Mit Bally-Schuhen auf dem Strich? Oder was…?
In den Bildern von Anzeigen werden uns häufig Geschichten erzählt. Das sind kurze Episoden aus dem Leben, die der Werber als „Slices of Life“ bezeichnet.
Betrachten wir einmal die Anzeige von Bally, dem Schuhmacher aus Switzerland! Dort haben wir ein Stück aus dem Leben vor unseren Augen. Ohne Worte in einem Bild. Wir sehen die Beine eines Mannes, der vermutlich Bally-Schuhe trägt, die so glänzen, als kämen sie justament aus dem Laden. Und der Mann möchte unerkannt bleiben, weshalb er seinen Kopf nicht für Bally hingehalten hat.
Und dann lehnt dort ein junger Mann an einer Mauer und guckt interessiert. Seine Hände stecken in den Hosentaschen, und auch seine Schuhe glänzen ebenfalls wie ladenneu.
Spießers Werbefachfrage: Was will uns der Schweizer Schuhfabrikant mit dieser seiner Darstellung erzählen…?
Wenn Ihr Alfons fragt, dann antwortet der Spießer unverblümt: Sieht typisch nach Stricher-Szene aus. Alles Weitere könnt Ihr Euch ja denken.
Sollte jemand aus der spießigen Lesergemeinde eine andere Deutung haben, so möge der oder die uns daran teilhaben lassen! Spießer Alfons bittet um Eure sachdienlichen Kommentare, was der Inserent sich wohl bei seiner Anzeige gedacht hat!












Ich glaube was tatsächlich mit der Anzeige gezeigt werden soll könnte sein:
Selbst so ein cooler Typ wie der hinten in der Ecke guckt neidisch auf die Schuhe, also müssen die schon extrem toll sein
Aber das mit dem Strich klingt auch einleuchtend. Vielleicht steht der Kerl mit den Bally-Schuhen auch gerade vor einem Erschießungskommando der Mafia und der Typ in der Ecke will sich die Schuhe unter den Nagel reißen sobald der Andere umgelegt ist.
Bleibt die Frage ob man als Macher einer solchen Anzeige derart viel Raum für Interpretation lassen will oder der Zielgruppe lieber ein klareres Bild der Marke/des Produkts liefern möchte. Hat beides Vor- und Nachteile!
Die Schweiz hat eine Stricherszene? Und Ahrensburg auch? Ich bin erschüttert.
Hat der Spießer eigentlich Text aus der Anzeige entfernt, der uns irgendwas erläutern kann, sagen wir eine Headline wie ‘Wenn Sie den ganzen Tag die Mauer halten müssen’? Oder ‘Eckensteher brauchen gute Schuhe’? ‘Glänzender Auftritt’ war es bei dem Sujet wohl eher nicht …
Der Typ an der Holzwand wirft keinen Schatten. Bestimmt ein Photoshop-Vampir, der den Bally-Träger aussaugen will.
sagen interpretationen nicht immer mehr über den interpreten als über die sache?
nichts für ungut, tatsächlich legt dieses motiv so geshooted eine solche interpretation sehr “nah”…
sagt der bordellpianist
Wirkt echt voll Spooky.. entweder hat der Typ im Hintergrund ne 500 Watt Glühbirne gefuttert oder die Ausleuchtung ist einfach nur totaler Müll. Naja, auf jeden Fall ein Beispiel, wie Werbung nicht aussehen sollte
hhmmmmh… ich weiß nicht! Aber woher weiss der Spießer wie es in der Stricherszene ausschaut?!
Diese Frage kommt spät, weil ich sie früher erwartet hatte. Meine Antwort: Woher wusste Karl May, wie es im Wilden Westen ausschaut…?
Und woher weiß der Westen das er Wild ist?
Spass beiseite:
Sind doch schön die Schuhe. Hätte sich der Schattenlose nicht eingeklickt wäre alles top.
Als Anzeige mit UV-Lack Veredelung könnte das sehr wertig aussehen und ein entsprechendes Markenimage vermitteln. Wahrscheinlich klassischer Fall von:
Kunde – “Da ist mir noch nicht genug Leben drin, ein bisschen mehr Ballermann, aber nicht Ballermann!”
Wahrscheinlich ist es nur ein Zwergenstricher.
Perspektivisch gesehen ist nämlich der Bally-Schuhträger immer noch mindestens dreimal so groß wie der Zwerg.