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Goodbye Facebook

26. September 2011
von

Nichts ist gefährlicher in der Welt als Größe. (Voltaire, Candide)

Vielleicht liegt es nur an dem Comedian, der zu Beginn der Entwicklerkonferenz von Facebook eine Show abzog und mit Mark Zuckerberg witzelte. Der Tag, als Zuckerberg all die Neuerungen vorstellte, die einen unumkehrbaren Schritt in die Post-Privacy-Ära darstellen könnten, es war eine Momentaufnahme von einem Fürstenhof, ein Echo aus der Zeit, als sich absolutistische Herrscher als Ventil einen Hofnarren hielten.

Es geht ja auch um Macht. Strukturelle Macht und absolute Macht. Facebook will ja nicht nur, dass wir in unserer Timeline das ganze Leben aufzeichnen und unser Leben in einer digitalen Matrix verewigen. Da ist auch die Option, die Inhalte anderer Plattformen per Apps in Netzwerk einzuspeisen, damit wir uns einklinken können, in die Vorlieben unserer Freunde und Bekannten. Noch mehr automatisierter Austausch. Wer eine App wie die der Washington Post nutzt, zeigt seinen Freunden auch gleich was er gelesen hat. Der Washington Post Social Reader benötigt übrigens „Your description, Your likes, Friends’ interests Friends’ likes”.

“Frictionless”-Sharing nennt Zuckerberg das. Es mag sein, dass man dazu zustimmen muss. Irgendwo, irgendwie in diesem Einstellungs-Nirvana. Ich will mich aber nicht durchs Netz bewegen, und dabei ständig darüber nachdenken müssen, welche meine Freunde, und vielleicht auch noch ganz andere Leute, sehen, ob ich mal wieder bei Bunte.de war.

Natürlich steht man schnell in der fortschrittsfeindlichen Ecke, wenn man den Voyeurismus, den Facebook da bedient, nicht gutheißt, wenn man sich nicht stalken lassen will. Wir werden eben transparenter, heißt es , als sei das schon ein Selbstzweck und der Weg in die Post-Privacy-Gesellschaft nicht mehr aufzuhalten. Und dann wird gerne Jeff Jarvis ins Feld geführt, der seine Erkrankung öffentlich ausbreitete, so als stecke eine Zwangsläufigkeit dahinter, das morgen vielleicht schon jeder Selbstmord von den Netzwerken dokumentiert werden müsse und in der Timeline dann als finales Monument hinterlegt ist.

Die Gesellschaft entwickle sich dahin, heißt es, als ginge es dabei nur um die Frage der Rocklänge. Was sich zumindest in soweit ähnelt, als es im Kern bei beiden Aspekten allein um wirtschaftliche Interessen geht.
Denn der Daten-Behemoth, den wir da füttern, ist nicht mehr ein Konglomerat von Individuen, sondern eines von unfassbar wertvollen und mächtigen Daten.

Natürlich bleibt Facebook ein Service. Meine Silberlinge sind meine Daten. Ein paar Groschen wären nicht das Problem. Es ist die Masse und die Verknüpfung der Daten, die mir ein Stück meiner Selbstbestimmtheit über meine Transparenz nimmt. Eine Selbstbestimmtheit, die man durch Kontrolle wiedererlangen könnte. Selbst das macht Facebook umständlich, wenn es erst mit viel Papierkram eine Facebook-Daten-CD herausrückt.

Aber das ist noch nicht einmal der Kern des Problems. Ebenso wenig, ob und was nun per Cookie aufgezeichnet wird, oder auch nicht, solange ich nicht bei Facebook ausgeloggt bin. Ich kann das nicht sachkundig nachvollziehen. Ich spüre aber, dass mir meine Kontrolle über meinen OpenGraph-Datenstrom zunehmend entgleist. Transparenz ist eine Einbahnstraße. Ich bin gegenüber Facebook transparent, umgekehrt gibt es nur ein milchiges Glas. Mit jeder Neuerung und mit jeder Änderung der AGB wird das Bild trüber. So schnell und doch zugleich so scheibchenweise, dass wir es gar nicht merken, wie unser Datenschatten immer länger wird.

Die Entscheidung gegen Facebook ist denn auch nicht streng rational. Sie ist emotional. Ein Bauchgefühl. Der grundlegende Wert eines jedes Netzwerks basiert auf Vertrauen. Ich habe kein Vertrauen mehr.
Deshalb werde ich meine Aktivitäten bei Facbeook auf Null herunterfahren. Nicht mehr „liken“, nicht mehr teilen, nicht mehr kommentieren, keine Kontakte knüpfen.  Mein Profil werde ich vorerst nicht löschen. Dagegen sprechen allein schon eine Reihe beruflicher Gründe. Aber ich werde Facebook aus dem Weg gehen. Ich hätte das, so wie Martin Oetting, vielleicht schon viel früher tun sollen.

Vielleicht komme ich irgendwann zurück, weil der „Point of no Return“ schon längst überschritten ist und das Leben nur unter der Sonne Zuckerbergs noch organisierbar ist. Bis dahin bin ich bei Google+, auch wenn das vielleicht nur die Wahl zwischen Scylla und Charybdis ist.


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Kommentare zu “ Goodbye Facebook ”

  1. Ole am 26. September 2011 um 14:37 Uhr

    Wie ich im Netz las, nützt auch der ausgeloggte Zustand nicht, um der Sammelwut von fb zu entkommen. In so fern nützt das “aus dem Weg” gehen nichts. Vielleicht füllt sich der sichtbare Bereich nicht weiter, das Profil auf den Servern schon.

  2. Nico am 26. September 2011 um 14:44 Uhr

    wird der Aluhut vom Verlag gestellt, oder ist das eine eigene Anschaffung? :)

    • Olaf Kolbrück am 26. September 2011 um 14:50 Uhr

      Ne, den Kauf ich lieber selbst. Von Toppits, bei Real. Das gibt doppelt Payback-Punkte wenn ich mit meiner Miles&More-Kreditkarte bezahle. :)

      • Nico am 26. September 2011 um 14:59 Uhr

        sehr gut, du unterstützt deutsche unternehmen und nicht diese miesen amerikanischen datensammler.

  3. blank am 26. September 2011 um 14:45 Uhr

    Sehr gut, ich stimme zu. Ich bin schon vor zwei Monaten weg – nach sechs Jahren Facebook.
    http://blanksites.com/?p=1364

  4. Martin am 26. September 2011 um 14:46 Uhr

    Klasse Artikel, danke.
    Ich benutze Facebook seit dem deutschen erscheinen. Damals noch alles geteilt, heute nur noch vorsichtig. Ich lasse nur noch abonnieren, neue “Freunde” gibt es nicht mehr, viele alte werden gelöscht. (Ja, mir ist bewusst, das Facebook diese Daten trotzdem hat, aber niemand anders sieht sie mehr)
    Ich teile nur noch die Seiten aus dem eigenen Blog, Kommentare, ausgenommen bei wenigen bestimmten Mitgliedern, sind von mir kaum noch zu sehen.

    Die Timeline schreckt mich ab, vielleicht, oder hoffentlich auch noch viele andere. Man kann auch auf den Boden bleiben. Facebook hätte dieses Archiv wohl lieber heimlich anlegen sollen statt es jeden Benutzer zur Verfügung zu stellen.

    Wie dem auch sei, auch ich werde mich immer weiter zurück ziehen, so lang, bis ich bei 0 bin. Dann fordere ich zum Spaß noch meine Daten an und lösche meinen Account. Mal schauen, wie lang dies noch dauert.

  5. cardamonchai am 26. September 2011 um 15:23 Uhr

    Guter Artikel.
    Ich habe mich auch für diesen Weg entschieden. Erst mal nicht komplett abmelden, aber alles auf ein Minimum runterfahren. “Likes” rausnehmen, nichts mehr neu “liken”.
    Bleibt noch abzuwarten, ob es irgendwann möglich sein wird, alle Daten, Statusnachrichten, Fotos, etc. aus der Vergangenheit wirklich unwiderruflich zu löschen. Ich befürchte fast nein. Zum Glück habe ich nie wirklich Privates (OK, außer Fotos, die ich nur mit einer ganz bestimmten, von mir erstellten Gruppe geteilt hatte, das wird man sicher auch irgendwann gegen mich verwenden)in facebook geteilt.
    Sind wir nun schließlich und endlich doch noch im Jahr 1984 angekommen. Irgendwie sind wir ja auch alle selbst schuld. Nur wollte es wohl anfangs keiner so wirklich wahr haben. Sammeln wir einfach mal alle unsere Fotos und Infos im Internet, wird schon außer uns und unseren Freunden keiner sehen.

  6. Stefan Lehmann am 26. September 2011 um 15:24 Uhr

    Hmmm,

    der letzte Satz ist schon etwas spannend. Wenn es mir angeblich so wichtig ist, was mit meinen Daten passiert, dann schließe ich mich wohl kaum einen anderen großen Netzwerk an, welches unter anderem mit Google selber die wohl weltweit größte Datensammlung betreibt.

    Die Entscheidung an sich finde ich konsequent und kann sie nur unterstützen. Wobei ich mir so langsam natürlich schon die Frage stelle, woher dieses plötzliche Interesse am Datenschutz kommt? Denn das Facebook (wie eigentlich jede Internetseite, wie jeder Verlag, wie selbst dieser Blog) Daten sammelt ist wohl schon lange kein Geheimnis mehr. Doch plötzlich kommt eine Timeline, die dem User selbst die Wahl lässt welche Daten man erfasst und an wen man diese teilt (unbestritten weiß Facebook selber natürlich dennoch von den Daten und kann diese nutzen) und plötztlich ist alles pfui???

    Das zeugt leider nicht gerade von viel Sachverstand. Die andere Frage die sich mir hier stellt ist die was hier eigentlich alle glauben, was genau mit den Daten geschieht? Letztlich stellen es alle so hin, als wäre das eigene gebrochene Bein, die eigene Hochzeit das Ereignis für Facebook und den Rest der Menschheit.

    Faszinierend finde ich an den Debatten und dem Aktionismus der vergangenen Wochen das diese Priorisierung des Themas Datenschutz ein ziemlich deutsche Phänomen zu sein scheint.

    Aber wie gesagt, ich finde es konsequent das netzwerk aus nachvollziehbaren Gründen zu verlassen und wünsche viel Erfolg in einem Netzwerk wie Google+ ;) Ist auch deutlich überschaubarer mit ca. 5% der Nutzergemeinde

    • Olaf Kolbrück am 26. September 2011 um 15:29 Uhr

      Das ist nicht nur ein deutsches Phänomen: http://www.haltungsturnen.de/2.....cy-is.html

      • Stefan Lehmann am 26. September 2011 um 15:39 Uhr

        Hmmm seltsam nur, das ich von keinem meiner amerikanischen, und teilweise auch europäischen Kontakte ähnliches gelesen habe

      • blank am 26. September 2011 um 19:14 Uhr

        Tja selstsam, da gibt es aber viele Artikel drüber, dass in USA und Großbritanien die Nutzerzahlen seit Monaten sinken. Vielleicht hast du andere Freunde dort.
        Meine amerikanische Freunde sind schon alle vor ein paar Monaten weg.
        http://t3n.de/news/facebook-wa.....en-314710/

  7. Michael am 26. September 2011 um 17:26 Uhr

    Ich habe mich als Konsequenz bei Diaspora unter – joindiaspora.com – registrieren lassen und hoffe, dass ich die ungeliebten Erscheinungen von Facebook dort nicht erleben werde. Google+ habe ich probiert. Es gefällt mir aber nicht und zudem denke ich, dasss Goole ohnehin schon genug von mir erfährt…

  8. Alex Drebs am 26. September 2011 um 17:35 Uhr

    Wie Gunter Dueck auf der re:publica 2011 schon sagte: Der jungen Generation sind Datenschutz und Privatsphäre immer weniger wichtig. Die heutige Jugend macht sich keine großen Gedanken um diese Themen. Ich frage mich woran das liegen mag!?

    • blank am 3. Oktober 2011 um 18:42 Uhr

      weil viele Datenschutz mit Privatsphäre verwechseln… Leider.

  9. Thilo am 26. September 2011 um 17:48 Uhr

    @Alex Drebs: Die älteren Generationen haben eingebleut bekommen, sich ordentlich zu verhalten, “was sollen denn die Leute denken?!”

    Den jungen Menschen ist das heute – auch dank 68er – egal. Die sind emanzipiert und selbstbewusst in ihrem Handeln. Da wird nicht mehr versucht, zwanghaft nach gesellschaftlichen Normen zu handeln, die kaum Spielraum lassen.

    Das Veröffentlichen von Versatzstücken des eigenen Lebens ist Ausdruck dieser selbstbewussten Haltung, die unsere (Groß-) Eltern nie hatten.

  10. Michael am 26. September 2011 um 18:05 Uhr

    Hab vor etwa einem halben Jahr die selbe Entscheidung getroffen, abgesehen davon, dass ich auch G+ fast ausschließlich als Nachrichtenstream verwende und kaum selbst poste, was allerdings primär daran liegt, dass in meinem Umfeld kaum jemand G+ nutzt.

    Die Abhängigkeit von FB ist meiner Meinung nach reine Illusion. Ja auch ich nutze noch in seltenen fällen FB als Emailersatz, antworte auf Nachrichten und lese gelegentlich, was meine Freunde so machen. Es kommt aber auch vor, dass ich mich einen ganzen Monat lang nicht einlogge.
    Die Illusion etwas zu verpassen, nicht dazu zu gehören, wenn man geht, ist und bleibt aber eine Illusion. Ich spüre nicht im geringsten, dass ich irgendwo nicht dazu gehöre. Meine wichtigsten Kommuikationswege sind nach einem zwischenzeitlichen spontanen Hoch wieder von Social Media wieder Email, Telefon und SMS, ab und an schreibe ich sogar auch privat den ein oder anderen Brief.
    Fakt ist, es funktioniert! Na und, dann hab ich eben nicht sofort das Bild gesehen, wie mein bester Freund am Wochenende auf einer Grillparty war. Das ist mir egal, denn wenn es von Interesse/Bedeutung für mich ist, finden mich die Informationen sowieso, dazu muss ich mich nicht an einem wachsenden Internetvoyeurismus beteiligen. Das mag vermessen klingen, aber es funktioniert.
    Zudem muss ich auch keine 200 Internetreundschaften pflegen, die mir zwar auf Facebook kurz nach 0:00 Uhr zum Geburtstag gratulieren, aber in der S-Bahn nicht Hallo sagen.

    Social Media ist lediglich eine eigene kleine Subkultur. Meiner Meinung nach ist der Punkt, an der aus einer Unterstützung unseres Lebens außerhalb des Netzes weitestgehend ein Selbstzweck wurde, längst überschritten. Dies sieht man allein an der wachsenden Flut von Nichtigkeiten, über die man jeden Tag auf FB und Co lesen kann. Mir ist allein schon der Informatinsfluss den ich selbst von anderen erhalte zu viel, hier wichtig und nichtig zu filtern ist mühseliger als einfach raus zu gehen und die Leute nach ihrem Befinden zu fragen, oder eben jedem einzelnen eine SMS/Email zu schreiben.

  11. Elena Maar am 26. September 2011 um 18:06 Uhr

    Ich dachte schon ich sei nur zu doof für facebook & co http://finitivus.wordpress.com.....s-networks – doch in letzter Zeit häufen sich ja die Artikel über social network Müdigkeit. Ich bin sogar noch einen Schritt weiter gegangen – ich habe auch schon G+ hitre mir gelassen. Und was kommt jetzt?

  12. blank am 26. September 2011 um 19:14 Uhr

    REAL LIFE! LET’S GO RETRO!

  13. mark793 am 26. September 2011 um 23:30 Uhr

    Kann den Schritt gut nachvollziehen. Hatte bislang das Gefühl, mit meiner eher homöopathisch dosierten Präsenz auf Facebook nicht schlecht zu fahren, aber ich stelle fest, dass es mich zunehmend nervt und ermüdet, ständig ein Getriebener zu sein von immer wieder neuen Versuchen, noch mehr Daten und irgendwie verwertbaren Input aus mir rauzuleiern. Heute gehts vielleicht “nur” um die Timeline und meinen Medienkonsum sowie kulturelle Vorlieben, morgen vielleicht schon um meine gesamte Verbraucherhistorie und Bonität, übermorgen meine Vitaldaten (jaja, schon klar, man will ja nur mein Bestes). Meine Lust, diesem Moloch ständig neue und größere Datenopfer darzubringen, geht allmählich gegen Null – und ich weiß nicht, ob ich mich da bei der Konkurrenzveranstaltung von Tante Gu wirklich besser aufgehoben fühle.

    • Olaf Kolbrück am 27. September 2011 um 08:36 Uhr

      Das beschreibt ganz gut eine Teilmenge meiner Gedankenwelt. Hinzu kommt, das sich es natürlich toll finden soll und als erweiterung meiner Möglichkeiten begreifen soll, dass ich allen meine Vitaldaten mitteilen kann. Was im übrigens gar nicht nötig ist. Ich denke, auf basis des eigenen online-verhaltens kann FB schon jetzt extrapolieren wie leistungsfähig du heute bist.
      Und ja, ich glaube, google kann das nicht allzuviel schlechter. deshalb finde ich meine derzeitige lösung auch eher prekär, als final. Vielleicht liegt der goldene Mittelweg tatsächlich in der Homöopathie. Die strategie der Netze ist aber, das wir genau das nicht tun, sondern stattdessen mit lust unsere psychologische Historie offenbaren.

      • mark793 am 27. September 2011 um 17:34 Uhr

        Wie leistungsfähig ich bin – damit (insbesondere mit den gefahrenen Radkilometern) prahle ich doch in einer Tour auf meinem Privatblog. ;-)

        Die Frage ist, ob diese Strategie der Netze nicht irgendwann zurückschlägt – zumindest mit dem begrenzten Effekt, dass die Nachdenklicheren unter den Nutzern es irgendwann leid sind, immer neue Tentakel mit Datensaugnäpfen abzuwehren. Aber solange der größere Rest dabei bleibt und jeden neuen Sch..ß mitmacht, sehe ich nicht, dass die Begehrlichkeiten an absehbarer Zeit aufhören. Bald wird es vielleicht so laufen wie bei den Mormonen, da kannst Du dann Deine ganzen längst verblichenen Ahnen und Urahnen post mortem auch noch als Mitglieder bei Facebook anmelden. Oder der automatische Ahnenfinder erledigt das für Dich, Du musst nur Zugriff auf Dein Stammbuch gewähren.

  14. Martin am 27. September 2011 um 07:17 Uhr

    Jetzt steh ich wieder da als Besserwisser! Habe mich hartnäckig gewehrt, meine Daten (wen auch immer diese warum interessieren sollten!?) freiwillig ins weltweite Netz zu stellen – warum auch? „Ist doch cool!“ und „macht doch jeder“ waren mir als Argumente etwas zu dürftig. Ich habe es bis heute, bis auf eine beruflich bedingte Ausnahme, durchgehalten und bin stolz darauf. Ich bin auch für retro … und viele andere werden dieser Meinung folgen. Schönen Tag noch!

  15. Markus am 27. September 2011 um 09:09 Uhr

    Ich hab bisher fast jede Anwendung blockiert und nur das gepostet was ich auch posten will, genauso werd ich es auch weiterhin machen. Ich seh da nicht so das Problem. Zumindest was die Timeline angeht ist es “nur” eine andere Form der Datenaufbereitung, andere Daten wie vorher stehen bei mir (Ja ich hab sie bereits) dadurch nicht drin.

  16. Frank am 27. September 2011 um 09:26 Uhr

    Hach, was bin ich froh, dass ich mich nie so recht [edited by admin] eingelassen habe.

    Mal immer vorausgesetzt, dass nicht doch die Winklevoss twins für den Quatsch verantwortlich sind…

    • Olaf Kolbrück am 27. September 2011 um 09:30 Uhr

      Bitte denken Sie bei den Kommentaren an die Nettiquette. Danke

  17. Johnny Deluxe am 27. September 2011 um 10:55 Uhr

    Wunderbar. Ich kann es nur begrüßen, dass scheinbar langsam aber sicher der böse Kern dieses blauen Teufels erkannt wird (das wurde es bestimmt auch schon länger) und endlich der Mut gefasst wird über Verhaltensmuster und Angewohnheiten zu springen (das wohl noch nicht so lange) und facebook links liegen zu lassen.

    Ich freue mich besonders, dass die Medienschaffenden und ich nenne es jetzt mal Multiplikatoren der kommunikativen Welt nun damit anfangen, diesem meiner Meinung nach unverständlichen Zwang bei facebook “ihr Leben zu organisieren” abschwören. Ich gebe zu, dass es sehr sehr schwierig ist sich diesem Zwang zu entziehen, aber zumindest von mir besteht noch kein facebook-Datenprofil – also möglich.

    Hoffen wir, dass Google+ nicht noch eine Schippe drauf setzt, denn deren Macht ist meiner Meinung nach noch etwas größer. Klarnamendebatte und gelöschte Profile (ich bin selbst betroffen und habe den mächtigen Arm des “ich breche Kommunikation einfach ab, weil’s mir egal ist”-Konzerns mitbekommen) mal so als Themen in den Raum geworfen.

    Die neue Timeline bei facebook wird wohl noch einige dazu bewegen, sich abzumelden, aber einige eben auch nicht, die unbedarft und aus Gewohnheit (oder Sucht) weiterhin die Datendiktatur mitmachen. Hoffen wir das mehr Leute anfangen über ihre “Silberlinge” nachzudenken und Anonymous bis zum 5. November zuvorkommen.

    Schöner Artikel! I like! ;)

  18. Daniela am 27. September 2011 um 16:26 Uhr

    Danke für den guten Artikel … habe im Moment so ein Gefühl des hin – und her, bleiben oder gehen. Möchte ich wirklich eine “Tagebuch” auf der Facebook Plattform führen ohne Kontrolle meiner persönlichen Daten … danke für den guten Artikel.

  19. Mirko Lange am 28. September 2011 um 07:33 Uhr

    Woher kommt eigentlich diese (irrationale?) Angst? Und warum diese digitale Entscheidung? Die FAZ hat gestern Facebook mit einer Stasi-Zentrale verglichen. Der Stasi konnte man nicht entkommen. Gar nicht. Man war ihr ausgeliefert. Das ist bei Facebook nach allem, was ich weiß, nicht so. Ich muss mich Facebook nicht total verweigern – also quasi “rübermachen”. Auf Facebook kann immer noch ICH jederzeit entscheiden, wann und wo ich eine Applikation mit Facebook-Connect verbinde, oder was ich in Facebook einstelle. Und für mich persönlich gilt: Was ich poste, darf auch öffentlich sein. Oder ich denke darüber nach, Facebook wirklich nur privat zu posten. Dann stelle ich aber bei Facebook ein, dass alles nur privat ist.

    • Peter Jebsen am 28. September 2011 um 10:54 Uhr

      Danke, Mirko, für die Stimme der Vernunft!

      Mir ist schleierhaft, warum sich Nutzer von Facebook auf der Grundlage bloßer Ankündigungen verabschieden. Ich werde mir erst mal anschauen, wie die neue Timeline in der Praxis ausschaut.

      Einen Grund kann ich nachvollziehen, wenn ich ihn auch nicht teile: das von Olaf erwähnte Bauchgefühl.

  20. FrostQ am 28. September 2011 um 10:48 Uhr

    Und wenn ich diese Apps… nicht nutze? Sondern einfach so weitermache wie vorher?
    Nachrichten schreibe, hin und wieder mal nen Foto? Meine Pinnwand auf Private stelle?

    “Goodbye Facebook” – Ihr kleinen Wichtigtuer, ey.

  21. FrostQ am 28. September 2011 um 10:55 Uhr

    @jonny deluxe: “Datendiktatur”!!! Was für ein ignoranter Quatsch und was für eine schlicht vollkommen falsche Verwendung des Wortes.

    Bitte, mach lieber schnell den Computer aus!

    PS: Und lösch bitte auch dein Mallorca-Fotoalbum von Facebook.

    • Johnny Deluxe am 28. September 2011 um 12:29 Uhr

      @FrostQ
      Wow, da hat aber einer in seiner Facebook-Pinnwand fachlich diskutieren gelernt. Leichte emotionale Überfunktion?

      Also ich denke nicht, dass wir uns hier jetzt solche Kommentare leisten sollten, aber um deinen Kommentar nicht ganz so stehen zu lassen: Das Wort “Datendiktatur” war auch nicht als dudentaugliche Definition gemeint. Vielmehr drückt das Wort mein Bauchgefühl aus und ich lasse mich gerne auf netter und angebrachter Art von einem passenderen Wort überzeugen, wenn das hier auf allgemeinen Unmut stößt.

      Was ich in deinen Kommentaren auch etwas vermisse neben dem schlichtweg unsachlichen kritisieren anderer: Was ist mit AGB? es geht hier ja nicht immer nur um Apps. Mich persönlich stört die Sublizenz, die ich mit dem Akzeptieren der facebook-AGB erteile und somit facebook erstmal generell Verwendungsfreiheit über meine Inhalte gebe. Möglicherweise versteh ich den Passus auch falsch, aber es hört sich für mich schon ganz so an.

      Ich gebe auch zu, dass ich da vielleicht etwas zu pessimistisch bin, aber ich finde es eben allgemein bedenklich, wenn eine Firma erst alle Datenschutzrichtlinien im Nachhinein ändert und genauso wie du jetzt keine Lust auf das Datenschützergeschrei hast habe ich eben keine Lust auf das Datenbeklautengeschrei, wenn dann doch mal was schief geht. Und wie man gerade bei der Lehmann-Brothers-Klage sieht: wenn man überall mitmacht was gerade cool ist und danach auf die Schnauze fällt,, weil man AGBs nicht gelesen und blind vertraut hat, bekommt man nicht immer recht.

      Aber das lief bestimmt schon über deinen facebook-Newsstream…

      P.S.: Schick mir mal die Bilder von diesem ominösen Album bei facebook. Mir sagt das nichts.

      • Johnny Deluxe am 28. September 2011 um 12:53 Uhr

        Kleiner Nachtrag, was ich noch nach schieben will: Richard Gutjahr hat das eben gepostet:
        http://gutjahr.biz/blog/2011/09/face-off/

        Ein Unternehmen, welches so argumentiert und agiert, soll einfach nicht mein Nutzungsverhalten speichern und verwerten dürfen. (Privatsphäre-Einstellungen hin oder her)

  22. Betablocker am 3. Oktober 2011 um 10:19 Uhr

    Ganz guter Bericht bis der Schluss kommt… ” Ich bin jetzt bei G+ ” …. es ist tatsächlich eine Farce erst über FB herzuziehen und dann im Abschluss au G+ zu verweisen. G+ wird noch schlimmer werden da Google noch ganz andere Möglichkeiten hat als Facebook. Also wenn schon dann bitte Konsequent bleiben.

    Gruß Beta

  23. Toralf P. am 3. Oktober 2011 um 16:41 Uhr

    Also ich will sicher nicht den Datenumgang den Facebook macht gutreden, aber wenn man nicht mal ein Risko eingeht und alles vorher abblockt, würden wir noch in Höhlen ohne Strom wohnen;-).

  24. Buser am 15. Oktober 2011 um 23:36 Uhr

    Spannend.

    Facebook ist eine Macht für sich. Jeder der nur einen Kommentar im Netz hinterlässt der hat sich dazu entschieden öffentlich zu sein.

    Das Netz ist eine Chance für Austausch mit Leuten aus der ganzer Welt. Unser Leben ist beschränkt, warum einen solch tollen Service für kein Geld nutzen…

    Gruss Heinz Buser

  25. Nordbergh am 19. Oktober 2011 um 17:15 Uhr

    Und wenn Du Dich mal einsam fühlen solltest… kontaktiere mich gern auch über Twitter. ;-)

  26. Meik am 1. Dezember 2011 um 15:59 Uhr

    Für mich ist Facebook unnütz. Ich habe dort bisher geschätzte 10 Beiträge geschrieben und verfolge das Treiben dort auch nicht. Aber auch Facebook wird dem Lebenszyklus von Netzwerken erliegen. Zum Glück.

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