ‘Für Argentinien ist die WM vorbei!’?
Oder ist die BILD für mich einfach nur zu intellektuell, bin ich zu blöd, denen zu folgen?
Ach, machen wir uns doch nichts mehr vor. Sich über die “BILD”-Schlagzeilen aufzuregen ist ungefähr ebenso so sinnvoll, wie sich über das Wetter zu entrüsten.
Selten war der Spruch “Humor ist, wenn man trotzdem lacht!” so angebracht wie bei den täglichen BILD-Entgleisungen.
Als Texter kann man allerdings doch immer mal wieder was von den Kollegen aus der Redaktion von Europas größter Boulevard-Zeitung lernen. Daher: Täglich lesen. Inhalt verwerfen. Headline-Kunst “aufsaugen”. ;o)