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Rolf Schälike auf Twitter: Tweet, tweet, tweet – keiner hat mich wirklich lieb!

22. November 2012
von

Was tun Rentner, wenn sie nix mehr zu tun haben? Nun, der eine überwintert auf Mallorca, der andere bleibt daheim und guckt aus dem Fenster. Und der bösartige alte Gschaftlhuber, der schon seit Jahren mit der gesamten Nachbarschaft herumstreitet? Der schreibt falsch parkende Autos auf und denunziert die Halter bei der Behörde. Oder – ganz aktuell – er betätigt sich als Stalker im Internet.

Blog, E-Mail und Twitter bieten armen kranken Menschen, von denen keiner mehr etwas wissen will, ein ganz neues Betätigungsfeld. Hier, im WorldWideWeb, üben die Frustrierten dieser Welt ihr neues Hobby aus: Stalking. Ein solches Tun gibt ihnen innerliche Befriedigung und irgendwie das Gefühl, in ihrer unendlichen Einsamkeit vielleicht doch noch ein wenig Beachtung finden zu können – und sei es nur bei Anwälten und Leuten, die sich darüber an die Stirn tippen.

Auch Spießer Alfons hat einen Stalker im Nacken. Rolf Schälike heißt dieser Mann. Ein eitler alter Herr, der sich selber dazu aufgerufen hat, für die Meinungsfreiheit zu kämpfen. In diesem Sinne beschimpft er im Internet viele Richter und Anwälte, deren Meinungen ihm, dem Meinungskämpfer Schälike, nicht passen. Mit der Wahrheit nimmt Schälike es dabei nicht so genau, da fabuliert er vor sich hin wie dermaleinst der Baron von Münchhausen. Worüber Alfons schon vor langer Zeit mal einen Blog-Beitrag geschrieben hat. Und woraufhin Schälike den Spießer bis heute auf Schritt und Tritt verfolgt und mit hämischen Kommentaren stalkt, die weder witzig sind im Stil noch wahr in der Sache.

Ein „Fußpilz“ sitzt tief bei dem Gerüchtsreporter, ist zu einer Zecke in seinem Kopfe mutiert. Zwar verkündet der rüstige Rentner permanent, ein Kämpfer für die Meinungsfreiheit und gegen jede Art von Zensur zu sein; dieser Freiheitskampf endet jedoch immer an der gleichen Stelle, nämlich dort, wo ein Anderer sich die Freiheit nimmt, seine Meinung über Rolf Schälike abzugeben. Wie zum Beispiel Alfons der Spießer es getan hat. Und woraufhin Rolf Schälike den Spießer zensieren wollte.

Zunächst einmal bettelte der Mann bei Alfons um Gnade: „Könnten Sie bitte das mit dem Fusspilz entfernen. Sie können doch nicht wahrlich behaupten, die Gerichtsverhandlungen bzw. die Berichte der bekannten Gerichtsreporter sind Trüffel.“

Spießer Alfons musste das Gnadengesuch des Herrn Schälike leider ablehnen. Zum einen könnte dann ja jeder kommen, und zum anderen hätte Alfons auch einen Leserkommentar löschen müssen, der sich darauf bezieht. Stattdessen bot Alfons dem Beschwerdeführer freundlich an, er könne seine Meinung doch unter dem spießigen Beitrag als Kommentar veröffentlichen.

Bald darauf kam die nächste E-Mail von Stalker Schälike, diesmal schon etwas fordernder und also lautend: „Es war ein gut gemeinter Vorschlag, das mit dem Fusspilz. Dass Sie den Kommentar dann auch löschen, verstand sich von selbst. Ihre systematischen Schmähungen auf Ihren vielen Seiten sind selbstentlarvend. Ich möchte mich durch Kommentare nicht daran beteiligen. Es gibt wahrlich Besseres zu tun. Es war ein Ratschlag. Ihnen steht es frei, diesen anzunehmen. Mir ist es egal.“

So egal kann es dem Meinungsbekämpfer Schälike dann aber doch nicht gewesen sein, denn zehn Tage später erreichte den Spießer wieder eine E-Mail, die schon etwas bedrohlicher klang: „…zwecks Schadensbegrenzung bitte ich Sie und empfehle ich Ihnen, dass mit dem Fusspilz zu überdenken. Nehmen Sie es einfach raus. Werden Sie vernünftig. Das spart Ärger und Geld.“

Alfons wollte aber weder Ärger noch Geld sparen. Und „vernünftig“ werden wollte der Spießer schon gar nicht, wenn es darum geht, seine Meinungsfreiheit durch nackte Drohgebärden zu unterdrücken.

Wenig später erhielt Spießer Alfons in einem anderen Zusammenhang von einem guten Freund des Herrn Schälike folgende E-Mail (Originalzitat):

„Sie sollten es freiwillig unterlassen, Ihre unzulässigen rechtswidrigen Äußerungen weiterhin zu veröffentlichen und zu verbreiten, da sie damit für sich und damit auch Ihre Familie einen großen Schaden riskieren. Soll Ihre Frau und Ihr kleines Kind jahrelang leiden? Es würde mich nicht besonders wundern, wenn Sie durch das Fenster Ihres Hauses erschossen werden sollten, oder an der Haustür oder im Carport abgestochen werden sollten … Solche Maßnahmen wurden mir gegenüber bereits von anderen Betroffenen ernsthaft thematisiert. Ich selbst nehme – obwohl ein guter Schütze mit G3, MP und P1 – jedoch von solchen Maßnahmen Abstand und bemühe mich immer wieder – wie jetzt erneut - auch auf diesem Wege und gerichtlich gegen Ihre katastrophalen Äußerungen vorzugehen. Sonst würden Sie nicht mehr leben. Dass Sie jedoch weiterhin Ihr Leben riskieren, sollten Sie bedenken…“

Auf diese Zeilen seines guten Freundes nahm Rolf Schälike wie folgt Bezug: „Lieber Here Dzubilla, nachdem Sie nun alle Artikel zu (…) aus dem Netz genommen haben, empfehle ich Ihnen dringend, die mich betreffenden Passagen mit dem Fusspilz ebenfalls aus dem Netz zu nehmen. Beweisen Sie Einsicht. Mit freundlichen Grüßen Rolf Schälike“.

Spießer Alfons erkundigte sich beim freundlich grüßenden Schälike, ob er dessen Empfehlung so zu verstehen habe, dass Alfons – wie in dem vorausgegangenen Drohbrief – vor die Wahl gestellt werde, erschossen oder erstochen zu werden. Stalker Schälike antwortete (im unkorrigierten Wortlaut):

„Herr (…) hat Sie nicht vor diese Wahl gestellt. Das wissen Sie genau. Ich würde Ihnen raten, nicht weiterhin zu verbreiten, Herr (…) hätte Sie vor die Wahl gestellt, ‚erschossen’ oder ‚erstochen’ zu verweden. Das kann zu einer neuen einstweiligen Verfügung führen und Schadensersatzansprüche generieren. Berate Sie sich mit Ihrem Anwat. Er wird mir recht geben. Ich stelle Sie vor keine Wahl, appeliere nur an Ihre Vernuft und rechne mit Ihrer Lernfähigkeit. Ich denke, dass die Auseinandersetzungen mit Herrn (…) bei Ihnen die Erkenntnis reifen ließen, sich genauer zu überlegen, was und wie Sie im Internet Beleidigendes und Schmähendes über andere veröffentlichen.

Ich rate Ihnen nochmals davon ab, gegenüber Dritten zu behaupten, Herr (…) bedrohe Sie körperlich. Das führt fast unweigerluch zu einer neuen einstweiligen Verfügung. Bertaen Sie sich mit Ihrem Anwalt. Dieser wird mir recht geben.“

Das passte natürlich gar nicht zusammen: Auf der einen Seite schrieb Schälike, der Spießer solle vernünftig werden, und nun „appeliert“ er plötzlich an dessen Vernunft, obwohl Alfons doch gar nicht vernünftig geworden war.

Bleibt am Ende der spießigen Betrachtung nur die Frage: Warum tut Zensor Rolf Schälike das alles? Warum gibt er sich auf der einen Seite als Bürgerrechtler und twitternder Kämpfer für die ihm angeblich so wichtige Meinungsfreiheit aus und droht auf der anderen Seite selbst einem vergleichsweise dezenten Kritiker wie dem lieben Spießer Alfons direkt und indirekt mit „Ärger und Geld“, „MP und P1“ sowie „einstweiligen Verfügungen“ und „Schadensersatzansprüchen“?

Eitelkeit, Geltungssucht und sehr viel lange Weile, so dachte Spießer Alfons bislang.

Besser muss es aber Rolf Schälikes eigener Ex-Rechtsanwalt und heutiges Stalking-Opfer Markus Kompa wissen, der  in seinem „blog zum medienrecht“ unter der Überschrift „Rolf Schälike – vom Bürgerrechtler zum Stalker“ die Absonderlichkeiten seines früheren Klienten wie folgt erklärt: „neurotische Geiferei“. Also kein Fall für Richter. Sondern für Therapeuten.

 

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Kommentare zu “ Rolf Schälike auf Twitter: Tweet, tweet, tweet – keiner hat mich wirklich lieb! ”

  1. Solf Rälike am 22. November 2012 um 14:39 Uhr

    Übel solche Stalker, aber der Text ist toll, Kompliment! ;-)
    Hoffentlich kommt der in ein Altenheim ohne Internet, es wäre ein Wohl für die Menschheit.

  2. Tarzan ist wieder da! am 22. November 2012 um 18:09 Uhr

    Wenn Anwalt Kompa den vertreten hat, dann ist er aber nicht ganz schuldlos. Wie schlecht muss es einem Rechtsanwalt gehen, um so einen Mandanten zu akzeptieren?!

  3. Ein Leser voller Mitleid am 22. November 2012 um 18:46 Uhr

    Der Graben-Kampf der geltungssüchtigen, darum wadenbeissenden, alternden Rentner untereinander. / Alle Genannten werfen gerne wie ungezogene Gören mit Dreck und werden in ihrer stolzen Einsamkeit doch nicht glücklicher. / Dagegen von immer mehr Menschen gemieden / als Wut-Greise tituliert und mitleidig belächelt. / Schliesslich begraben / am Grab mit Glück die Famile / Mehr nicht / Und sie hören doch nicht auf…

  4. Ein Leser voller Freude am 22. November 2012 um 18:59 Uhr

    Rolf Schälike droht mit einer einstweiliger Verfügung! Das dieser selbsternannte Feind aller Pressegerichte und Pressejuristen sich aus blanker Eitelkeit derart tief versenkt, ist das Größte!

  5. Noch ein Leser am 23. November 2012 um 20:25 Uhr

    Die Arbeit von Rolf Schälike hat mir geholfen Anwälte einzuschätzen und Zusammenhänge herzustellen. Es scheint eine beliebte Taktik zu sein Gegner mit negativen Begrifffen, wie z.B. Stalker, zu bezeichnen. Schälike schreibt seine Meinung und schreibt auch das, was Anwälte oder Kritiker nicht über sich selbst lesen wollen. Ich möchte gern weiter von Schälike wissen, welche Anwälte und welche Kläger mit welchen Themen verlieren oder gewinnen. Ein Profi, wie Schälike, wird nur dann klagen, wenn er gewinnt. Dies unterscheidet Gewinner von Verlierern.

  6. Und noch ein Lacher am 23. November 2012 um 20:51 Uhr

    Dein Kommentar ist lustig. Schälike ein Profi? Als Physiker? Oder Dolmetscher? Oder Stalker? Woher weißt Du das, was Du in Deinem letzten Satz schreibst? Lass mich raten: Von Schälike! Denn der schreibt nur von seinen gewonnenen Prozessen, von denen die er verliert, schweigt er lieber. Schälike ist ein Manipulator, der nur seine eigene Meinung gelten lässt. Und er hat seine Anwälte häufig gewechselt und dann schlecht gemacht – siehe Markus Kompa! Lies doch oben mal in den Twitter-Kommentaren, wie Schälike den Kompa beleidigt hat, dann musst Du nicht für den Mann eine Lanze brechen, die ich ihm lieber in den Allerwertesten schieben würde. Und ich weiß, von wem ich rede.

  7. Brain Storm am 23. November 2012 um 22:10 Uhr

    Früher konnte Schälike sich bei den Medien noch als eine Art Märtyrer verkaufen, inzwischen hat jeder erkannt, dass der Mann ein Blender ist. Wenn man die Texte seiner Berichte liest, erkennt man sofort, dass der Mann gar nicht ernsthaft berichten will. Der will nur Stunk machen. Vermutlich, weil er selber mal “unschuldig” verurteilt worden ist von Richter Buske. Erstaunlich, dass er immer noch einen Anwalt hat, der große Rechtsgeleerte.

  8. Blogger am 24. November 2012 um 18:51 Uhr

    Der Fall Schälike ändert nichts an dem grundsätzlichen Problem, dass sich eine kleine Gruppe von Rechtsanwälten und Richtern (vor allem in HH und Berlin) seit einigen Jahren mit großem Erfolg das deutschen Medien- und Äußerungsrecht nach Gutdünken zusammenbiegt.

    Die Folge: Deutsche Medien haben zunehmend Probleme, kritisch über bestimmte Personen und Sachverhalte zu berichten. Fragt doch einfach mal in einer 08/15-Redaktion nach, wie viele “presserechtliche Informationsschreiben” (= Drohung mit rechtlichen Mitteln gegen die Redaktion, sollte sie über einen bestimmten Sachverhalt berichten) sie so im Monat bekommen. Es dürften zwischen drei und zehn sein – pro Monat.

    Schaut doch einfach mal, wie die einschlägigen “Medien-Kanzleien” regelmäßig ihre Gelddruckmaschine anwerfen: Sie schicken – in der Regel Freitagnachmittag – an ein paar Dutzend Verlage kostenpflichtige Abmahnungen heraus, weil über bestimmte Sachverhalte berichtet wurde. Die großen, finanzkräftigen Verlage wehren sich dagegen. Die kleinen Verlage, die sich keinen teureren Rechtsstreit leisten können, zahlen – i.d.R. 1000 bis 1500 Euro an die Kanzlei. Da bleiben dicke fünfstellige Beträge für die Anwälte übrig – und die Pressefreiheit auch…

  9. Blogger am 24. November 2012 um 18:52 Uhr

    …auf der Strecke…

  10. Gedanken am 25. November 2012 um 12:06 Uhr

    Wer schon einmal zur Zielscheibe der so genannten Medienanwälte wurde, kann berichten, dass diese nicht zimperlich sind. Im Auftrag ihrer Mandanten klagen diese jede, auch wahrheitsgemäße, Berichterstattung aus dem Internet. Bei Schälike und einigen anderen hat es nicht so funktioniert und das ärgert die Anwälte. Das die Begriffe Dummheit, Stalker oder Troll benutzt werden, um die Berichterstatter zu defamieren hat auch Methode, so vermute ich. Es gibt eine Entscheidung, dass außergerichtliche Kosten einer Abmahnung zum Lebensrisiko gehören und somit nicht auf den Verursacher umgelegt werden können. Sind die Streitwerte hoch, kostet die Verteidigung viel Geld. Dies können Blogger und kleine Verlage nur bedingt durchhalten und scheinbar hat auch diese Masche Methode, so meine erneute Vermutung. Anwälte verdienen auch, wenn diese verlieren. Nur so kann ich es mir erklären, dass einige Anwälte noch Kanzlein unterhalten können. Es muss einfach mehr Leute, wie Schälike, geben, die keine Angst haben und sich nicht einschüchtern lassen.

    • Karl H. Siemers am 25. November 2012 um 13:23 Uhr

      Einspruch! Es muss zwar mehr Leute geben, die über Unrecht berichten, aber nicht solche Leute wie Schälike. Denn den Teufel treibt man bekanntlich nicht mit dem Beelzebub aus.

  11. Doc Martens am 25. November 2012 um 15:05 Uhr

    Das einzig Gute an Schälikes Beiträgen: Sie sind so konfus, dass kein Mensch begreift, was er eigentlich sagen will – - – vermutlich nicht einmal er selber. ;)

  12. Journalist am 25. November 2012 um 15:06 Uhr

    Merkwürdig fand ich Schälike schon immer. Aber wenn die von Alfons zitierten Emails wirklich von Schälike stammen, wovon ich mal ausgehe, dann ist es vorbei ihm. Wer wegen des ersten kritischen Artikels von Alfons solche Sachen und Drohungen formuliert, ist schlimmer als jeder der angeblich so verhassten Presseanwälte.

    Wenn das Thema so ernst ist, sollte es von Menschen diskutiert werden, denen es um das Thema und nicht um die eigene Profilneurose geht.

  13. Kolbert am 2. Januar 2013 um 10:23 Uhr

    Na, sowas: Ich lese hier http://www.internet-law.de/201.....ment-18428 Rolf Schälike als ausdrücklich gar einfühlsamen Mitmenschen. Würden ihm die Reifen zerstochen werden, wär er der letzte, der das zur Anzeige bringen würde. Mehr noch: Er würde sich persönlich um den Täter kümmern.

    • Mamagei am 2. Januar 2013 um 10:59 Uhr

      Der Mann ist Wissenschaftler – ich glaube, Ornithologe – denn die Meise, die er an der Leine spazieren führt, lässt darauf schließen:: “Alle Vögel sind schon da, alle Vögel alle…!” ;)

ivw