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Dr. ade zu Guttenberg und der spießige Rettungsschirm

23. Februar 2011
von

In politischen Kreisen, in zahlreichen Medien und auch im Volke wird darüber diskutiert, ob unser Verteidigungsminister seine Flinte ins Korn werfen muss oder nicht. Der Spießer möchte die Diskussion in eine andere Richtung lenken: Wie ist Dr. ade Karl-Theodor zu Guttenberg als Minister und zukünftiger Bundeskanzler noch zu retten? Hierzu folgender Gedankengang:

In den Jahren seiner Amtszeit als zweimaliger Minister hat zu Guttenberg zahlreiche Dokumente unterzeichnet. Mit falschem Namen. Denn es ist zu vermuten, dass der Minister mit „Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg“ unterschrieben hat. Und weil der “Dr.” gefälscht war, ist demzufolge auch die Unterschrift falsch. Was bedeutet: Alle Entscheidungen, die der Minister in seiner Amtszeit schriftlich getroffen hat, sind null und nichtig. So ist zum Beispiel auch der Kapitän der Gorch Fock noch nicht rechtskräftig entlassen.

Was kann man tun, um das Passierte postum aufs rechte Gleis zu schieben? Des Spießers Tipp: Es wird sich ja wohl irgendeine (vielleicht bayerische?) Universität finden lassen, die dem Politiker auf Grund seiner bisher geleisteten Verdienste einen „Dr. h.c.“ verleiht, und zwar rückwirkend. Dann wäre wenigstens seine Unterschrift aus der Vergangenheit rechtsgültig.

Böse Stimmen, die empfehlen, Herr zu Guttenberg sollte sich fortan „Dr. w.c.“ nennen, weil sein Titel doch fürs Klo ist, kann der Spießer nicht unterstützen. Dann wäre eher „Dr. p.c.“ angebracht was „plagiarism causa“ bedeutet. Ein Titel übrigens, den Spießer Alfons vielen Werbegestaltern ebenso verleihen könnte.

(Zeichnung: Karl-Heinz Schoenfeld)



http://karl-heinz-schoenfeld.cartooncommerz.de/

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Kommentare zu “ Dr. ade zu Guttenberg und der spießige Rettungsschirm ”

  1. seven am 23. Februar 2011 um 20:39 Uhr

    Plagiarism causa? Nanana!

    Der Spießer wird doch wohl kein Latinum vortäuschen, dass er nicht hat? Ein Schlag ins Gesicht aller, die sich in jahrelangen Deklinationsübungen geschunden haben.
    Spaß beiseite, damit sich die Fußnägel wieder abrollen schlage ich
    Dr. f.c. vor (fraudis oder auch falsi causa).

    • Spießer Alfons am 23. Februar 2011 um 20:54 Uhr

      Ich habe Latein mit der Note mangelhaft abgeschlossen. Darum habe ich es auf Englisch gesagt mit lateinischer Endung. ;)

  2. Dierk am 23. Februar 2011 um 21:01 Uhr

    Ist der Minister denn damit ein Fall für den Plagiarius oder bekommen den nur chinesische Unternehmen?

  3. hoohead am 23. Februar 2011 um 22:14 Uhr

    Da ist der gute zu Guttenberg fast überall zu finden, im Fernsehen, auf twitter und in Blogs und alle hacken Sie auf ihm rum.
    Es erinnert ein bisschen an die alte Schulzeit, wenn sie die Halbstarken das schwächste Glied der Klasse heraussuchen um “es” gemeinsam fertig zu machen.

    Ist natürlich Scheiße was unser guter zu Guttenberg da in seiner Doktorarbeit abgezogen hat … vermutlich wird dieser Schatten noch lange seine berufliche Laufbahn drücken und ich finde: Langsam sollte auch mal gut sein mit dem Picken auf Menschen die ganz unten sind (auch wenn sie vermutlich einiges mehr verdienen als wir kleine Bürger – ich will nicht mit dem tauschen *g).

    • Doc Holiday am 24. Februar 2011 um 09:53 Uhr

      “…vermutlich einiges mehr verdienen als wir kleine…” – ach Gottchen, jemand mit einem Vermögen von zirka 600 Mio. – siehe Spiegel 11/2009 – (http://www.spiegel.de/spiegel/.....97206.html), macht das doch nicht wegen dem Geld. Und jemand, der Mitglied im DGAP ist, dem deutschen Ableger des amerikanischen CFR, in dem Dick Cheney jahrelang Präsident war, schon gar nicht.

  4. Gerd am 23. Februar 2011 um 23:35 Uhr

    Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen in der Welt nichts Schlimmes passiert. Sonst könnten wir ja noch abgelenkt werden vom Herrn Doktor.

    • Spießer Alfons am 23. Februar 2011 um 23:55 Uhr

      Abgelenkt von welchem Doktor, meinst Du…? Aber keine Bange: So schnell werden wir unseren Gutti nicht abschreiben, auch wenn er es selber gern tut. Denn eine große Boulevardzeitung wird ihn morgen bestimmt mit den Stimmen ihrer Leser freisprechen. Und dann darf er Verteidigungsminister bleiben – auch ohne Doktor-Titel. Außerdem: Ich kenne einen Arzt, der ist kein Doktor und doktort trotzdem herum. Und auch Winnetou hat sich mit fremden Federn geschmückt, was unserer Liebe zu ihm keinen Abbruch tut. Wie sagte doch Dr. Mabuse zu Dr.Eisenbarth? Er sagte: “Dissen und Dissertation liegen so nah beisammen wie Liebe und Hiebe!” ;)

      • Max Lamont am 24. Februar 2011 um 09:42 Uhr

        Woher wusstest Du das mit der Boulevardzeitung gestern bereits, Alfons?

      • Spießer Alfons am 24. Februar 2011 um 10:03 Uhr

        Ich war mal Werbeleiter von BILD. ;) Aber Scherz beiseite: BILD ist das PR-Blatt von Guttenberg. E ist also nachvollziehbar, dass die Leser redaktionell bei ihrer Wahl beeinflusst worden sind. Denn die 87 Prozent Pro-Guttenberg-Stimmen ergeben nicht die Meinung der Gesamtbevölkerung, sondern nur die Meinung der BILD-Leser.

      • Gerd am 24. Februar 2011 um 10:03 Uhr

        Na den Doktor, den gestern auch Herr Trittihn meinte.
        Ich glaube, dass der Herr Doktor, unabhängig was Bild so von Zustimmung fabuliert, spätestens Ende des Jahres wieder zurück in sein Schloss geht und dort die heimischen Kröten zählt.

  5. Heinz Mallmann am 24. Februar 2011 um 11:05 Uhr

    Bild ist das PR-Blatt des falschen Doktors, wie wahr.
    Und laut FTD werden sie dafür ja auch ordentlich belohnt:

    “Mit Blick auf die Aussetzung der Wehrpflicht plant die Bundeswehr eine große Werbekampagne für den Dienst in der Truppe. (…) Den Angaben des Ministeriums zufolge soll die Kampagne im März beginnen und bei den Zeitungen ‘Bild’ und ‘Bild am Sonntag’ sowie der Online-Ausgabe von ‘Bild’ laufen.”

  6. Max Mahler am 24. Februar 2011 um 17:14 Uhr

    Und doch noch ein neues Fass aufmachen:
    Immerhin hat er sich ja den Doktor der Rechtswissenschaften ausgesucht und das Urheberrecht ist durchaus eine Recht, dass er als Jurist kennen muss!
    Wie wäre das, wenn wir die nächste Anzeige im „Gutenberg-Style“ gestalten und GETTY-Images leer ausgeht? Wir können das „Bild“ ja wieder zurückgeben, wenn wir erwischt werden.
    Das Zurückgeben eines „gestolenen“ Gegenstandes ist rein vom gesetzlichen Standpunkt auch keine Lösung die Straffreiheit nach sich ziehen muss. Da fragt man mal am Besten einen Kaufhausdetektiv.
    Der politische Medienrummel ist natürlich „BULLSHIT“.

  7. Thorsten am 24. Februar 2011 um 17:16 Uhr

    Für die Idee des Dr. p.c. erlaube ich mir einfach mal ein Lob -Unangebrachterweise-, ich hatte im Freundeskreis schon seit einigen Tagen den Dr. c.p. erfunden (copy & paste).

    Dass diese Person jedoch mit einem Dr. h.c. betitelt werden könnte, macht mir dann doch Angst. Aber möglich ist es leider.

    Wie kann so jemand noch als Verteidigungsminister tragbar sein? Obwohl er seine Aufgabe offensichtlich ja sehr ernst zu nehmen scheint, übt er doch noch an sich selbst! So nach dem Motto, “Wer sich nicht selbst verteidigen kann, dem fehlt die Erfahrung zur Verteidigung des Landes.” Mir bangt um den Moralverlust.

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