Xavier Naidoo: His Voice for Germany
Vorab bemerkt: Jeder Fußball-Fan weiß, dass die Deutsche Fußball-National-Mannschaft ein multikultureller Verein ist, wo jeder, der aus einem anderen Land stammt, mitspielen kann, wenn er Talent hat und einen deutschen Pass. Will meinen: Er muss nicht “Born in Germany” sein. Und auch Produkte der deutschen Wirtschaft, die als „Made in Germany“ verkauft werden, müssen nicht in Deutschland gefertigt sein – jedenfalls nicht komplett. Und beim Eurovision Song Contest, da müssen weder die Sänger/innen noch die Komponisten und Texter aus dem jeweiligen Land stammen; und die Songs können in jeder Sprache der Welt vorgetragen werden. Eine Chuzpe hoch 3, über die man gar nicht ernsthaft nachdenken darf!
Und damit kommt Spießer Alfons zur Casting-Show „The Voice of Germany“. Hier haben sich gestern Abend vier Kandidaten ins Endspiel gesungen, als dieses sind:
Kim Sanders (43), geboren in den USA, seit 1989 in Deutschland lebend.
Michael Schulte (21), geboren in Deutschland.
Ivy Quainoo (19), geboren in Deutschland, Eltern stammen aus Ghana.
Max Giesinger (23), geboren in Deutschland.
Wie gesagt: Das sind die vier Kandidaten, die in der letzten Runde von „The Voice of Germany“ stehen. So haben es die Zuschauer von SAT1 in der vergangenen Nacht abgestimmt – aaaber: Das letzte Wort hat der jeweilige Coach der Sänger/innen gehabt!
So, und nun kommt’s: Im letzten Duell zwischen Max Giesinger und Mic Donet (23), der wegen dieser Show bei X Factor ausgestiegen ist, da gewann Max Giesinger das Wettsingen, obwohl sein Coach Xavier Naidoo seinen anderen Schützling, nämlich Mic Donet, in den 7. Himmel gelobt hatte, ihn für die Zukunft sogar als „Weltstar“ betrachtet, der in seinen Augen „wirklich The Voice“ ist und der „eines der besten Alben gemacht hat, das ich in den letzten 10 Jahren gehört habe – keine Scheiße!“
Soweit Xavier Naidoo. Und im gleichen Atemzug kam seine Begründung für den Sieg von Max Giesinger: „Aber wir sind immer noch in Deutschland. Und ich fände es traurig, wenn wir vier englische Songs hätten im Finale. Deswegen habe ich mich mehr für den Max entschieden.“
Was Naidoo gesagt hat, ist in den Augen von Spießer Alfons korrekt. Nicht korrekt aber ist seine Entscheidung gegen Mic Donet, der eindeutig der bessere Sänger von beiden ist. Es wäre vergleichsweise so, hätte man Kim Sanders oder Ivy Quainoo rausgewählt mit der Begründung, wir sind hier immer noch in Deutschland, und da können nicht die Hälfte aller Endteilnehmer von dunkler Hautfarbe sein.
Das Paradoxon liegt bereits im Namen des Wettbewerbs: „The Voice of Germany“. Wenn Spießer Alfons das richtig erkennt, dann ist das Englisch. Und dieser Contest hat im Ursprung mit Deutschland so viel zu tun, wie Döner, Giros und Pizza, die wir hierzulande zwar gern verspeisen, die aber nicht zur deutschen Küche zugerechnet werden können wie Currywurst und Deutschländer Würstchen.
Ausgangs weist der Spießer darauf hin: „The Battle“ zwischen Max & Mic wurde „unterstützt durch Gewinnspielpartner“ – siehe die Abbildung! Und Gewinnspiele sind nun mal Glücksache.
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Genau…. und Couch bedeutet auf Deutsch immer noch Sofa.
Bitte mal die Rechtschreibprüfung benutzen!
Coach Spießer
Danke für den Hinweis auf diesen Lapsus, den ich leider häufig mache – warum auch immer! Aber ich habe es jetzt korrigiert und gelobe Besserung!
Ich sag mal hin oder her, endlich mal ne Castingshow mit etwas mehr Niveau als ne Karotte..
In der Tat, ist “The Voice” tatsächlich die erste Show die ich mir seit langem wieder anschaue. Dennoch gebe ich dem Spießer recht.
So ganz gelungen, war diese Entscheidung in dieser Folge nicht. Naja wenn das der einzige Skandal bleibt, dann ist das noch OK. Solange das Niveau auf dieser Höhe bleibt, ist die Sendung immer noch 1000mal besser als die Hartz IV Castingshows, die Menschen vorführt und er Lächerlichkeit preis gibt.
Leider ist die Show nicht fair gegenüber den Kandidaten, weil am Ende nicht jeder gegen jeden antritt. So musste ein Top-Kandidat von Naidoo gehen, während andere Kandidaten aus den anderen Teams, die weniger gut sind, weitergekommen sind. Und die Entscheidung liegt nur pseudomäßig beim TV-Publikum, weil die Juroren mehr Stimmrecht haben als die gesamten Anrufer. Damit ist die Show in meinen Augen nicht gerecht gegenüber den Kandidaten und deshalb nicht tragbar.
Ich unterschreibe was TP und Hendric sagen.
Die Entscheidung Naidoos erkläre ich mir eher als Übereinkunft mit Mic Donet. Dieser hat bereits eine professionelle Laufbahn als Sänger beschritten und möchte offensichtlich auch weiterhin Musik machen.
Da der Titel “Voice Of Germany” aber mit Sicherheit an so manchen Knebelvertrag geknüpft ist, die die Kreativität des Künstlers nicht unbedingt fördern bzw. ihr freien Lauf lassen, macht es für den Herrn Donet Sinn an genau dieser Stelle auszuscheiden.
In Absprache mit Xavier würde ich mal vermuten, da in der nächsten Sendung nur noch die Zuschauer entscheiden und er, als mutmaßlich bester Sänger, gewinnen könnte.
Meine 2 Cent dazu.
Womit Du es klar und deutlich auf den Punkt bringst: Die Zuschauer von “The Voice of Germany” wurden hier verarscht. Denn warum haben sie angerufen, Zeit und Telefongeld investiert, wenn alles vorher abgesprochen war…?! In meinen Augen wurde die Show dadurch unglaubwürdig und auf das Level von DSDS platziert.
Da gebe ich dir absolut Recht. Leider.
Naja Alfons, seien wir mal ehrlich. Hast du denn wirklich geglaubt, dass mit der 500. Show dieser Art wirklich was anders wird. Das ist eine Castingshow, fertig. Ich verspreche mir nichts davon und werde sie mir auch nie ansehen…mag sein, dass dort gute Sänger/innen sind. Aber letztendlich hängen diese auch wieder am Strick der Musikmaschinerie und bekommen irgendwelche Knebelverträge oder ein Leckerli.
Du irrst: Es war die ERSTE Casting-Show dieser Art.
Und für dieses manipulierte Casting gab’s auch noch ne Goldene Kamera. Pfff…nicht zu fassen!!
Die Masche kommt bestimmt in anderer Form oder einer neuen Staffel wieder; die “perfekte” Illusion dass man als Zuschauer irgendwas zu sagen hätte. Die Matrix ist schon lange da und sie heißt “Rufen Sie jetzt für Ihren Favoriten an!”
“Wir” also besser die Sender und Medien begnügen sich nicht mit einem Dschungelkönig, einem Topmodel, einem Superstar und “einer Voice”
Was sagen eigentlich die Eltern dazu wenn die Schützlinge SMS-Salven abfeuern damit der Liebling bloß nicht abrutscht?
hmm, die Begründung die Xavier Naidoo da bringt, ist wirklich lächerlich. Er müsste da wirklich den englischen Sänger nehmen. Ich sag das ungern, denn ich find Xavier Naidoo wirklich einen guten Sänger. Er hat über mehrere Jahre gute Songs geschrieben und ist für mich daher auch zurecht in der Jury. Trotz allem ist the voice of german halt nicht mehr als eine äussert erfolgreiche Kopie aus den Staaten, das darf man halt auch nicht vergessen.
Deutsch wie Deutschländer Würstchen? Wie heißt es noch im Werbespot: “Die sind knackig wie Wiener…”
Heim ins Reich? Obwohl, der Gefreite aus Braunau war ja auch aus der Ostmark, bis er in Braunschweig (!) eingebürgert wurde.