Kentucky Fried Chicken: Wie ein Filetstück zum Musterstück für ein Schelmenstück wurde
Kentucky Fried Chicken (KFC) – nicht zu verwechseln mit: “Kentucky Schreit Ficken!” – ist eine Schnellimbiss-Kette, wo frittierte Hühnerfleischteile die Grundlage vom Business bilden. KFC-Restaurants fallen unter den Begriff „Fastfood“, was meint: Es ist schnelle Nahrung, also Speisen, die für den raschen Verzehr bestimmt sind, zumal sie auch in wenigen Minuten fertig zubereitet über den Tresen gehen. Der Begriff Fastfood muss aber nichts Negatives für die Qualität der Speisen aussagen, zumal zum Fastfood auch ein frischer Salat gehört. (By the way: Auch Sushi und Saschimi mit Fischfilet sind Fastfood!)
Zur Zeit verübt KFC einen Plakatanschlag auf den Konsumenten und verkündet: „100% Filet. Ist das noch Fastfood?“ – siehe die Abbildung!
Wer von Euch versteht, was der Texter hier zum Ausdruck gebracht hat? Soll der “Zinger Burger” von KFC keine schnelle Nahrung mehr sein, die zum raschen Verzehr gemacht wird und die der Kunde sofort serviert bekommt? Und: Wenn der „Zinger Burger“ nicht mehr Fastfood sein sollte, was ist dieser Burger dann…?
Wenn Spießer Alfons seine Fragestellung mal selber beantworten darf: Der Textdichter von KFC, dieser kleine Schelm, der hat „Fastfood“ geschrieben anstelle von „Junkfood“, also industriell hergestellte Nahrung, die aus minderwertigen Zutaten gefertigt ist, weil sie zu viele Kalorien enthält, stark fett- und zuckerhaltig und somit ungesund ist. Und warum wurden hier die Begriffe vertauscht? Ganz einfach: Stünde dort: „Ist das noch Junkfood?“, dann könnte der Schuss nach hinten losgehen. Denn der Verbraucher würde möglicherweise schlussfolgern: Kentuckys Fried Chicken sind – mit Ausnahme vom „Zinger Burger“ – minderwertige Nahrung. Doch KFC möchte seinen “Zinger Burger” mit dem Filet in der Semmel natürlich mit den Burgern von McDonald’s & BurgerKing vergleichen. Deren Angebot indirekt mit “Junkfood” zu bezeichnen, haben sich die Kentuckys ebenfalls nicht getraut. Und so schrieb man dann “Fastfood”, was völlig ohne Sinn ist.
Nur eines hat der Werbungtreibende “übersehen”: Nirgendwo auf dem Plakat ist vermerkt, um welches Fleisch es sich bei dem “Filet” handelt. Der Leser denkt natürlich spontan an Rinderfilet. Aber es könnte genauso Schweinefilet, Fischfilet, Kaninchenfilet oder Filet von gequälten Hühnern sein – wer weiß das schon wirklich außer dem Werbungtreibenden…?!
Last but not least: Der Texter hat vermerkt, dass der “Zinger Burger” von KFC “jetzt mit neuem Brötchen!” ist. Was bedeutet: Vorher war es ein altes Brötchen. Was wiederum heiß: Bislang hat der Kunde von KFC einen minderwertigen Burger gekommen.
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Grins
Das finde ich auch immer wieder lustig, wenn aktuelle Produkte mit viel größer, leckerer, hochwertiger – und und und – angepriesen werden. Für mich gibt es somit die Schlussfolgerung, dass das Produkt vorher nicht so groß, lecker, hochwertig war und somit schlechter als das aktuelle. Im Prinzip werden so doch die eigenen Produkten die von den supertollen Produkten abgelöst werden von den Marketingexperten schlecht gemacht. Oder muss ich Marketing studieren, damit ich das verstehen kann?
Thumbs up!