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Weißer Riese: Ein schmutziger Spaß für Waschfrauen

18. Februar 2011
von

Zu gern möchte der Spießer erfahren, was in den Köpfen von Werbetextern vor sich geht, wo zwischen Einfall und Einfalt kein Unterschied besteht. Und was das Erstaunlichste daran ist: Kunden kaufen die Einfalt im Glauben, einen Einfall erworben zu haben

Jüngstes Beispiel: Weißer Riese. Der wirbt online mit seiner längsten Wäscheleine der Welt, die es schon vor gefühlten 50 Jahren gegeben hat. Und die von Interesse ist für Familien, die ein Grundstück haben, das größer ist als ein Handtuch. Da muss die Waschfrau dann nur einmal pro Jahr waschen. Und der Claim der Reklame lautet: „Spaß ist stärker als Schmutz“ – siehe die Abbildung!

Was für eine Leerformel! Wir wissen: Spaß ist flüchtig wie ein Regenbogen. Spaß kann uns von von ganz alleine vergehen, und zwar so schnell, wie er gekommen ist. Ob Schmutz dagegen noch schneller von allein geht, ist wohl kaum zu erwarten. Und deshalb empfiehlt Henkel ja auch: „Vertrauen Sie der Riesenwaschkraft von Weißer Riese“.

Bemerkenswert ist außerdem der Hinweis: „NEU mit Aktiv Flecklöser“. Was bedeutet: In Vergangenheit hatte Weißer Riese keinen Aktiv Flecklöser. Was wiederum die Frage aufwirft: Wie hat Weißer Riese die Flecken bis dato gelöst? Gar nicht? Oder mit einem Passiv Flecklöser…?

Spießiges Fazit: Die Kreativität in der Waschmittelwerbung ist wieder dort angekommen, wo sie in den 70er Jahren begonnen hat. Und sicher wird auch der Weiße Riese bald wieder leibhaftig erscheinen! Es sollte den Spießer gar nicht wundern, wenn auch Ariels Klementine wieder auferstehen würde von den Toten. Zur Zeit wäscht Ariel ja schon schmutzige Wäsche und vertreibt den Grauschleier, mit dem dermaleinst das Waschmittel Fakt eingeführt worden ist.

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Kommentare zu “ Weißer Riese: Ein schmutziger Spaß für Waschfrauen ”

  1. Doc Holiday am 18. Februar 2011 um 10:21 Uhr

    Geplante Verblödung. Und täglich grüßt das Murmeltier.

  2. Thomas am 18. Februar 2011 um 10:48 Uhr

    Einziges Problem dabei: Henkel verkauft relativ viel von seinem Waschmittel mit dieser Art von Kommunikation. Warum sollten die daran etwas ändern?

    • Spießer Alfons am 18. Februar 2011 um 10:54 Uhr

      Eine Änderung müsste ja nicht bedeuten, dass sie weniger verkaufen. Möglicherweise sogar mehr, wenn die Änderung zusätzliche Konsumenten anspricht.

      • Thomas am 18. Februar 2011 um 13:47 Uhr

        Möglicherweise ist leider kein Killerargument. Und darum müssen wir wohl noch eine Weile mit der Wäscheleine leben:-)

      • Spießer Alfons am 18. Februar 2011 um 15:30 Uhr

        Es ist ja weniger die Leine als vielmehr der dämliche Text… :(

  3. Daniel R am 20. Februar 2011 um 11:43 Uhr

    Das indirekte Argument: “Damit hat Mutti schon gewaschen” und deshalb muss die Werbung wie aus Muttis Zeiten sein……so nervend dass sie im Kopf bleibt.

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