Image: Müllmann angesehener als Mitarbeiter in Werbeagentur!
Oh! Oh! Oh! Peinlicher geht’s nimmer! Und zwar für die Mitarbeiter von Werbeagenturen: Laut einer Untersuchung von Forsa über das Ansehen von insgesamt 29 Berufsgruppen liegen die Werber auf dem 3. Platz – allerdings von unten! Nur noch Mitarbeiter der Telekom und Versicherungsvertreter liegen schlechter in der Meinung des Volkes als die Werber. Und sogar der gefürchtete Steuerinspektor steht noch in höherem Ansehen als der Mitarbeiter einer Werbeagentur.
Das muss man sich mal reinziehen: Werber, die ihren Kunden erzählen, dass sie denen durch Werbung ein besseres Image bescheren können, die haben selber ein schlechtes Image! Sie, die Göttergleichen, die sich selber krönen in Cannes, New York, beim ADC und anderen Festivals der Branche, sie gehören zu den Schlusslichtern der Gesellschaft, was ihren Beruf betrifft!
Wie gern erzählen Werber in gespieltem Masochismus den alten Joke, der da lautet: „Sag’ meiner Mutter nicht, dass ich in der Werbung arbeite – sie glaubt, ich wäre Pianospieler in einem Puff!“ Heute ist das kein Scherz mehr, denn Spießer Alfons ist sicher: Hätte Forsa den „Pianospieler im Puff“ mit abgefragt, er läge deutlich über dem „Mitarbeiter in Werbeagentur“.
Ja, Ihr tollen Helden in den kreativen Hochburgen des Landes, Ihr coolen Hirsche mit den tollen Trophäen: Nun wisst Ihr, wie die Zielgruppe Eurer Arbeit Euch persönlich einschätzt! Dagegen ist jeder Dachdecker ein Supermann, gar nicht zu reden vom Müllmann – siehe Tabelle! Möglicherweise deshalb, weil Dachdecker und Müllmänner sich alljährlich keine Awards verleihen, um ihr Image zu polieren, sondern einfach bloß gute Arbeit leisten…?
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Und: Während Politiker in der Gunst des Volkes gestiegen sind, sind die Werber gefallen! Tipp des Spießers an die Zunft der Werber: Vielleicht solltet Ihr es in Zukunft mal mit guter Werbung versuchen? Oder vielleicht mit Bescheidenheit …?
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Das geht runter wie Öl.
Und warum wird nun ausgerechnet der Müllmann als Vergleichswert angebracht? Warum nicht er Dachdecker, der, warum auch immer, beliebter ist als der Journalist? Oder der Techniker, der knapp vor seinem Arbeitgeber, dem Unternehmer liegt, der wiederum seinen Anwalt hinter sich gelassen hat, der aber wiederum, warum auch immer, vor dem Dachdecker liegt?
Und was macht ein “Mitarbeiter in Werbeagentur” eigentlich beruflich? Fragen über Fragen. Überhaupt: Wer wurde eigentlich gefragt?
Warum denn nicht der Müllmann? Ich habe als Kind von meinen Eltern dermaleinst häufig gehört: “Wenn Du weiterhin so faul in der Schule bist, wirst Du eben Müllmann!” Ich bin deshalb nicht fleißiger gewesen, habe es aber nicht bis zum Müllmann geschafft. Leider nicht.
Wer gefragt wurde? Ich leider nicht. Sonst wäre der Politiker nicht so weit oben!
OK, ich wurde anders gewarnt. Mich haben sie mit “wir fahren raus um 7.00 Uhr” verloren:
http://www.youtube.com/watch?v=IUqdro4kTko
Ich schlaf ja gerne etwas länger. Als Kind schon und als Werber eh.
Was der Mitarbeiter in einer Werbeagentur macht? Genau das habe ich mich auch schon häufig gefragt. Vielleicht kann einer von denen das mal erläutern?
Texter: Den ganzen Tag bloggen, twittern, kommentieren und genervt gucken, wenn der Berater was von ihm will und nicht wie sonst mcht, wofür er bezahlt wird.
Berater: Bei Xing checken, wer aus der Schule/Uni/Heimatstadt blödere Lebensläufe hat, um sich mit denen mal wieder auf ein Bier zu treffen.
Art-Director: Die schicksten Fotoseiten ansurfen, ausdrucken, als Moods präsentieren und danach über die Kleingeistigkeit der Berater schimpfen um doch wieder Billigmodels als Testimonials zu casten.
Und der CEO? Und der/die Praktikant/in? (Bitte nicht verwechseln!)
“Art-Director: Die schicksten Fotoseiten ansurfen, ausdrucken, als Moods präsentieren”
Damit wäre die Frage geklärt, warum Müllmänner
beliebter sind, als Werber: Einer muss den Schund ja zur Müllkippe bringen, der in den Klassikagenturen verzapft wird. Schade um die Verschwendung.
@Samira: Die Verwechslungsgefahr wird überschätzt. CEO ist der, der Prosetschio für alle verspricht, wenn der Pitch gewonnen wird, Praktikant ist der, der es dann vergeigt hat (offizielle Darstellung).
Früher dachte ich, die Müllmännern müssen nur 1mal pro Woche arbeiten.
Immerhin sind keine GEZ-Mitarbeiter in der Liste. Aber wahrscheinlich ist es kein Beruf sondern Berufung…
Könnt’ ich nur das Klavier spielen, der Ruf wäre gerettet.
Ich glaube ja, dass da nicht die Werber als Personen abgestraft werden, sondern unsere Arbeit bewertet wird. Und die finden die Leute da draußen halt so unterirdisch wie sie eben oft auch ist. Vielleicht werden Produkte inzwischen nicht wegen, sondern trotz der Werbung gekauft?!
Irgendwer muss ja auch die Drecksarbeit erledigen, die sonst keiner machen will.
Da hast es! Politiker sind einfach die besseren Lüg…, äh, Werber.