Prosit, liebe otr-Leser, im Gebirge wird *hicks!* gezaubert!
Winterzeit ist die Zeit der heißen Getränke. Glühwein, Grog, Punsch, Feuerzangenbowle oder wie die Aufheizer sonst noch alle heißen. Und nun gibt es dazu neu: „Wilthener Gebirgszauber“ – siehe die Abbildung! Dieses Heißgetränk fand der Spießer soeben im Supermarkt. Genauer: Heiß war es noch nicht, denn dazu muss man es erst noch auf den Küchenherd stellen.
Was das Besondere am „Wilthener Gebirgszauber“ ist, verrät uns das rückseitige Etikett: „ausgesuchte Kräuter, fruchtiger Apfel und erlesene Gewürze mit feinem Destillat“.
Natürlich hat jemand die Kräuter ausgesucht, sonst wären sie ja nicht drin. Und der Spießer weiß auch, dass ein Apfel, der nicht fruchtig ist, vom Pferd stammt. Ja, und mit den erlesenen Gewürzen ist es genauso wie mit den ausgesuchten Kräutern: Sind sie nicht ausgesucht und erlesen, dann führt das zu einem unfeinen Destillat.
Das aber sei nur blödelnd am Rande erwähnt, liebe otr-Leser, zumal Spießer Alfons der Flasche noch gar nicht auf den Grund gegangen ist.
Bemerkenswert ist jedoch der Flaschenanhänger am Halse der Pulle. Dort erfahren wir zweierlei. Zum einen, dass dieses Produkt „neu“ ist. Und zum anderen: „auf den sind alle ganz heiß“. Was sich widerspricht.
Wie können alle Konsumenten ganz heiß auf ein Produkt sein, wenn dieses doch neu – sprich: weitgehend unbekannt – ist…?
Klar, werden die Insider jetzt einwenden: Der „Wilthener Gebirgszauber“ wurde bestimmt vorab von den Marktforschern getestet. Und in dem Test hat jeder der Probanden gesagt: „Ich bin ganz heiß auf Wilthener Gebirgszauber.“ Wobei der Spießer vermutet, dass pro Person eine Flasche getestet wurde, damit der Hersteller auch ganz sicher sein kann, dass sein Produkt die volle Dröhung Marktreife hat.
Das Dumme ist: In der Regel fallen rund 80 Prozent aller Produkte, die nach grünem Licht der Marktforschung in die Regale des Handels gekommen sind, später im echten Verbrauchertest durch. Was aber beim „Wilthener Gebirgszauber“ nicht sein kann, denn, liebe otr-Leser: Der „Likör mit Farbstoff“ gehört nicht zu den 80 %, weil er laut Angabe auf dem Etikett nur 15 % hat.
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Mhhh lecker, wieder eine Chemieplörre die den Weg in die Regale gefunden hat. Ich bin mir aber sicher, das die 15% ausreichend für einen ordentlichen Migräneanfall sind… oder ist es dir bekommen?
Du hast Recht: Schmeckt nach Medizin. Zwar habe ich danach keine Kopfschmerzen bekommen, aber stattdessen trinke ich in Zukunft lieber einen klassischen Glühwein.