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Facebook: Never can say goodbye

28. Oktober 2011
von

“Wer rausgeht, muss auch wieder reinkommen”. Herbert Wehner

Vor einem Monat habe ich Facebook den Rücken gekehrt. Es war nicht so, dass ich in der Zeit danach Entzug hatte. Ein geringe Dosis blieb. Ich konnte ja immer noch lesen, was passiert. Ich hatte den Account nicht gelöscht.  So viel gelesen habe ich dort allerdings nicht.  Weniges, das ich nicht auch bei Twitter oder Google+ gefunden hätte. Manches davon aber wichtig.

Dennoch kehre ich dort jetzt aktiv wieder ein. Nicht, weil ich über die Salami-Taktik in Sachen Privacy plötzlich anders denke.  Es geht lediglich um Zweckmäßigkeit. Die Gründe sind vielfältig. Sie lassen sich aber in einem Satz zusammenfassen: Wenn man Teil einer spezifischen digitalen Gesellschaft ist, noch dazu beruflich aktiv, kann man nicht beim wichtigsten und größten Vereinstreffen dieser Gruppe vor der Tür bleiben. Es ist nicht nur unpraktisch, es ist sogar nicht praktikabel. Anders gesagt: Wäre ich Lokomotivführer, würde meine Entscheidung anders aussehen.

Zudem hat mich das Interview mit David Weinberger nachdenklich gemacht. Vielleicht durchleben wir gerade einen evolutionären Prozess. Und Verweigerer ähneln möglicherweise den Lurchen, die davor warnen auf zwei Beinen zu gehen. Aber ich glaube auch, dass von den Ersten,  die auf zwei Beinen gingen, viele von einem großen Waran gefressen wurden. Gefahren darstellen, aber auch Aussichten vermitteln, Strategien finden gegen das große Fressen, das kann man nur im Diskurs. Dort, wo er stattfindet.

Mehr vom Autor jetzt auch bei Twitter unter http://twitter.com/OlafKolbrueck und bei Google+

 

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Kommentare zu “ Facebook: Never can say goodbye ”

  1. Nico am 28. Oktober 2011 um 16:32 Uhr

    baust du hier auch wieder den like-button ein?

  2. Olaf Kolbrück am 28. Oktober 2011 um 16:40 Uhr

    Wieder? Ich glaube, der war hier noch nie so richtig drinnen. Nur mal testweise händisch eingefügt, oder so.

  3. Michael am 28. Oktober 2011 um 16:50 Uhr

    Was ja implizit heisst, daß Teile dieser “spezifischen digitalen Gesellschaft” nicht auf G+ sind?
    Was hast du eigentlich genau verpasst, was du jetzt wieder willst?
    (und warum ist mir nie aufgefallen, daß du keinen Like Button hast?)

    • Olaf Kolbrück am 28. Oktober 2011 um 17:08 Uhr

      zu a) Ja.
      zu b) Ach, das ist ein wenig zu komplex, um es mal eben zu formulieren.
      zu c) Weil Du ihn nicht vermisst hast?

  4. Friedrich Bolle am 28. Oktober 2011 um 17:27 Uhr

    “Wenn man Teil einer spezifischen digitalen Gesellschaft ist, noch dazu beruflich aktiv, kann man nicht beim wichtigsten und größten Vereinstreffen dieser Gruppe vor der Tür bleiben.”

    Ist es tatsächlich so ??

    Innovationen werden doch nicht in facebook Vereinen gemacht, sondern letztlich in Nischen oder?

    Gerade die digitale Welt ist doch so reich an Facetten, dass man7frau es sich vieleicht zu einfach macht, wenn man sagt als
    ” digitaler Mensch ” muß ich in facebook sein.

    Und was die Strategien betrifft gegen das große Fressen betrifft, die finde ich leider nicht im facebook mainstream bei den Lemmingen :-)

  5. Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach am 28. Oktober 2011 um 17:41 Uhr

    Was übrigens neben “ich war auf dem Klo” mein Lieblingszitat von Wehner ist. :)

  6. Kathrin am 28. Oktober 2011 um 17:50 Uhr

    Ja, das würd ich jetzt gern auf Facebook liken!

  7. merkt am 28. Oktober 2011 um 20:11 Uhr

    Ich habe auch vor einem Monat Facebook verlassen, der schlimmste Vorfall den ich dort erlebt habe , ist eine offensichtliche Zensur, wir hatten uns das procedere gepostet, wie man fb endgültig löscht, FB hat das aktiv gelöscht, ähnliche Vorfälle und Eingriffe in die Meinungsfreiheit gab es nachweislich dort auch schon.
    Beträgt die Halbwertszeit 4 Wochen , um zu vergessen, warum man etwas den Rücken zukehrt?
    Ich habe G+ für mich entdeckt und festgestellt, es ist absolut ausreichend, der einzigste Nachteil , ich kann meine unendliche Neugier nach der Dummheit anderer , die mir sogar noch persönlich bekannt sind , nicht mehr ausreichend decken, ansonsten bin ich zufrieden, gut daß mir meine Tochter noch erzählt was so vor sich geht, das deckt meinen Basisbedarf^^
    Nein, es muss sich erst grundlegend etwas ändern an den Basisvorraussetzungen, daß ich den Schritt rückwärts mache, ich prognostiziere, daß der Gesetzgeber mittelfristig die Grenzen ziehen wird, ob es uns gefällt oder nicht.

  8. Spießer Alfons am 29. Oktober 2011 um 10:17 Uhr

    Ich denke, Journalisten sollten Beobachter sein von Veranstaltungen. Wenn sie bei einer Veranstaltung, die sie beobachten, gleichzeitig auch aktive Teilnehmer dieser Veranstaltung sind, dann kommen sie gar nicht mehr zum objektiven Beobachten, weil der Abstand nicht weit genug ist.

    Will sagen: Wenn ich Mitglied in einer Partei bin und mich dort auch noch in der Parteiarbeit engagiere, dann berichte ich über diese Partei (und die anderen Parteien) anders als wenn ich unparteilich bin. (Oder mein Leser wird es so empfinden.)

    Wenn ein Journalist einen Namen hat, dann schreibt er quasi nirgendwo mehr privat, sondern alles, was er schreibt, wird seinem Namen zugerechnet. Und wenn ich bei Facebook schreibe, dann denken meine Leser, dass ich Facebook als positiv empfinde, weil ich dort nicht nur stiller Beobachter bin, sondern aktives Mitglied.

  9. Ebi am 31. Oktober 2011 um 11:07 Uhr

    Just pressed the “like”-button. Danke für den Artikel!

    Netzwerke sind im digitalen Zeitalter nicht mehr wegdenkbar – evolutionär gesehen gehören sie beide genauso zusammen wie die Erfindung des Rades mit der Erfindung des Autos. Das Auto hat auch vergleichsweise zwei Seiten der Medaillie für uns hervorgebracht.

  10. FrostQ am 1. November 2011 um 14:04 Uhr

    oh gott, danke. ich dachte, jetzt kommt wieder so ein “ich habe mein facebook-profil gelöscht, lobt mich gefälligst dafür”.

  11. Vroni am 1. November 2011 um 15:42 Uhr

    FrostQ,
    tatsächlich, das ist es wirklich nicht.
    Es ist ein “ich sehe Facebook doch wieder etwes differenzierter, lobt mich gefälligst dafür”.

    • olafkolbrueck am 1. November 2011 um 16:14 Uhr

      Um mal einen großen Social-Media-Experten der Neuzeit zu zitieren: pfff. :)

  12. Robert am 21. November 2011 um 16:37 Uhr

    Ich finde Facebook gibt eine gute Möglichkeit viele Ebenen des alltäglichen Lebens neu zu gestalten. Die Kommunikation hat und wird sich auch weiter ändern. Die Mediennutzung wurde davon nachhaltig beeinflusst und auch die Sichtweise bestimmter Sachverhalte hat sich umgekehrt. Ich denke Facebook kann man schwer aus dem Leben wieder rausintegrieren. Dafür steckt zu viel Potential dahinter, was aktiv genutzt werden möchte.

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ivw