Anschlag auf den guten Geschmack: Young Lions Wettbewerb 2011 zielt auf die niederen Instinkte von Männern + Update
Ein Werbewettbewerb ist immer nur so gut wie die Preisrichter, die über die Einsendungen befinden. So ist zum Beispiel der ADC-Wettbewerb deshalb eine Farce, weil dort gar keine richtige Jury vorhanden ist, sondern Wettbewerber, die sich gegenseitig beurteilen. (Das ist vergleichsweise so, würden bei einer Miss-Wahl die Misses aller Bundesländer untereinander ausmachen, welches denn die Miss Germany sein soll.) Und was die Juroren beim nationalen Young Lions Print Nachwuchswettbewerb 2011 betrifft, so haben hier ohne jeden Zweifel ein paar Kurzsichtige in der Jury gesessen, die ihre Brille mit einer Klobrille vertauscht hatten und dort den 1. Preis durchgehen ließen.
Aber der Reihe nach. Das Briefing zum nationalen Young Lions Print Wettbewerb für den Nachwuchs 2011 hatte folgenden Inhalt:
„Entwicklung einer übergreifenden Image-Kampagne für den gemeinnützigen Verein Viva con Agua in Form eines Riesenposters, welches das offene Netzwerk Viva con Agua im Generellen präsentiert und Menschen motiviert sich sozial zu engagieren!
Kreative Vorgaben: Die Aufgabe ist die Philosophie und Idee von Viva con Agua zu transportieren. Mittels Spaß, Freude und positiver Energie Menschen in Entwicklungsländern den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu sichern.
Zielgruppe: Viva con Agua ist ein großes Netzwerk aus Ehrenamtlichen, Kreativen, sportlichen, jungen, musikalischen, Testimonials, Künstlern, sozial Engagierten, u.v.m., die sich für sauberes Trinkwasser einsetzen.“
Um es kurz zu machen: Gewonnen haben Simon Sturm und Markus Peitz von der Agentur Serviceplan, Hamburg. Die achtköpfige Jury wählte das Motiv „Wet T-Shirt“ zur besten Arbeit. Womit die Mehrheit dieser acht Juroren bewiesen hat, dass deren Köpfe hohl sind: Christian Wiebe (Viva con Agua-Pressesprecher), Timm Weber (Grabarz & Partner), Jan Geschke (Geschke Pufe Berlin), Thomas Heyen (Lukas Lindemann Rosinski), André Baxmann (Baxmann Kommunikation), Thorsten Langemeier (Getty Images) und Florian Weischer (WerbeWeischer). Alles Männer. Bis auf die Quoten-Frau Judith Stephan (w&v), die sich vermutlich nass geschwitzt hat in ihrem T-Shirt.
Des Spießers Begründung: Abgesehen davon, dass das Motiv „Wet T-Shirt“ primitiv und sexistisch ist und vorrangig Männer anspricht, so persifliert die Darstellung geradezu das ernsthafte Anliegen. Das Plakat kann für eine Miss-Wet-T-Shirt-Veranstaltung in Diskotheken werben. Oder für ein erotisches Magazin. Oder es kann ein Satire-Beitrag in “Titanic” sein. Um damit aber Menschen zu animieren, für sauberes Trinkwasser in Entwicklungsländern zu spenden, ist die Botschaft in ihrer Ernsthaftigkeit so weit entfernt wie Afrika von Alaska. Oder wie Red Bull von Viva con Agua.
Ein Jury-Mitglied hat die Dummheit scheinbar erkannt und macht sich in ironischem Jubel selber nass über das Sieger-Plakat. Timm Weber: “Ich freue mich schon, das Gewinnerplakat auf der Reeperbahn hängen zu sehen.” Klar, wo denn sonst?!
Wer nicht begreift, warum Alfons zu so einem harten Urteil kommt, dem führt der Spießer ein plastisches Beispiel vor Augen: Schaut Euch bitte mal diese Plakatkampagne vom „Playboy“ an! Es ist das gleiche Thema. Die Plakate haben jedoch nicht um Spenden für sauberes Trinkwasser geworben, sondern diese Botschaft hat Männer heißgemacht, und zwar zwei Handbreit unter ihrem Nabel. (Womit vordergründig nicht die Funktion des Wasserlassens gemeint ist.) Wenn das dieselbe Stelle des Körpers ist, die von den beiden Nachwuchswerbern aus der Agentur Serviceplan mit ihrer diesbezüglichen Kampagne erreicht werden soll, dann sollten die zwei Knaben mal ihre Pampers wechseln, bevor die Windelhöschen vom vielen Pipimachen auslaufen!
Spießer Alfons fordert hiermit den Deutschen Werberat auf, gegen eine Veröffentlichung des geschmacklosen Sieger-Plakats einzuschreiten!
Heute, 18. April 2011, um 19 Uhr 21 erreichte den Spießer der folgende Hinweis:
Viva con Agua zieht Plakat zurück: Siegermotiv des YL Print-Vorentscheid wird nicht plakatiert!
Guten Tag,
——————————–
Pressesprecher
Brunnenbüro +49 (0)40/412 609 13
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..also, mein erster Gedanke beim Blick auf das Plakat war:
“Ar…mleuchter!”
Und das bezog sich auf die werbende Organisation.
Und sollte ich 5x den Jackpott im Lotto knacken, werden die keinen Cent erhalten, weil sofort eim Sehen des Logos wieder obiger Reflexgedanke kommt.
Schade eigentlich.
Epic FAIL!
Macht euch mal locker. Ich glaube, das die wenigstens Frauen ein Problem mit dem Motiv haben. Ich persönlich finds gut. Und ja, ich bin ein Mann.
Das motiv ist armselig, unkreativ und zudem noch geklaut.
Solche Plakate kann man gerne auf Mallorca am Ballermann aufhängen, aber was um alles in der welt hat das mit einer Trinkwasserspende für afrika zu tun? Ich find’s traurig.
Mallorca am Ballermann? Ist ein verdammt großer Unterschied zur Reeperbahn auf St. Pauli, wo das Plakat wohl letztendlich hängen wird. Aber macht ja nichts. Ein bisschen weiter denken schadet nie.
Also ich lese die Spießer-Artikel ja sehr gern, aber diesmal liegt der Alfons ziemlich daneben. Viel Wind um nichts. Werberat einschalten? Dann aber bitte auch bei Plakaten von Sloggi und Co.
Wer Viva Con Agua kennt, weiß, dass die Organisation stolz zur ihrer St. Pauli-Verbundenheit steht. Und welcher Standort wäre dann besser geeignet, als die Reeperbahn? Viva con Agua sagen von sich, dass sie jedem Spender im Gegenzug auch etwas gutes tun wollen. Dass also jeder, der über das Plakat eine SMS spendet, ein Bild mit Brüsten in einem nassen T-Shirt bekommt, ist eine nette, mit einem Augenzwinkern zu betrachtene Idee. Alles, was nach 16:00 Uhr auf RTL2 läuft ist sexistischer.
@ Spark
Das Original vom Playboy gefällt mir auch. Und Du vergleichst Äpfel mit Gurken.
Irgendwie vergleichst Du Äpfel mit Birnen verehrter Spießer. Denn die Mechanik “hinter” dem diskutierten Plakat ist eine völlig andere. Aber das tut ja nichts zur Sache. Deine Darstellung ist ebenso flach, wie das hier verissene Motiv auf den ersten Blick erscheint.
Schicken die vielleicht auch nasse T-Shirts als Durstlöscher nach Afrika…?
ich denke viva con aqua ist mehr mit dem fc st. pauli verbunden, als mit dem stadtteil, geschweige denn der reeperbahn.
und die pauli fanszene setzt sich nunma ganz stark gegen sexismus ein…klares eigentor würd ich ma sagen!
Wie recht du doch hast
Mag sein, lieber Spark, das auf RTL2.
Diesen Sender und ihm geistig verwandte Verdächtige als Bewertungsmaß zu nehmen, ist mir jedoch zuviel relativierender Pragmatismus und verteidigt im Grunde die recht altbackene piefige Idee des Wet-T-Shirts.
Bei Wet T-Shirts wird doch heute üblicherweise sauberes Trinkwasser auf die eingepackten Euter gekippt. Und das wollen die verdurstenden in Afrika machen? Oder nur die von Cholera bedrohten in weiten Teilen Asiens?
Sex, Gewalt und Krawallhumor mögen in Wettbewerben so gut kommen wie ein 15-jähriger beim ersten Wet-T-Shirt-Kontest, aber eben nicht besser. Doppelbödigkeit ist immer ein zweischneidiges Schwert, das zu oft die eigenen Finger erwischt.
PS: Hat Spießer Alfons mehr Infos zu der Playboy-Plakatierung? Interessiert mich, wie die das gemacht haben.
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann hatten die über das T-Shirt ein Spezialpapier geklebt, das bei Nässe entsprechend transparent geworden ist.
Über Geschmack lässt sich trefflich streiten. Unabhängig davon würde ich sagen: Am Briefing vorbei. Denn ohne Vorkenntnisse kann ich inhaltlich keinen Bezug zu Viva con Agua herstellen und auch nicht zum Grundgedanken des sozialen Engagements. Dass hier auch noch abgekupfert wurde, macht es noch schlimmer: Wie so oft ist das Plagiat schlechter als das Original.
Schon lange bin ich stiller Genießer vom Spießer, und kann deine Ausführungen auch immer gut nachvollziehen.
Doch diesmal bin ich nicht ganz auf Seite des Spießers. Wenn ich mir die Aufgabenstellung so anschaue, finde ich, dass diese durchaus erfüllt wurde.
Man sollte nicht vergessen, dass das Sammeln von Spenden heutzutage schon lange kein Kinderspiel mehr ist. Zudem beschäftigt sich die Kreation bei solchen Non-Profit Themen meistens mit dem Leid derjeniger, für die gespendet werden soll. Da ist sicherlich nichts gegen einzuwenden, schließlich will man doch auch wissen wofür man spendet.
Allerdings gilt es auch beim Kampf um Spenden, dass man sich gegenüber anderer Organisationen absetzen muss. Und unter dem Gesichtspunkt finde ich das durchaus einen gelungenen Ansatz. Mit dieser Umsetzung des Themas wirkt man auch der Spendenmüdigkeit entgegen, da hier eben mal nicht das Leid der Leute im Vordergrund steht, sondern alá “Fun Therory” der “Spaß” am Spenden, somit eine gute Umsetzung! Oder anders ausgedrückt, man versucht eben mit positiven Gefühlen zu einer Spende zu animieren, warum nicht?
Versuche mal, das Thema vom ethischen Standpunkt zu betrachten: Auf der einen Seite die Menschen, die vor Durst umkommen. Auf der anderen Seite das benötigte Wasser, das hierzulande dazu benutzt wird, das T-Shirt einer Vollbusigen zu tränken. In meinen Augen ist das moralisch verwerflich. Manchmal heiligt der Zweck zwar die Mittel, im vorliegenden Fall aber keineswegs.
Gut, ich geb dir sicherlich Recht, dass es aus ethischen Gesichtspunkten leicht fragwürdig ist. Doch sollte man das nicht überbewerten, immerhin hat diese kurzweilige “Wasserverschwendung” doch einen tieferen Sinn.
Wenn ich mich bei uns in der Agentur umschaue, werden hier jeden Tag 2-3 Liter Wasser zu den Blumen oder gar ganz weggekippt. Was ich damit sagen will ist, dass wir bei solchen Dingen oft eine Doppelmoral an den Tag legen, sprich auf der einen Seite leben wir ständig in Verschwendung und Überfluss während anderso auf der Welt Leid und Mangel herrscht und auf der anderen Seite heben wir dann den Zeigefinger, wenn mal jdm etwas verschwendet.
Solch eine Ethikdiskussion kann Abendfüllend sein und würde hier wahrscheinlich auch den Rahmen sprengen, daher will ich das mal diplomatisch beenden. Grundsätzlich gefällt mir die Idee, gerade auch im Hinblick auf eine Zielgruppe die bisher nicht zu den großen Spendern gehörte. Trotz dieses guten Ansatzes bleiben allerdings ethische Bedenken.
Ich finde es gut neue Wege in Sachen Spenden zu gehen. Aber so? Ich bin mir nicht sicher, ob die Leute so viel Aufwand betreiben wollen, nur um am Ende ein Wet-T-Shirt-Bild zu sehen. Da kann man mit seinem Smartphone auch einfach so ein Bild googeln und hat den gleichen Effekt.
Und ich glaube auch nicht, dass sich so viele Leute durch so ein Minigimmick zum Spenden animieren lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Das ist schwerer als man denkt. Für eine Spende gibts bei meinem sozialen Projekt Millionentausch.de immerhin einen Kicker und ne Wii geschenkt. Und auch das geht nur langsam voran.
UND BITTE AUCH BERÜCKSICHTIGEN:
Durch dieses Fehlurteil wurden andere Teilnehmer beim Wettbewerb klar benachteiligt!
Die Armen, besonders die beiden Einsender mit dem halbnackten schwarzen Mädchen und der unglaublichen Headline “Miss Wet-T-Shirt Nigeria”. Die Jury regte sich darüber ziemlich auf, aber nicht so, wie SA jetzt gleich wieder denkt.
Die Juroren hätten lieber das Briefing lesen sollen! Hat denen das keiner gesagt…?
So was passiert, wenn man in der Jurybeurteilung werbertypisch platte Awareness über alle anderen Kriterien stellt.
Klar sind dann Evaluierungs-Argumente wie “Praxistauglichkeit der Idee bei der zahlungsbereiten Zielgruppe” (Jonsson) oder gar “geschmackvoll-geschmacklos” (Spießer Alfons) hintendran. Wen wunderts.
Es sollen ja schließlich – ganz speziell bei Social-Campaigns – immer Gold-Ideen sein. Wenn’s dann nur Katzengold ist, merken die Juroren es gar nicht, denn: Hauptsache, es glänzt … in ihren Augen.
Die Diskussion ist berechtigt. Aber leider ebenso überholt wie der gute Geschmack des Spießers – auf den hier ein Anschlag verübt wurde. Der ethnische Standpunkt ist vertretbar, wird allerdings viel zu stark dramatisiert. Auch wenn hier auf platte Weise für einen wohltätigen Zweck geworben wird ist es fragwürdig, wie drastisch man sich an dieser Stelle über den Sexismus in der Werbung echauffiert. Wenn der Spießer es vorzieht mit gehobenem Zeigefinger zu werben und wortwörtlich den Neger vor Hütte auf das Plakat einer Hilfsorganisation drucken möchte, dann ist das sein gutes Recht, allerdings genau so wenig kreativ und zeitgemäß.
Ich habe nicht vom “ethnischen” Standpunkt gesprochen, sondern vom ethischen. Das zum einen. Zum anderen habe ich an keiner Stelle gesagt, dass ich “mit erhobenem Zeigefinder” werben würde. Aber ich würde zumindest eines tun: mich an die potentielle Zielgruppe wenden und keine Playboy-Werbung imitieren.
Sicherlich lässt sich ebenso über eine präzise Ansprache der oben genannten Zielgruppe streiten, wie über guten Geschmack. Die äußerst konservative Art, mit der oben argumentiert wird lässt allerdings den Schluss zu, dass der „gehobene Zeigefinger” für viele hier die einzige Möglichkeit darstellt, sich mit dem beworbenen Thema kreativ auseinanderzusetzen. Was das Play Boy Plakat angeht, ergeben sich auf den zweiten Blick mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten, sofern man die gesamte Ausführung berücksichtigt. Aber den Zeigefinger heben und gleichzeitig die Brille zurechtrücken will eben geübt sein.
das wort “neger” ist ein rassistischer und zutiefst beleidigender begriff!
ich erhebe meinen finger gaaaanz hoch damit auch du ihn von deinem “ethnischen standpunkt” aus sehen kannst.
In der Werbesprache bezeichnet die Redewendung „Neger vor Hütte” die Redundanz einer Darstellung. Zwar ist sie etwas veraltet, aber in diesem Kontext passend. Ich bitte den Rechtschreibfehler im Wort „ethisch” zu entschuldigen, allerdings sollte dies dem Verständnis meines Beitrags nicht im Wege stehen.
Wenn “Neger” rassistisch ist, warum hat dann der schwarze Dichter Langston Hughes ein Gedicht geschrieben namens ” The negro speaks of rivers”? War der auch ein RAssist?
ja warum hat langston hughes, bekennender anti-rassist, in diesem gedicht, es geht um den sklavenhandel, wohl das wort “negro” benutzt…..
hmmmmmmm ich kann es mir beim besten willen nicht vorstellen, wahrscheinlich war er doch ein rassist anders kann ich mir es nicht erklären
Bei Langston Hughes geht’s im Sklavenhandel? Bei Ihnen piept’s wohl! Vielleicht lernen Sie erst mal lesen. Hier ist das Gedicht – keine Spur von Sklavenhandel usw.
I’ve known rivers:
I’ve known rivers ancient as the world and older than the
flow of human blood in human veins.
My soul has grown deep like the rivers.
I bathed in the Euphrates when dawns were young.
I built my hut near the Congo and it lulled me to sleep.
I looked upon the Nile and raised the pyramids above it.
I heard the singing of the Mississippi when Abe Lincoln
went down to New Orleans, and I’ve seen its muddy
bosom turn all golden in the sunset.
I’ve known rivers:
Ancient, dusky rivers.
My soul has grown deep like the rivers.
Der gesamte Wut-Erguß des SA (war der nicht mal irgendwie wichtig beim Bauer-Verlag?
liegt neben der Sache.
Einem Plakat auf dem Kiez, das mit den Mitteln des Kiezes für eine gute Sache wirbt, vorzuwerfen, es sei sexistisch, ist nicht sehr schlau.
Die Existenz von Wet-T-Shirt-Wettbewerben und deren Ausnutzung durch andere Werbetreibende zu Plagiatsvorwürfen heranzuziehen, ist nicht sehr durchdacht.
Dabei mit dem erigierten Zeigefinger auf acht Leute zu zeigen die einstimmig (und unter Spende ihrer Arbeitszeit) anderer Ansicht waren und “kreuziget sie!” zu brüllen, ist nicht sehr nett.
Die Vor- und Nachnamen und Firmen dieser Leute unter Beleidigungen aufzuzählen – wohl um völkisch Zorn auf sie zu lenken – ist nicht sehr demokratisch.
Am Rande bemerkt: die Jury forderte noch während der Preisvergabe ein identisches Parallelmotiv mit einm halbnackten Mann. Das muß irgendjemand leider vergessen haben.
Prösterchen.
Das letzte Wort Deines Kommentars erklärt den vorangestellten Text.
Ja, Deinen.
Auf Grund meines Kommentars wurde die Kampagne immerhin zurückgezogen.
Nein. Die Kampagne wurde zurückgezogen, VcA diesen Mist selber erkannt hat. Dieser Blog hat die Diskussion lediglich befeuert, was natürlich auch sein gutes Recht ist.
Nenn’ Dich nicht “Sankt Pauli”, wenn Du davon keine Ahnung hast. NIEMAND, wirklich NIEMAND, der dieses wunderbare Viertel prägt und es lebt, hätte nicht großflächig auf dieses Plakat gekotzt. Go home you scum!
Wahrscheinlich ist es auch eine Frage an den guten Ton…”Sex sells” polarisiert wohl in jeder Kampagne sehr schnell, die nicht gleich ein mehr oder minder erotisches Produkt bewirbt.
Aber am Briefing vorbei? Dort steht doch als Aufgabe, dass Leute motiviert werden sollen, für den Verein zu spenden. Dies ist nun erstmal gegeben. Das Ganze soll nun mit “Spaß, Freude und positiver Energie” kommuniziert werden. Dazu könnte man jetzt auch ein plattes “Ja” in die Runde werfen…auch wenn sich jeder Absolvent einer Benimm-Schull dabei gleich die Hand vor den Kopf haut.
Eine sehr subjektive Sache, wenn man sich auch die anderen Einreichungen anschaut. Klar sind dort ebenfalls gute Sachen dabei – aber ist es nicht auch mal etwas anderes, für einen guten Zweck nicht immer direkt auf die Tränendrüse zu drücken und ins andere extrem zu gehen, oder?
Was ist die Motivation für eine Spende? Das dämliche Foto für pubertierende Playboy-Leser? Wo steht im Briefing was von Sankt-Pauli-Kampagne? Aber wenn Spaß, Freude und positive Energie = dicke Brüste bedeuten, dann hast du recht. Hast Du schon gespendet?
Na es liegt doch auf der Hand. Du lieferst einen ersten Impuls “Spende mich nass”…das weckt schon einmal das erste Fragezeichen, was du durch ein Ausrufezeichen ersetzen möchtest. Die einzige Lösung dafür scheint der QR-Code auf dem Plakat zu sein. Dann nehmen die Sachen Ihren Lauf. Ich finde dies ist durchaus ein plausibler Anreiz – auch wenn er auf den ersten Blick “primitv” ist, schaut man nicht dran vorbei.
Und Sankt-Pauli-Kampagne ist zwar nicht gebrieft – auch wenn ich das Briefing nicht kenne, wird dies sicherlich nicht verboten sein. VCA ist nunmal eine Pauli-Marke und das ist nunmal der Kiez. Daher passt es doch, oder?
Aha, Du kennst das Briefing nicht! Das bedeutet: Du hast meinen Beitrag gar nicht gelesen. Und darum triffst Du mit Deinen Argumenten nicht ins Schwarze.
Ich bin doch auf deine zitierten Briefing-Punkte oben eingegangen – also hab ich deinen Beitrag anscheinend schon gelesen, worauf sich meine Argumente aufbauen.
Peter, wird denn neues Spendenaufkommen generiert? Und ist dieses direkt auf die nassen Möpse zurückzuführen?*
Da musst du wohl die Macher fragen. Ich will die Idee jetzt auch nicht um Gottes Willen verteidigen – aber sie klein zu machen find ich auch nicht richtig.
Ob es auf die Brüste zurückzuführen ist, ist für mich die gleiche Frage wie “Verkauft sich der neue Audi durch die neue Kampagne besser?”. Es geht doch letztlich um Aufmerksamkeit.
Nein, es geht nicht letztlich um Aufmerksamkeit. Wenn es letztlich nur darum ginge, dann hätte die Dame auf dem Plakat besser nackt sein können, was noch mehr Aufmerksamkeit erzielen würde.
Wenn ich richtig Aufmerksamkeit will, mache ich ein Happening auf dem Rathausmarkt, mit runtergelassener Hose und Hand an der Nudel. Oder ich zerhacke jemanden in kleine Stücke in der Europapassage.
Aufmerksamkeit ist kein Wert an sich.
Ich fand die Kampagnenidee auf den ersten Blick auch unangebracht, auf den zweiten Blick aber doch gelungen:
- Das hier vielzitierte moralische Problem “Wassernot in Afrika” vs. “Wasserverschwendung mit nichtsnutzigen Wet-T-Shirt-Contest” ist eigentlich gelöst, was leider nicht in dem Plakat selbst, aber in der Beschreibung der beiden Kreativen deutlich wird: “Wet-T-Shirt-Contest ohne Wasser, nämlich digital”. Natürlich wurde Wasser verbraucht, um das Bild einmal zu shooten, aber, nunjua. Es taugt als Aufhänger, nämlich: Spaß haben und etwas gutes tun bzw. Wasser sparen und Reichtum teilen. Vielleicht wäre “SPENDE MICH NASS. Ohne Wasser” besser gewesen.
- Das Plakat ist sicherlich kein direkter Spendenaufruf, sondern erzeugt mehr Bekanntheit und eine direkte Absatzsteigerung, was hier auch zum Ziel führt und offenbar noch keiner verstanden zu haben scheint. Wenn ich für das Handyfoto in einer Bar eine Flasche Viva con Agua gratis erhalte, deshalb auf das Thema und den Nutzen aufmerksam werde und dort oder irgendwann später noch mehr davon kaufe – et voila. 60% des erzielten Gewinns mit dem hier verkauften Wasser werden zu Spenden bzw. fließen dem Projekt zu. Das ich durch den Kauf eines Produkts spenden kann, wusste ich vorher nicht, erzählt das Plakat aber auch nicht (aber wohl die App/mobile Page).
- Der Vorwurf der geklauten (sagen wir mal gemildert: adaptierten) Idee bleibt, ist für mich aber nur eine Randerscheinung.
Um Viva con Agua bekannter machen, ist das Plakat sicher ein Hingucker, aber ob es tatsächlich erfolgreich Leute zum Spenden aufruft, bezweifle ich stark.
Ins Grübelns bringt mich das Plakat wirklich nicht, von wegen Wasserverschwendung und Trinkwassernot in Afrika. Dafür sind die 3 Sekunden, die man auf ein Plakat schaut und es gleich danach wieder vergisst, zu kurz.
Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.
wir haben die Kampagne bereits stoppen lassen. Sie wird nicht in unserem Namen veröffentlicht werden. Der Link zur offiziellen Pressemitteilung folgt in Kürze!
http://www.facebook.com/#!/vivaconagua?sk=wall
Traurig, was sich der Nachwuchs so ausdenkt. Noch trauriger die Idioten-Jury, die das gut findet. Alles hochbezahlte Leute. Aber das Gefühl für die Marke ist eindeutig abhanden gekommen.
Update: http://www.wuv.de/nachrichten/.....plakatiert
wo visuelle botschaft und markekern nicht zusammenpassen, ist es mir auch unverständlich, dass man eine solche idee (für ein solches produkt/aktion wahrhaft unpassend) überhaupt nur für den letzten Platz in erwägung zieht. vom sexismus mal ganz abgesehen, gingen da wohl mit entwerfer und jury die pferde durch.
schlecht umgesetzt und typografisch daneben obendrein.
einfach ein schlechtes stück auswurf: würfelhusten sozusagen.
Noch nie so ein schlechtes Artwork gesehen. Idee? Keine. Talent? Nicht vorhanden. Jury? Volldeppen.
“Young-Lions-Siegermotiv wird nicht plakatiert”.
Danke, Mirjam Kleine. Die “Idee” ist eines sozialen Vereins nicht würdig.
Wie auch immer man zu dem Plakat stehen mag, am Ende hat es sein Zeil erreicht:
Es wird darüber diskutiert.
Wie immer man zu Ex-Minister zu Guttenberg stehen mag, am Ende hat er sein Ziel erreicht: Es wird über ihn diskutiert.
Und nicht zu knapp.
viva la alfons…hahaha ^^
Jury: “Oh! Ein QR-Code! Oh eine integrierte Arbeit!! Gewonnen!!”
Gut, dass es der Kunde seine eigene Marke kennt und peinlich für die angebliche Jury, die in diesem Moment zu “integriert” verstrahlt war.
Ungerecht für die anderen Talente, die nun keine ehrliche Chance haben, nach Cannes zu fahren, deren Motiv mit Sicherheit erschienen wäre.
Wie war das nochmal? Eine Arbeit muss eingereicht sein, bevor sie bei Wettbewerben eingereicht werden kann? =)
Schade für die anderen Teilnehmer? Da ist doch insgesamt nur Schrott bei rumgekommen. Die eine Hälfte hat nur geklaut und die andere uninspiriert am Briefing vorbei gearbeitet. Und warum soll eine langweilige 0815 Spenden-Idee gewinnen. Alles in allem ernüchternd.
Die Macher der Plakate haben erreicht was sie wollten
…sie haben für Auffsehen gesorgt und für Diskussionen. Wobei ich als Frau sagen muss, dass ich die Plakate nicht so schlimm finde. Viele Grüße Pauline