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Seit wann ist eine Intimfrisur anstößig…?

18. Februar 2012
von

Spießer Alfons kennt keine Statistik, vermutet aber: Mehr als die Hälfte aller jungen Frauen rasieren sich intim, was meint: Die Damen entfernen ihr Schamhaar im Genitalbereich vollständig oder gestalten eine „Frisur“ daraus. Es ist dieses ein Schönheitsideal unserer Zeit, das weitverbreitet ist. Und es gibt auch Friseure, wo Mann und Frau sich derart ra- bzw. frisieren lassen können.

Ob der Friseur Volker Gogel-Beck in Heilbronn, der mit dem abgebildeten Plakat wirbt, auch intime Haargestaltung bei Käthchen & Co macht, weiß Spießer Alfons nicht. Der Spießer weiß aber, dass der Deutsche Werberat das Plakat des Friseurs als anstößig betrachtet hat, weil mit der Darstellung angeblich  Frauen erniedrigt werden. Wozu Spießer Alfons gern gewusst hätte: Welche Frauen werden hier erniedrigt? Die abgebildete kann es wohl nicht sein, denn die hat sich bestimmt freiwillig für die Werbung hingestellt.

Vielleicht fühlen sich Frauen von dieser Werbung negativ angesprochen, die sich selber nicht in die abgebildete Situation versetzen können? Gut möglich. Genauso möglich, dass diese Frauen auch einen haarigen Urwald dort haben, wo andere Frauen sich für ihren Schatz eine neue Frisur haben rasieren lassen.

Nein, nein, nicht dass Ihr glaubt, der Spießer betrachtet diese Reklame des Haarschneiders als gelungen! Das Plakat ist weder sonderlich witzig noch originell. Aber anstößig? Seit wann ist der hübsche Po einer jungen Frau anstößig, verehrter Werberat…?! Die Kritik daran stammt vermutlich von Personen, die am Strand  mit Badebekleidung herumlaufen, wo nur die Arme und Beine sichtbar sind, also so, wie es um die vorletzte Jahrhundertwende üblich gewesen ist.

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Kommentare zu “ Seit wann ist eine Intimfrisur anstößig…? ”

  1. Franziska am 20. Februar 2012 um 17:48 Uhr

    Für mich ist das Plakat sexistisch. Die Frau wird reduziert (allein durch die partielle Darstellung). Sie – obszön in Reizwäsche, er – elegant und intellektuell (und voll bekleidet) auf dem Sofa. Ich finde die Entscheidung des Werberats treffend und sinnvoll. Die Straßen sind schon voll genug mit sexistischen Botschaften, mit den bereits die Jüngsten konfrontiert werden. Dieses Plakat ist geschmacklos UND sexistisch.

  2. ramses101 am 21. Februar 2012 um 19:35 Uhr

    Ja wie kann man es sexisch finden, wo sich doch die Frau einfach nur so darbietet, wie es sich geziemt? Lieber Spießer, manchmal bist du unfassbar.*kopfschüttelnd ab*

  3. Spießer Alfons am 21. Februar 2012 um 19:54 Uhr

    Du meinst, so, wie sich die 20 Frauen dem Bachelor dargeboten haben, die er mehr oder weniger vernaschen durfte auf Kosten des Senders unter Vortäuschung falscher Tatsachen…?

    Ich komme auf diese Sendung, weil das Friseur-Plakat genau als Werbeplakat für Filme und TV-Sendungen solcher Art passen würde, ohne dass sich darüber jemand aufregen würde.

    Wie eingangs gesagt: Mir gefällt das Plakat keineswegs. Aber ich denke nicht, dass es moralisch so weit unten ist, dass man es verbieten muss. Da gab es schon sehr viel schlimmere Sachen. Und: Wenn Frauen das anders sehen, dann dürfte der betreffende Friseur inzwischen nur noch Männern die Haare schneiden und hätte sein Plakat längst zurückgezogen.

  4. ramses101 am 21. Februar 2012 um 20:25 Uhr

    Du hast in deiner Kolumne gefragt: ” welche Frau wird hier erniedrig?” Und ich antworte mit: jede. Querverweise zu sexistischen Sendenformaten sind natürlich willkommen, aber ein bisschen mehr im Ursprungsbeitrag hätte es schon sein dürfen. Immerhin bist du normalerweise recht schnell empörend dabei, wenn es Dinge anzuprangern gilt.

    • Spießer Alfons am 21. Februar 2012 um 21:04 Uhr

      Stimmt, das bin ich. Früher noch viel mehr als heute bei sexistischen Themen. Aber inzwischen üben Huren ein anerkanntes Gewerbe aus, zahlen Steuern und machen Werbung. Stell Dir vor, die Frau auf dem Plakat wäre eine solche Hure, die sich gerade mit ihrer neuen Frisur um einen Kunden bemüht! Wird sie durch das Plakat erniedrigt? Ich denke; nein. Und damit wird nicht jede Frau erniedrigt.

      Lieber ramses101, alles, was ich zum Ausdruck bringen wollte, ist: Badeanzüge sind nicht mehr von Hals bis Knie geschlossen … wie ich im Dschungelcamp gesehen habe. Die Moral bei der weiblichen Darstellung in der Öffentlichkeit ist dadurch heute nicht besser geworden, aber der Werberat sollte sich meiner Meinung nach mehr um Werbung kümmern, wo Konsumenten ausgenommen, sprich: beschissen werden, statt das besagte Motiv in den Fokus zu rücken, als gäbe es nichts Schlimmeres in der Werbewelt.

  5. Franziska am 23. Februar 2012 um 17:18 Uhr

    Ein fragwürdiger Ansatz, der darauf basiert, dass es (noch) Schlimmeres in der (Werbe-)Welt gibt… Darf man sich dann nur noch über das beschweren, was am Schlimmsten ist? Und beurteilt nicht jeder subjektiv was dann in diese Sparte fällt? Manchmal sind es die kleine Dinge, die den Anfang machen. Genau so, wie nicht alle Frauen erkennen müssen, dass dieses Plakat sexistisch ist. Mal ganz abgesehen davon, dass die Plakatdarstellung nichts mit der Beurteilung und Wertschätzung der Frisur zu tun hat.

  6. Simon am 24. Februar 2012 um 18:40 Uhr

    Ich denke jenachdem welche Moralische Vorstellung eine Frau vertritt findet Sie diese Werbung anstoßig oder eine tolle idee Ihren geliebten zu überraschen.

    Grüße

    Simon

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