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Wenn der Schuss durch den Schädel des Werbers geht…

3. November 2011
von

…dann kommt dabei eine Kampagne heraus, die für den Betrachter so verheißungsvoll ist wie eine Urlaubsfahrt in einem Leichenwagen zur Friedhofskapelle in Cannes. Also eine ziemlich perverse Reise. Manchmal jedoch haben die betreffenden Werber den besagten Schuss selber gar nicht gehört. Und der Kunde hat ihn überhört, weil das Geräusch des eigenen Automotors alles überdröhnt hat. Wie dem auch sein mag: Hier ist von so einem Schuss die Rede.

Vorab bemerkt: Im Allgemeinen machen Werber schöne Sachen. Werber machen aber auch dumme Sachen. Werber machen mitreißende Sachen, und Werber machen einschläfernde Sachen. Kurzum: Werber machen gute oder schlechte Werbung.

Abgebildet ist ein Sujet aus einer Kampagne von Philipp und Keuntje für Lamborghini. Wer die Motive als schön, mitreißend und damit als gut empfindet, dem ist offensichtlich eine Patrone durch den Schädel geschossen worden.

Mehr zu dieser Kampagne und weitere Bilder seht Ihr hier. Und man erkennt: Bei den abgebildeten Personen handelt es sich um Zombies (vielleicht verunglückte Lamborghini-Fahrer?), die Herr Müller ausgegraben und nachgezeichnet hat. Der einzige, der hier leiden muss, ist also der Betrachter.

Spießer Alfons, der gerade dabei war, den Kaufvertrag für einen neuen Lamborghini zu unterschreiben, hat sich ad hoc eines Besseren besonnen und kauft stattdessen lieber ein gebrauchtes Dreirad für seine jüngste Tochter – falls der CD von Philipp und Keuntje es selber nicht mehr benötigt zur Fahrt in die Agentur.

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Kommentare zu “ Wenn der Schuss durch den Schädel des Werbers geht… ”

  1. Hendric am 3. November 2011 um 17:52 Uhr

    Nicht immer bin ich mit dem Spießer einer Meinung, aber diesmal stimme ich so sehr überein, dass ich das sogar positiv kommentieren muss. Diese Werbung empfinde ich im Bezug auf das Produkt wie auch im Bezug auf die Gewählten Motive mehr als Fragwürdig. Danke fürs Zeigen. Hab meine Bestellung ebenfalls storniert.

  2. Meine Wenigkeit am 3. November 2011 um 20:04 Uhr

    … und ich bestelle erst gar nicht …

  3. Eike am 4. November 2011 um 05:02 Uhr

    ich wurde niiiemals eine Karre kaufen von einem hersteller der leute mit dem tot bedroht das ist doch kein witz!! auch wenn ich mir das leisten kann (glaub keiner, ist aber so:))

  4. Der B aus H an der E am 4. November 2011 um 11:22 Uhr

    Was soll man sagen? Ich finde alles, was ich letzter Zeit für Lamborghini gesehen habe… grauenhaft. Kindisch, sinnfrei, ziellos hyperpotent, laut und niveautechnisch immer auf der Kippe ins Prollige. Wenn ich die Marke dann im “real life” erlebe, deckt sich das fast zu 100%. Sprich: Das dürfte genau die Positionierung sein und genau die wird hier bedient.

    • Wertbetexter am 4. November 2011 um 11:47 Uhr

      Genau. Hoffentlich trifft’s die Zielgruppe ;-)

  5. Peter am 7. November 2011 um 08:59 Uhr

    Luden, Oligarchen und Wüstensöhne mit zuvielen Petro-Dollars und zuwenig zu tun werden das sicher ansprechend finden und um andere geht es ja nicht.

    Wer trotzdem findet, dass Lamborghini doch bitte auch den Golf-Fahrer ansprechen sollte kann sich ja des Spiessers Vortrag anhören:
    “Gold-Idee vs. Geld-Idee – Wozu würden Sie Ihrem Kunden raten?”
    http://off-the-record.de/2011/.....wiesbaden/
    :-)

ivw