Wie der Handel bei Facebook das Erbe von Tante Emma verrät
Ich bin gelinde gesagt entsetzt, wie sich die Erben von Tante Emma bei Facebook präsentieren. Ob Lidl, Rewe oder Edeka – die Handelsketten zeigen dort im wesentlichen eine digitale Variante der Schweinebauchanzeige mit Kommentarfunktion samt Zweitverwertung klassischer Website-Inhalte.
Manchmal gibt es nur Angebote und Verweise auf den Handzettel, ab und an nationale Gewinnspiele, Rewe bietet auch Pressenews und Rezepte, vermutlich weil letzteres einen interaktiven Touch hat. Weil spezieller Content für die Facebook-Nutzer ebenso fehlt, wie eigenständige Aktionen, die zum Mitmachen reizen (abgesehen von der Standard-Schamblatt-Lösung „Wie findet ihr unseren TV-Spot?”) bleiben die Fanpages damit PR-Abspielstation mit reiner Vertriebsmechanik.
Denn auch einen direkten Dialog mit den Nutzern gibt es nur sporadisch und wenn dann wirkt er so gequält wie ein Kaufmann, dem man einen Joghurtbecher mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum unter die Nase hält.
Sicher, man kann Facebook als Vehikel mit reiner Vertriebsmechanik begreifen. Man kann sich ja auch eine Porsche 911 kaufen, um damit nur zum Getränkemarkt zu fahren.
Es geht nämlich auch anders. Beispiel Dm – Drogeriemarkt.
Statt platter Angebote gibt es individuell formulierte Infos. Die Mitarbeiter, die den Dialog betreuen, werden namentlich genannt. Diese Art der Personalisierung erzeugt Nähe und Authentizität. Da stellt das Team sogar seine persönliche Weihnachtsgeschenkbilanz per Foto vor – natürlich mit Marken aus dem Sortiment. Auch das ist Werbung – aber ohne vordergründige Vertriebsdenke. Das erzeugt Sympathie.
PR-Tonalität ist ohnehin verpönt. Die Nutzer danken den persönlichen Stil der Betreuer mit erheblichem Engagement. Auch weil die Drogeriemarktkette mit Aktionen und Umfragen zum Mitmachen animiert und so nebenbei erfährt, welche Erwartungen die Fans an den Auftritt haben. Die Folge: Die Zahl der Kommentare und Postings der Nutzer lässt die DM-Beiträge zeitweise sogar in den Hintergrund treten. Gut für den Händler. Die Kette muss gar nicht groß Werbung in eigener Sache machen. Das Bild von der lebendigen und kundennahen Marke vermitteln die User selbst und glaubwürdiger als jede Jubelmeldung aus der Pressestelle.
Das Bild, das der Handel bei Facebook bietet, ist damit auch ein Ausdruck der digitalen Spaltung in Sachen Social Media. Auf der einen Seite jene, die den Dialog wollen und suchen und auf der anderen Seite jene Unternehmen, für die Social Media unsozial bleibt, weil es allein ein Marketing- und Vertriebsinstrument ist. Social Media ist aber eben nicht nur ein weiterer Kanal. Das ist auch eine Frage der Steuerung. Wer es allein dem Marketing überlässt, wird immer nur eine digitalen Handzettel produzieren. Es allein der PR zu überlassen, wäre ebenso verkehrt, denn in plaudernden Zirkeln Händchen zu halten, hilft einem Unternehmen auch nicht weiter.














Lieber Herr Kohlbrück,
das ganze dm Facebook-Team freut sich sehr über das tolle Lob! Danke!
Herzliche Grüße aus Karlsruhe sendet
die dm-Crew
In der Tat läuft bisweilen einiges schief – bei Weitem nicht nur, aber gerade im Handel. Und das ist an sich schmerzhaft, denn gerade der Handel steht ja im direkten Kundenkontakt. Umso mehr wundert es mich, dass sich der Dialog in Social Networks hauptsächlich im B2B-Bereich abspielt, obwohl der B2C-Sektor sehr viel größeres Potential in den neuen Medien hätte.
Es herrscht offenbar selbst im Jahr 2011 immer noch Unsicherheit bei den Unternehmen. Mehrere Angebote von uns wurden mit dem Argument “Aber dann kommen ja noch mehr Beschwerden, das können wir gar nicht abarbeiten!” abgeschmettert – egal, wie intensiv wir argumentiert haben, dass gerade im Social Media-Bereich Beschwerden ja sogar eine Chance darstellen, sich positiv zu präsentieren, darauf zu reagieren und im Dialog konkrete Hilfe anzubieten. Aber hier herrscht immer noch eine Dienstleistungswüste, und solange sich Marketing-Abteilungen hinter verschlossenen Türen verstecken und ja nicht von Kunden angesprochen werden wollen, ändert sich daran auch nichts. Ähnlich hatte ich das bereits hier in einem Blogbeitrag herausgearbeitet: http://netz-fragmente.de/45/wu.....marketing/.
Solange die Unternehmen ihre Denkweise nicht ändern und Social Media nicht leben, sondern nur als unidirektionelle Werbeplattform nutzen wollen, wird daraus einfach nichts.
Zwei Gedankensplitter zum interessanten Beitrag:
1.
Handelsketten haben ja nach wie vor Websites in denen es nicht einmal eine Kontaktmöglichkeit gibt,
warum also dann per facebook “Dialog” vortäuschen wo keiner ist?
Dialog gehört in der gesamenten Unternehmensstruktur umgesetzt, nicht nur in einem einzelnen Kanal.
2.
Immer wieder erstaunlich finde ich es wie “facebook-scheu” Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind (bezogen auf reine Nutzerstatistiken)
So legitim die Kritik an den Facebook-Auftritten der Handelsketten auch ist – mich gewinnt (oder verliert) der Lebensmitteleinzelhandel nicht in social networks, sondern in der Filiale hier vor Ort. Solange es da stimmt, kann ich über linkische Dialog-Versuche im Netz locker hinwegsehen.
Dich als Berichterstatter meine ich auch nicht, wenn ich sage, dass die Nöl- und Jammerorgien der einschlägigen Berater, wer in der Deutschland AG alles wieder das Netz und die sozialen Netzwerke nicht verstanden hat, mittlerweile kolossal langweilen. Dieses ewige “warum hat man denn niemanden gefragt, der sich mit sowas auskennt?” (Lies: MICH!). Und dann das unvermeidliche Gebarme von irgendwelchen Top-Notch-Nerds, die uns wegen der angeblich “typisch deutschen” Bedenkenträgerei und Technikfeindlichkeit schon auf dem besten Weg zum Drittwelt-Land sehen. Dabei ist noch kein großes (und meines Wissens auch noch kein kleines) Unternehmen in Schutt und Asche gesunken, weil es auf Facebook und Twitter nix Gescheites gebacken kriegte.
(Sorry, das musste mal raus)
ich verstehe dich. Die Jammerorgien mit dem Fragt-mich-doch-Duktus haben mich auch genervt. Damals rund ums Bahnticket bspw.
Klar, es sollte es erstmal am Regal stimmen – aber wenn sich dort die Mitarbeiter hinter der Zweitplatzierung verstecken, möchte ich gerne wo hin mit meinen Nöten. Als Nerd eben auch zu Facebook.
Auch weil es nicht mehr nur darum geht, was das Unternehmen sagen will, sondern worüber die Kunden reden wollen. Und vor allem auch, wo sie dies tun möchten.
Und: ich kann angessichts der Vernetzung dort auch etwas für meine Marke erreichen, wenn ich dort ein gutes Bild abgebe.
Dm jedenfalls ist seit Facebook bei mir noch weiter vorn im relevant se – und in der Timeline. Es geht ja nun eben nicht nur um verkauf sondern auch um den Wettbewerb in den Köpfen (Wobei ich finde, dass es auch um Verkauf gehen darf, soll und muss)
In diesem Sinne: klar wurde noch kein CEO gefeuert, weil die Fanpage eine lausige Perfomance abgeliefert hat, aber es hat schon manch einer einen Kaffeebecher mehr verkauft oder einen Kunden gewonnen, weil er bei FB bella Figura macht.
Das Sprichwort: Ein Mensch ohne Lächeln sollte kein Geschäft aufmachen* – gilt auch und erst recht bei Facebook.
(* hm: es sei denn er hat die billigsten Preise oder sieht zumindest so aus.)
Absolut richtig: Unternehmen, die es richtig anpacken bei Facebook, können sich Vorteile verschaffen – nicht nur, aber auch solche, die sich an der Ladenkasse oder im E-Shop auszahlen. Im Zweifelsfall halte ich “Go to where the action is” auch für die bessere Empfehlung als “OgottogottwaswollenSiedenndort?”.
Das mit Deiner geänderten/gebesserten Wahrnehmung von DM ist auf alle Fälle schon mal ne Ansage, die ich ziemlich plausibel finde.
Danke Olaf. Und Respekt auch an das DM Team, die auch hier mal wieder auf Zack waren.
In einer Reihe würde ich übrigens auch noch Real nennen, die machen das ganz genauso. Und jetzt haben die eben auch eine total unkreative Aktion, in der sie einem die einen Teil der Lebenserhaltungskosten übernehmen. Klar sagt da jeder Danke. Aber was ist daran nun Markenbildend? Oder was nützt es, wenn ein Kunde dazu erzogen wird, dass er ja überall was abzocken kann. Zu Ende gedacht, machen sich die Jungs damit nur ihr Geschäft kaputt. Weil niemand mehr was kauft, weil er immer darauf hofft, dass er es bei einem Real-Edeka-Lidl-Penny-Rewe-Schießmichtot-Gewinnspiel gewinnen kann…
Klar, das Social Web ist frei. Jeder kann da machen was er will. Und viele werden sagen “hey warum denn? 32.000 Fans ist doch ein Riesen-Erfolg”. Und doch bliebt der schale Beigeschmack.
Nun ja, ich freue mich auf die Unternehmen, die da auch etwas Leidenschaft und Charakter hineinstecken. Und ich wünsche denen, dass die die unkreativen Gewinnspiellangweiler übertrumpfen
Ich stimme Dir bei Deiner Einschätzung der Fanpages der genannten Einzelhändler voll und ganz zu. Mich hat an dieser Stelle interessiert, wie der Einzelhandel bei Twitter abschneidet und die Sache gleich mal untersucht. Wenn Euch das Ergebnis interessiert, dann schaut doch mal hier vorbei:
http://blog.b2sm.de/2011/01/06.....ganz-vorn/
Ich aber kann schon mal verraten, dass DM auf Twitter noch gar nicht vertreten ist…
Hallo Stephan,
doch wird sind auf twitter vertreten!
Allerdings nicht als Gesamtunternehmen, sondern mit zwei unserer Eigenmarken. Zum einen seit Mai 2009 mit @dm_alverde (hierzu hatte Thomas Knüwer schon mal berichtet: http://www.indiskretionehrensa.....er-arbeit/ und ich hatte die Ehre den Account bis vor einem Monat zu betreuen, und zwar neben meinem Hauptjob als Produktmanager, und kann aus Erfahrung sagen, dass da viel Engagement gefragt ist) und zum anderen mit unserer Sonnenschutzmarke @dm_sundance. Mit beiden Marken finden Sie uns auch auf Facebook.
Als Unternehmen sollte man sich meiner Meinung entscheiden und eine Sache lieber richtig gut machen, als auf vielen Kanälen vertreten zu sein, nur um halt sagen zu können: ich bin auch bei twitter. Denn wie Sie unschwer an unserer dm-Fanpage erkennen können, braucht es jede Menge motivierter Kolleginnen und Kollegen, die sich mit viel Elan der Sache widmen. Vorallem, wenn man so tolle und wissbegierige Fans hat, wie wir. Ergänzend sei gesagt, dass wir uns bewusst dazu entschieden haben, die Fanpage nicht jemanden “hauptberuflich” anzuvertrauen, sondern gemeinsam den Kunden einen Blick hinter die Kulissen zu geben und dies gelingt meiner Meinung nach nur, wenn man hier Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen mit einbezieht.
Viele Grüße,
Laura
verantwortlich bei dm für den Bereich Kreation + New Media
Aufschlussreiche Diskussion. Ja es herrscht Unsicherheit bei den Unternehmen. Es richtig anzupacken oder wenn man schon als Unternehmen bei FB ist die Kurve zu kriegen ist schwierig. FB Marketing ist direkte Kommunikation und da braucht es, so meine Meinung, wie Frau Kupezyk schon sagte: Jede Menge motivierter Mitarbeiter.
Ich finde es ehrlich gesagt nicht sinnvoll, wenn Fachzeitschriften wie der Horizont so tun als gäbe es in Sachen Social Media die eine Wahrheit. Stattdessen ist es doch so, dass ich mich im Web so präsentieren sollte wie in der gesamten restlichen Kommunikation auch. Wenn ich- wie Discounter – sage “Bei mir ist alles billig, weil ich auf Schnickschnack verzichte”, dann darf ich auch im Web keinen Schnickschnack (= netter Dialog) machen und sollte stattdessen nur Angebote posten. Wenn ich wie dm gesellschaftliche Verantwortung kommuniziere (s. Götz Werners Bürgergeld) muss ich das im Web auch machen. Beides ist legitim und sinnvoll.
Ich denke, dass erfolgreiches Marketing immer von der Unternehmensstrategie ausgeht und die Plattformem so nutzt, wie es der dieser gerecht wird – und nicht auf Biegen und Brechen alle Möglichkeiten eines Tools nutzt. Sonst könnte ich auch sagen: Auf Papier kann man so tolle Zeitschriften drucken – wieso drucken Unternehmen noch Broschüren, das ist ja wie mit dem Porsche zum Getränkemarkt zu fahren.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass viele Unternehmen deshalb Social-Media-Skeptisch sinid, weil sich all “unsere” Argumente so leicht entkräften lassen. Weil wir zwar super erklären können, was en Tool kann, aber seine Notwendigkeit im speziellen Fall. .
Verstehe dich schon richtig. (bezieht sich auf den comment weiter unten). Sehe es tendenziell aber anders. Denn in Social Media gelten andere Spielregeln. Und ich kann nicht einfach bei meinen alten Regeln bleiben, wenn ich das Spielfeld wechsle. Da steht man alsbald nicht mehr auf dem Platz.
Will sagen, wer keinen Schnickschnack (deine Gleichsetzung mit Dialog lese ich mal als Zuspitzung) will – was will er dann dort, wo eben das dazugehört? Wer nicht tanzen will und kann, mag zwar zum Tanztee gehen, aber so richtig kommt er eben nicht auf seine Kosten. Natürlich kann er dort rumlungern, er stört ja nicht weiter und vielleicht findet er dort sogar ein paar, die da auch nur abhängen wollen.
Außerdem sind auch Discouter längst davon weg, nur Angebote zu posten. Denke bitte mal an die Lidl-Imagekampagne. Da ist die Tonalität und Aussage deutlich breiter, als es deine Logik zulassen würde. Danach hatte Lidl nur Packshots mit preisen zeigen dürfen und im Spot auf Schnickschnack wie emotionen verzichten müssen, weil ein einkauf beim discounter in erster linie preis- und ratio-orientiert ist. (Ich weiß, es kommt auch das erfolgsgefühl des schnäppchenjägers dazu.)
Aber auch hier hat sich der Discounter den Regeln, Vorteilen und Möglichkeiten des Mediums angepasst – und übrigens Preis und Schnickschnack ( gleich Emotion) gut verbunden.
Dass einige Discounter sich verändern – geschenkt. Mir ging es um Zuspitzung: Würde jemand sagen “bei uns gibt es keinen Schnickschnack”, müsste er das auch im Web durchziehen. Ähnlich wäre das bei Modemarken: Wenn ein Designer sagt “Nur ich bestimme, was morgen in ist” darf er seine User nicht nach ihren Trendprognosen fragen – wenn er sich volksnah gibt, muss er es genau andersrum machen.
Die eigenen Regeln des Social Web – geschenkt. Aber auch der TV Spot hat eigene Regeln. Im Web gehört da sicher dazu, dass ich mir anhöre, was User sagen. Ob ich Meinungsäußerungen aber provoziere, hängt von meiner Kommnikationsstrategie ab. Auch beim Tanztee muss ich nicht mittanzen. Wenn ich als Schuhproduzent meine Tanzschuhe am Rand der Tanzfläche an einem Stand präsentiere, kann das genauso sinnvoll sein – je nachdem, ob ich sage “ich bin der beste schuster” oder ob ich sage “ich verstehe die tänzer, weil ich selbst einer bin”. .
Sind n paar fehler drin – aber du verstehst schon, was ich meine – hoffentlich.
Ich gebe dem Christian hier eindeutig Recht. Wenn Social Media oder welche Kanäle auch immer Unternehmen bzw. Marken die Art und Weise der Kommunikation allein vorgeben würden – mein Gott, wie langweilig wäre das. Das Toilettenpapier spricht genau so wie die Kartoffelchips wie der Mineralölkonzern wie die Umweltbehörde. Nein, nein – daran mag ich nicht glauben.
Natürlich läuft Kommunikation in social networks etwas mehr auf Dialog ausgerichtet. Aber so ist es ja auch im Handel. Das Fachgeschäft um die Ecke kümmert sich mehr um den Kunden als der real,- Markt, um ein gefordertes Beispiel zu nennen. Beide haben gleiche Produkte, der eine verkauft über Preis, der andere über Beratung – also Information und Dialog. Es ist doch nur konsequent, wenn jedes Unternehmen, jede Marke seine Linie glaubwürdig durchzieht.
Und wenn ich Großmarkt-Kunde bin, dann will ich vielleicht auch einfach nur nen guten Preis – informiert habe ich mich evtl. schon lange. Wir wissen alle noch nicht, wie es erfolgreich geht – und es gibt auch sicher nicht nur einen Weg. Wichtig für Unternehmen ist es aus meiner Sicht, den eigenen Weg zu finden – und der muss die Bedürfnisse der Kunden treffen. Nur so bleibt man unterscheidbar. Dass Kommunikation und Vertrieb stärker zusammenfinden müssen, ist für mich aber eine feste Erkenntnis. Dazu habe ich auch einen passenden Artikel geschrieben:
http://www.henne-digital.com/c.....ting-2011/
Interessanter Blickwinkel in der Argumentation, weil vom Kunden her gedacht. WÜrde dem beinahe zustimmen, aber will der Kunde, der im Real auf dialog verzichtet (vielleicht auch notgedrungen) ((find da mal was ohne Hilfe,hehe)), dies als real-kunde dann auch bei facebook? Vielleicht ist dort die Erwartungshaltung doch eine andere? Hm. Lohnt sich darüber nachzudenken.
Ja, das muss jedes Unternehmen für sich rausfinden. Aber ich würde das nicht voraussetzen. Wenn Menschen in den letzten Jahren online Fernseher, Computer und was weiß ich was gekauft haben, dann haben sie sich selbst informiert und dann beim besten Preis zugegriffen. Wenn Preis, Qualität und Support stimmten, waren die in der Regel sicher zufrieden.
Der Dialog ist eine Chance, um den Menschen ein gutes Gefühl zu geben, Skepsis abzubauen, sie zu binden. Aber ich habe meine Zweifel, ob Dialog das Hauptargument für den Kauf ist – vor allem bei eher niedrigpreisigen Impulsprodukten, und darüber reden wir ja in der Regel bei den großen Handelsketten.
Bin da eher bei Christian.
Ich finde es natürlich schön, wenn über gute und schlechte Beispiele berichtet und diskutiert wird. Ich finde auch, dass dm es besser macht als andere Händler. Aber ich finde auch, dass bei solchen Sachen viel überanalysiert wird. Gerade von den Social-Media-Beratern. Wenn ich bei real-edeka-rewe-whatevah arbeitete und die Möglichkeit sähe, ein Gewinnspiel zu starten ohne eine einzige Gewinnspielkarte drucken zu müssen, ich wäre doch geradezu bescheuert, die Möglichkeit nicht zu nutzen.
Mit Social-Media ist es das Gleiche wie damals mit Blogs und dann mit Twitter: Der Berater kommt an und schreit (auf Twitter und im eigenen Blog): Ihr macht das falsch! Das ist doch kein Dialog! Aber warum soll ich denn mit allen reden müssen?
Vielleicht geh ich einfach gerne zum Tanztee, um die Musik zu hören oder weil der Tee da so lecker ist. Es könnte nicht schaden, tanzen zu können, falls mich jemand auffordert. Aber wenn ich nicht will? Und wenn es genug Leute gibt, die trotzdem an meinen Tisch kommen? Ist doch ok.
Am Ende wird eh getanzt. Irgendwann merken auch die ungelenken Unternehmen, dass es mehr Spaß macht, wenn man mehr mit den Leuten redet. Aber so lange man das ungelenk macht und die Leute trotzdem Fans werden, was hat man denn falsch gemacht? Man hat die Fans nicht so gewonnen, wie ein Social-Media-Berater das gerne gehabt hätte. So what.
Internet funktioniert außerhalb der SM-Berater nämlich so:
„Kennst du die witzige Homepage mit dem Schlämmer?“
„Mama, das ist keine Homepage, sondern ein Weblog und die machen das total falsch.“
„Weiß ich wie das heißt, guck hier. Ist im Internet.“
Genau so ist es mit Facebook, Twitter et al: Es gibt kein richtig und falsch. Gut ist, wenn das, was ich wollte, funktioniert. Dass das nicht immer schön ist, steht auf einem anderen Blatt.
Klassische Fälle, bei denen irgendwie registriert wurde, dass es so etwas wie Facebook gibt, dass “alle” jetzt da sind und man deswegen auch unbedingt dort präsent zu sein hat – und dann keine Ahnung davon hat, wie man das Ganze denn geschickt, kreativ und möglichst innovativ umsetzen soll. Letztendlich kann es sowohl den Unternehmen als auch den Facebook-Usern aber relativ egal sein: Die einen werden aufgrund ihres “Scheiterns” bei Facebook nicht pleite gehen – und die anderen werden ja nicht dazu gezwungen, Fans schlechter Facebook-Auftritte zu werden.
Schöner Artikel. Toll geschrieben!
In der Tat ist das Problem meist hausgemacht!
@rivfader
Etwaige Führungsetagen beschließen eine Neuerung und diese wird ohne Strategie umgesetzt! Leider passiert das immer wieder und dennoch hast du richtig bemerkt – Der Wille der Nutzer ist noch immer frei. Jedem ist es selbst überlassen, wo er Fan wird und wo nicht!
Dieser Artikel spricht mir aus der Seele! Erst gestern hatte ich mit einem Bekannten darüber diskutiert und versucht ihm nahezulegen, dass der Facebook-Auftritt seiner Firma nicht funktioniert, wenn lediglich die Neuerscheinung des Newsletters veröffentlicht wird. Die Menschen wollen unterhalten werden und sich nicht noch einen weiteren Newsletter in ihrem Mail-Postfach aufbürgen.
Außerdem geht es, meiner Meinung nach, bei Facebook nicht in erster Linie darum die Verkaufszahlen mit der Werbemaßnahme eins zu eins zu steigern, sondern das Firmen-Image zu verbessern.
manche unternehmen sollten sich, bevor sie im social web aktiv werden, BESONDERS intensiv erkundigen, was potentielle fans und konsumenten von einem auftritt in facebook erwarten. mit gutem beispiel ging die arag voran, die sich im rahmen eines seminars an der hochschule für technik und wirtschaft (berlin) von den stundenten in hinblick auf ideen und wünsche für content inspirieren liess. weitere informationen zum seminar und spannende artikel unter:http://socialmedia.kkandk.de/2.....tivitaten/
Hi,
bin durch Zufall hier gelandet, aber muss sagen, gute Beiträge und Diskussionen. So nun zum eigentlichen Thema.
Ich finde es schon sehr wichtig, dass Firmen, die modern sein wollen, es auch sind. Man kann sagen was man will, und es mögen oder nicht, aber Facebook ist nunmal gerade ein riesen Hype. Und daher ist es umso wichtiger als Unternehmen dort vertreten zu sein, es ist eben ein weiterer Informationskanal.
Es gibt sogar schon Unternehmen, die aus Facebook echten Profit ziehen oder ziehen wollen. Nine West zum Beispiel hat einen der ersten erfolgreichen Facebook Shops aufgezogen. Und ich glaube mit 200.000 Leuten auf der “Gefällt Mir” Liste, auch nicht ganz zu Unterschätzen.
Ich glaube, gutes oder nicht gutes Marketing auf Facebook ist vor allem auch eine Frage des Ziels. Möchte ich einen ehrlichen (und aufwendigen) Kundendialog oder möchte ich es nur für die Adressgenerierung oder für Sales. REAL hat in diesem Zusammenhang ein ziemlich schönes Gewinnspiel aufgesetzt. Leider finde ich den Link nicht mehr. Es ging in die Richtung gewinne für ein Jahr die Produkte die Du brauchst. Nicht ganz neu, aber gut gemacht.
Meine Meinung alle die jetzt schon eingestiegen sind in Facebook die haben ein Vorteil, so sind wir auch mit unserer Motorradseite derzeit online un dbauen diese auf.Motorradbereich ist da etwas schwerer da die alte Generation die am meisten Motorradbekleidung kauft, nicht so online aktiv.
Gebe da durchaus recht, aber leider durch das ganze Fangekaufe, kann man eben nie sagen welche Firma wieviel Reale Fans hat.