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Werbung? Oder Verhohnepiepelung…?

22. Februar 2012
von

Im Magazin Focus gibt es eine Rubrik, in welcher die Redaktion die Leistungen von Personen, Firmen, Verbänden etc. mit Noten versieht. So wie in der Schule: 1 = sehr gut, 5 = mangelhaft. Eine 6 hat Alfons dabei noch nicht gesehen.

Ein Unternehmen wird in dieser Rubrik seit Wochen aufgeführt und bekommt regelmäßig die Höchstnote 1. Allerdings: Darüber steht das Wörtchen “Anzeige” gedruckt – siehe die Abbildung!

Das Unternehmen ist die DHL, die sich hier selbst benotet. Das ist, würde ein Filmverleih mit einem Oscar werben, den der Film niemals bekommen hat. Wenn das Schule macht, dann kann sich in Zukunft jeder nach eigener Beurteilung eine Bestnote verleihen. Das ist in der Werbung ja ohnehin so üblich, aber in der vorliegenden Form etwas außergewöhnlich.

Ob solche Vorgehensweise  sinnvoll ist – für Focus genauso wie für die DHL? Der Spießer hat starken Zweifel. In seinen Augen wirkt es peinlich. Es ist zum einen wie eine Verhohnepiepelung der redaktionellen Beiträge, zum anderen wie eine versuchte Übertölpelung des Lesers.

Oder seid Ihr anderer Meinung, liebe otr-Leser…?

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Kommentare zu “ Werbung? Oder Verhohnepiepelung…? ”

  1. peter am 22. Februar 2012 um 10:14 Uhr

    Keine Ahnung, ich lese Focus nicht.

    • Spießer Alfons am 22. Februar 2012 um 10:32 Uhr

      Darum geht es hier auch gar nicht ;)

      • peter am 22. Februar 2012 um 11:28 Uhr

        Doch. Wenn man Zeitschriften wie Focus, BILD & Co. meidet, wird man erst gar nicht redaktionell verhohnepiepelt oder übertölpelt.

  2. Christian am 22. Februar 2012 um 11:04 Uhr

    Gibt es nicht eine Selbstverpflichtung der Verlage, dass redaktioneller Inhalt und Werbung auch optisch von einander unterscheidbar sein muss. Oder reicht es da gar, wenn man einfach den Fazit-Strich weg lässt?

  3. Dierk am 22. Februar 2012 um 12:44 Uhr

    Christian, die Unterschiede sind doch deutlich: komplett andere Typo [nicht mal eine Serifenschrift], Ort zwar Fett aber schwarz statt rot, der Strich weg, die Note nicht auf handgeschrieben gemacht, dazu fette Kontaktinfos am Ende des Textes, der Spaltentrenner geht komplett durch …

    Ich wundere mich, dass DHLs Agentur das nicht wesentlich weiter an die Rubrik angepasst hat.

  4. Dr. Pflichtfeld am 22. Februar 2012 um 17:19 Uhr

    Christian und Dierk, der Deutsche Presserat schreibt dazu (Zitat):

    Richtlinie 7.1 – Trennung von redaktionellem Text und Anzeigen

    Bezahlte Veröffentlichungen müssen so gestaltet sein, dass sie als Werbung für den Leser erkennbar sind. Die Abgrenzung vom redaktionellen
    Teil kann durch Kennzeichnung und/oder Gestaltung erfolgen. Im
    Übrigen gelten die werberechtlichen Regelungen.

    –> Ist hier deutlich gegeben, andere Gestaltung und Kennzeichnung als Anzeige.

    Rein werbetechnisch ist die Anzeige vielleicht nicht so superoriginell, aber durch die Angleichung an die Kategorie wird sie vielleicht schon etwas stärker wahrgenommen, würde ich sagen.

  5. Spießer Alfons am 22. Februar 2012 um 18:03 Uhr

    Es ist durchaus erkennbar an der Typo, dass die Anzeige rechts nicht von der Redaktion stammt. Meine Frage zielt eigentlich in eine andere Richtung.

  6. Doc Holiday am 23. Februar 2012 um 08:17 Uhr

    Ich finde es ganz originell. Auch gut, dass sie es nicht auf die Spitze treiben mit 1:1 angepasster Typo. Das zeigt doch, dass sie nicht übertölpeln wollen. Es macht eher einen intelligenten approach.

    • Spießer Alfons am 23. Februar 2012 um 08:38 Uhr

      1:1 angepasste Typo wäre ja auch gar nicht möglich gewesen. Mir kommt diese Selbstauszeichnung vor, wie würde sich ein Schauspieler die Nachbildung eines Oscars bei ebay ersteigern, auf seine Homepage platzieren und verkünden: Schaut her – ich habe einen Oscar! Klar wäre das originell. Aber hat das auch einen intelligenten approach…?

  7. peter am 23. Februar 2012 um 08:37 Uhr

    @Doc Holiday: “Es macht eher einen intelligenten approach”?? Oh Mann …

    • Wertbetexter am 23. Februar 2012 um 09:40 Uhr

      Danke Peter. Ich wollte auch gerade meinem Grinsen ob dieser
      grotesk-drolligen Ausdrucksweise Ausdruck verleihen. Mit Approach und Kratzfuß :-)

      • peter am 23. Februar 2012 um 13:55 Uhr

        Lustig vor allem, dass es noch Leute gibt, die echt so sprechen. Und das nicht ironisch meinen. Ich glaub, die merken das gar nicht … :)

  8. Doc Holiday am 23. Februar 2012 um 15:48 Uhr

    Nur aus Interesse: Warum erklärt ihr einem leftover Hippie nicht, wie es richtig heißt ?!

    • Wertbetexter am 23. Februar 2012 um 16:05 Uhr

      Yo, dear jolly ol’ leftover Hippie :-) Also wenn man den Sachverhalt in deinem Sinne ausdrücken möchte, dann hätte ich es so geschrieben: … Das zeigt doch, dass sie nicht übertölpeln wollen. Und zeugt von einer ziemlich raffinierten Interpretation des Themas. Copy that ;-)

      • peter am 23. Februar 2012 um 17:14 Uhr

        Alternativ hätte ich noch anzubieten:

        Das zeigt doch, dass sie nicht übertölpeln wollen.
        Es wirkt außerdem intelligent.

        Das zeigt doch, dass sie nicht übertölpeln wollen.
        Und doof isses auch nicht.

        Das zeigt doch, dass sie nicht übertölpeln wollen.
        Ganz schön clever …

        Das zeigt doch, dass sie nicht übertölpeln wollen.
        Ich gehe damit d’accord und highlighte das high-intelligence Understatement sowie den maximum user benefit.

        Eins der vier ist übrigens nicht ganz ernst gemeint.

      • Samira am 23. Februar 2012 um 17:18 Uhr

        Vielleicht könnte man auch sagen: Das ist einfach primitiv und wirkt schon allein deshalb unglaubwürdig!

  9. Doc Holiday am 23. Februar 2012 um 16:11 Uhr

    Uiuiui, da bin ich aber ein ganz schönes Stück schlauer jetzt.

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