Print, der schlafende Riese
Nachdem die MA nun endlich ehrlich geworden ist und bei der Datenerhebung alle Leser von Zeitungen und Zeitschriften mitgezählt hat, gibt’s de facto keine Reichweitengewinne, sondern nur eine korrekte Bestandaufnahme. Und dabei liegen die Leserzahlen höher als bei der letzten Erhebung.
Man muss schon ein dickes Brett vor dem Kopf gehabt haben, als man vordem gemeint hatte, dass 5,7 Millionen Menschen keine Leser sind, weil sie keinen deutschen Pass haben. Und Konsumenten konnten das schon gar nicht sein, auch wenn sie in Deutschland leben, arbeiten und einkaufen.
Jetzt liegen also die neusten Werte vor. In Kurzform: 93,5 Prozent der Bevölkerung erreichen die Werbung treibende Unternehmen mit Zeitschriften, was 70,5 Millionen Konsumenten sind. Und 69,6 Prozent = 49 Millionen lesen täglich eine Zeitung.
Wenn auch die Auflagen gefallen sind: Oberstes Kriterium für die Mediaplanung war und ist die Anzahl der Leser. Und diese Zahl ist höher als vorher.
Dem Spießer stellen sich Fragen. Zum Beispiel: Warum gibt es Werbungtreibende, die kontinuierlich seit Jahr und Tag in Zeitungen und Zeitschriften werben? Tun die das, weil sie keinen Erfolg damit haben? Oder tun sie das, weil ihnen die Verlage leid tun, weshalb die Inserenten als Mäzene der Verleger auftreten und den Mediaeinsatz nicht unter Werbungskosten verbuchen, sondern auf dem Konto Abschreibungen…? Oder tun sie es vielleicht – viele Jung-Werber mögen es kaum glauben – weil sie damit messbaren Erfolg haben…?
Spießer Alfons sagt es zum 1001. Male: Print ist nach wie vor die stärkste Mediawährung in diesem unserem Lande. Weil der Werbungtreibende dort weiß, was er für sein Werbegeld bekommt. Das Problem ist vielmehr: Warum schaffen so viele Kreative es heute nicht mehr, den Leser mit einer Anzeige so zu erreichen, dass der sich a) angesprochen fühlt, b) sich mit dem Angebot beschäftigt und sich c) zum Point of Sale bewegt? Wenn Ihr die unmaßgebliche Meinung des Spießers wissen wollt: Die Leute, die Werbung machen, gehören zu den 30,4 Prozent, die keine Zeitung lesen, bzw. zu den 6,5 Prozent, die Zeitschriften für überflüssig halten. Oder es sind ganz einfach Ignoranten.













Teils, teils. Ein bisschen mehr über den Tellerrand zu blicken könnte einigen meiner Kollegen sicherlich nicht schaden. Aber das Maß aller Dinge ist nun mal der Kunde und der möchte gerne eine Internetpräzenz mit allem PiPaPo. Und billiger als Print ist es obendrein. Im Zeitalter der Geiz ist geil-Mentalität ja auch kein Wunder. Und solange der Spiegel als Digitale Ausgabe für das iPad teurer ist als die Printausgabe und auch sonst kaum Mehrwert hat, werde ich weiter die Papierversion in der Bahn lesen. Hat schon mal jemand versucht ein iPad zusammenzurollen? Nö, geht nicht… also auch deswegen weiter Print!
Und wer will schon en iPad-User sein?
http://www.gamona.de/hardware/.....83363.html
Wer das Geld und die Zeit hat, soll ruhig weiter Anzeigen schalten. Verbietet doch keiner. Genauso ist doch den meisten schon klar, dass es eine Art Generationenkonflikt zwischen dem “gewöhntem Leser” und denen gibt, die sich neue Wege des Konsums bedienen. Es geht wohl auch darum, wen man mit der Anzeige erreichen will.
Weniger verstehe ich dieses pochen auf eine Disziplin: natürlich sollte keiner eine Anzeige verschmähen, nur aus dem Grund, dass es eine Anzeige würde. Aber krampfhaft Anzeigen schalten, “weil man es immer so gemacht hat” ist noch schwachsinniger.
“Gewöhnter Leser”…? “Neue Wege des Konsums bedienen”…? “Krampfhaft Anzeigen schalten”…?
Es geht in der Werbung doch darum, Konsumenten zu erreichen und zu beeinflussen, oder? Und was rund 70% bzw. 93,5 % der Bevölkerung erreicht und beeinflusst, das ist zweifelsohne ein Medium für die Werbeansprache. Und dass man seine Zielgruppen auch noch selektieren kann nach verschiedenen Kriterien, kommt noch hinzu. Gegenfrage: Ist es auch “schwachsinnig”, in den Läden einzukaufen, “weil man es immer so gemacht hat”…?
Ich finde es schwachsinnig in Läden einzukaufen, wenn ich über eBay oder auch andere Wege, von mir aus auch welche, die erst noch verfeinert werden müssen, besser einkaufen kann, ja. Nicht nachzuvollziehen?
Und es tut mir ja leid, dass es viele nicht einsehen wollen, aber: Wer z.B. immernoch denkt, es geht in der Werbung einfach darum zu “beeinflussen”, der sollte sich eh nochmal überlegen, ob er nicht ein paar Jahre(Jahrzehnte) hinterher ist
Dann sind Deiner Meinung nach 99 Prozent aller Menschen im Lande “schwachsinnig”. Und damit ist jede weitere Diskussion mit Dir unsinnig.
“Der Kunde will nun mal eine Internetseite”… Der Kunde will auch sein Logo übergroß und möglichst in der Mitte von egal was. Und Twittern will er auch – egal was.
Dafür gibt es doch dann eine Agentur: Um den Kunden das zu empfehlen und zu verkaufen, was für ihn Erfolg bringt, auch wenn es nicht das ist, was er “nun mal” am Anfang wollte.
…dachte ich zumindest.
Ach Gottchen… der Herr ist sich wieder zu fein, in den Aussagen von anderen die Differenzierung zu erkennen, damit sein eigener Standpunkt nicht (zum wiederholten male) als fehlgeleitete Interpretation zu erkennen ist.
Aber stimmt schon, ich bin Schwachsinnig und sein gegenüber zu beleidigen wurde ja schon von Schopenhauer als “ganz großer Kunstgriff” erkannt
Spießer Alfons kommt langsam in die Jahre, oder war es doch nur zuviel Post von Wagner?
Für mich ist Print ganz ganz wichtig, denn das ist ” trust ” Was gedruckt ist, das stimmt!